135 diejenige Kategorie von Lohnarbeitern, die als Clesinde bezeichnet wird. Zwar werden manchmal auch die Monats- und Jahresarbeiter in den Fällen eines grossen Bedarfes an Arbeitskräften für die Feldarbeiten ver wendet, doch ist das nicht ihre spezielle Bestimmung. Manchmal werden Arbeiter von Anfang an auf einen Monat für die Feldarbeit gedungen, doch kam dies schon früher in den neurussischen Gouvernements immer selten vor. Wie wir schon oftmals betont haben, verdrängen die Taglöhner für Feldarbeiten alle anderen Kategorien von Arbeitern. Bevor wir zur Betrachtung über die Höhe und die Schwankungen der Monats- und Jahresarbeitslöhne übergehen, müssen wir zuerst einige Bemerkungen über unsere Quellen machen. Die jährlichen Sammlungen des Ackerbauministeriums geben fast keine Angaben über diese Art von Arbeitslöhnen. Was die Gouverneurberichte anbetrifft, so haben sie zu allen übrigen noch den Mangel, dass ihre Angaben zwar für die verschiedenen Jahreszeiten, aber nicht für die einzelnen Monate berechnet werden und somit sehr leicht eine falsche Vorstellung geben können. Indem wir also diese Quelle zum Vergleich benützen, haben wir die Monats- und Jahresarbeitslöhne fast ausschliesslich auf Grund der in den Semstwoberichten für das Gouv. Cherson mitgeteilten Materialien zusammengestellt und untersucht. Sowohl Monatsarbeiter, als auch Jahresarbeiter werden in drei Kategorien geteilt: Vollarbeiter, Frauen und Burschen, ln den letzten Jahren finden wir Halbarbeiter und Frauen von einander getrennt, aber die Differenz zwischen ihren Löhnen ist so gering, das sie noch immer als eine und dieselbe Gruppe betrachtet werden können. Die Monats- und Jahresarbeiter werden immer bei Verköstigung durch den Arbeitgeber gemietet. ln der Tabelle LXXV1 (im Anhang) findet man die durchschnittlichen Lohnsätze für die Zehnjahrsperiode 1893—1903 für alle Monate und für alle Arten von Arbeitern in allen sechs Kreisen des Gouv. Cherson. Wie aus dieser Tabelle leicht zu sehen ist, unterscheiden sich die Monatslohnsätze aller Arbeiterkategorien erheblich. Verfolgt man diese Bewegungen von einem Monat zum anderen von den Wintermonaten angefangen, so sieht man, dass die Löhne am niedrigsten in den Winter monaten stehen und dann immer mehr und mehr steigen, je näher der Sommer rückt; im Juni resp. Juli erreichen sie dann ihren höchsten Punkt und werden von da ab immer niedriger, je mehr sich die Winter monate nähern. Den Jahreszeitenwechsel änlich, bilden auch die Monats lohnsätze einen in sich geschlossenen Kreis.