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W.  G.  H.  Frh.  von  Reiswitz.

Koalitionsfreiheit ­
  und
KoaJitionszwang.


der  Arbeiter  in  Frage  kommen,  sehr  bald  dazu,  dass  zwischen
der  Gesamtheit  der  Arbeiter  und  der  Gesamtheit  des  Unternehmertums ­
  ein  permanenter  Kriegszustand  bestellt,  dessen
eigentliche  Ursache  das  Verlangen  der  sozialdemokratischen
Gewerkschaftsführer  bildet,  dem  naturnotwendigen  Uebergewicht
  des  Arbeitgebers  um  jeden  Preis  ein  Ende  zu  bereiten. ­
  Die  einzelnen  Gewerkschaften  (wir  sehen  hierbei  vorläufig ­
  von  den  nichtsozialdemokratischen  Organisationen  ab,
obwohl  auch  diese  sich  mehr  und  mehr  zur  Aufstellung
extremer  Forderungen  fortreissen  lassen)  haben  sich  zu  reinen
Kampfvereinen  entwickelt  und  stellen  als  solche  in  Wahrheit
die  eigentlichen  Schlachttruppen  der  Sozialdemokratie ­
  dar,  die  in  der  Aufhetzung  der  Arbeiter  gegen  die
Arbeitgeber  das  gegebene  Mittel  zur  Expropriierung  des  Unternehmertums ­
  und  zur  allmähligen  Ersetzung  der  individualistischen ­
  Produktionsweise  durch  die  kollektivistische  erblickt.
Diesem  Affinitätsverhältnis  entspricht  in  jeder  Hinsicht  die
Taktik  der  Gewerkschaftsführer,  die  in  echt  demagogischer
Weise  auf  die  Bedürfnisse  des  kleinen  Mannes  zugeschnitten
ist:  man  entwirft  von  den  Gegnern  ein  grotesk  verzerrtes
Bild,  zeiht  sie  krassen  Eigennutzes  und  brutaler  Rücksichtslosigkeit ­
  und  stellt  anderseits  die  eigene  Gefolgschaft  als  die
berufene  Vertreterin  einer  höheren  Moral  hin,  —  alles,  um
die  Beweiskraft  der  Behauptung  darzutun,  dass  die  Abhängigkeit ­
  des  Handarbeiters  vom  Kopfarbeiter  nichts  Gegebenes,
sondern  lediglich  etwas  einseitig  Gewolltes  und  darum  so
schnell  wie  möglich  zu  beseitigen  ist.  Hierzu  kommt  obendrein, ­
  dass  die  sozialdemokratischen  Gewerkschaftsleitungen
die  Koalitionsfreiheit  sehr  bald  in  einen  Koalitionszwang ­
  umzudeuten  verstanden.
In  seiner  Broschüre:  »Die  Organisation  der  Arbeitgeber«
weist  der  Geschäftsführer  des  Zentralverbandes  deutscher  Industrieller, ­
  Herr  Bueck,  an  der  Hand  eines  reichen  Tatsachenmaterials ­
  nach,  dass  dieser  Missbrauch  der  Koalitionsfreiheit ­
  in  erster  Linie  der  unzulänglichen  Redaktion  der
die  Aufhebung  des  Koalitionsverbotes  bestimmenden  gesetz-