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W.  G.  H.  Frh.  von  Reiswitz.

auf  die  Verschiedenheit  der  Produktionsweise  Rücksicht
zu  nehmen,  die  in  dem  einen  Gewerbe  eine  viel  grössere
Intensivität  der  Arbeitsleistung  bedingt  wie  im  andern.  Es
würden  dementsprechend  die  Arbeiter,  die  nichts  anderes  zu
tun  haben,  als  den  Gang  einer  Maschine  zu  kontrollieren,  in
solchen  Fällen  ausserordentlich  bevorzugt  sein  vor  denjenigen,
deren  Tätigkeit  besondere  Geübtheit  und  körperliche  Anstrengung ­
  voraussetzt.  Aehnlich  steht  es  auch  mit  der  vielfach ­
  geforderten  Einheitlichkeit  der  Lohnsätze,  sowie  der
Festsetzung  eines  Minimallohnes,  dem  nur  ausnahmsweise,
sofern  man  wenigstens  von  der  reinen  Akkordarbeit  absieht,
die  Festsetzung  einer  Minimalleistung  gegenüber  gestellt  wird.
Gewiss,  liesse  sich  die  Lösung  der  der  Jetztzeit  obliegenden ­
  Kulturarbeiten  einfach  dadurch  erreichen,  dass  man  die
der  menschlichen  Gesellschaft  im  allgemeinen  und  dem  einzelnen ­
  Individuum  im  besonderen  eigentümlichen  Schwächen
und  Fehler  als  einen  völlig  nebensächlichen  Faktor  ansieht,
so  hätten  unsere  Sozialideologen  das  Recht  vollkommen  auf
ihrer  Seite.  Aber  eine  solche  Nichtberücksichtigung  würde
sehr  bald  die  grösste  Verwirrung  auf  allen  Gebieten  des
öffentlichen  Lebens  zeitigen,  weil  sie  eben  durchaus  unlogisch
ist.  Wer  die  volle  und  ganze  Gleichberechtigung  aller  in
wirtschaftlicher  Beziehung  verlangt,  muss  erst  mit  dem  gegenwärtigen ­
  System  der  Gütererzeugung,  d.  h.  also  mit  der  gesamten ­
  wirtschaftlichen  Rechtsordnung  endgültig  aufräumen.
Denn  dieses  System  setzt  die  Präponderanz  des  Unternehmers ­
  voraus,  weil  sonst  die  Möglichkeit  einer  Fortführung
seines  Betriebes  einzig  und  allein  von  dem  guten  Willen  und
der  Einsicht  der  Arbeiter  abhängen  würde.  Dieser  gute
Wille  und  diese  Einsicht  sind  aber  nur  ausnahmsweise  vorhanden, ­
  da  die  grosse  Masse  der  Handarbeiter  eben  im  Bann
einer  Bewegung  steht,  die  sich  die  völlige  Revolutionierung
der  bestehenden  Gesellschaftsform  nach  dem  Rezept  von  Karl
Marx  zum  Ziele  gesetzt  hat.
Mauserungs-  Nun  suchen  sich  unsere  Sozialreformer  allerdings  mit  der
Aberglauben.  Behauptung  zu  rechtfertigen,  die  marxistischen  Theorien  hätten