164 Kapitel VI. Bestimmungsgründe der Land- arbeiterlöhne. Es ist leicht zu sehen nach dem, was im Vorangehenden erörtert wurde, dass in den neurussischen Gouvernements, in denen die aus etwa 24 Gouvernements zuströmenden Wanderarbeiter eine noch immer überwiegende Mehrzahl der Landarbeiter bilden, wohin also die Arbeiter aus verschiedenen Gebieten resp. aus verschiedenen Gründen kommen und wo insbesondere die Landwirtschaft wegen der fortwährend schwankenden Ernteergebnisse sich im steten Schwanken befindet, unter solchen Umständen es viele und sehr verschiedene Faktoren sind, die die Höhe der Arbeits löhne beeinflussen. Alle diese Faktoren zu untersuchen, hiesse die allgemeine wirtschaftliche Entwickelung von allen 20 Gouvernements bis ins Detail durchgehen, was wir aber teils aus Mangel an Material, teils als nicht zu unserer Aufgabe gehörig unterlassen müssen. Wir wollen hier nur diejenigen Faktoren untersuchen, die den neurussischen Gouvernements besonders eigentümlich sind und die hier, wenn wir alle anderen Nebenfaktoren abstrahieren, als vorherrschende und mass gebende bezeichnet werden können. Schon im ersten Kapitel wurde betont, dass es der Ausfall der Getreideernte ist, der in den neurussischen Gouvernements, man kann sagen, fast für das ganze wirtschaftliche Leben massgebend ist. ln keiner anderen Erscheinung in der Landwirtschaft kommt sein Einfluss vielleicht so krass und deutlich zum Ausdruck wie in Bezug auf die Arbeitslöhne. Um die Wirkungen des Ernteausfalles zu untersuchen, müssen wir die Arbeitslöhne in jeder Arbeitsperiode einzeln betrachten, ln den Tabellen LXXXVlil -XC, wo die Arbeitslohnsätze für 20 Jahre, 1885—1904, auf Grund der Materialien des Ackerbauministeriums an gegeben sind, sind auch die Schwankungen der Erntezustände zu finden. Indem wir aus den jährlichen Ernteresultaten eine durchschnittliche