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W.  G.  II.  Frh.  von  Reiswitz.

hat  zur  Genüge  gezeigt,  dass  der  solcher  Art  gefasste  Plan
kein  schlechter  war.  Der  Vorstoss  Bebels  riss  die  den
Akademikern  schon  an  und  für  sich  voller  Misstrauen  gegenüberstehende ­
  Majorität  der  Delegierten  zu  frenetischem  Beifall ­
  hin,  und  so  war  denn  die  Möglichkeit  einer  folgenreichen
Beeinflussung  der  Parteileitung  durch  die  Akademiker  in  der
Tat  aus  dem  Wege  geräumt.  Selbst  das  Eingreifen  Vollmars
in  die  Debatte  vermochte  diesen  Erfolg  nicht  abzuschwächen.
Genosse  von  Vollmar  suchte  zwar  in  seiner  vierstündigen
Rede  ohne  Rücksicht  auf  die  Peinlichkeit  der  Gefühle,  die
dieses  Bemühen  bei  den  Bebelianern  auslöste,  deren  Taktik
zu  durchkreuzen,  indem  er  das  nachholte,  was  bisher  absichtlich ­
  versäumt  worden  war:  er  brachte  das  Kapitel  vom
Revisionismus  aufs  Tapet,  und  nicht  genug  damit,  er  erklärte
rund  heraus,  dass  das  Verhalten  Bebels  und  seiner  P'reunde
den  Vorwurf  bürgerlicher  Kreise  zu  rechtfertigen  geeignet  sei,
insofern  die  sozialdemokratische  Partei  die  Partei  der  reaktionären ­
  Versumpfung  xat  e^oyrjv  zu  werden  verspreche.  Er
überführte  Bebel  der  Tatsache,  dass  dieser  schon  in  zahllosen
Fällen  seine  ursprüngliche  Ansicht  über  das  taktische  Verhalten ­
  der  Sozialdemokratie  geändert  habe;  so  in  Sachen  der
aktiven  Teilnahme  der  sozialdemokratischen  Fraktion  an  der
Gesetzgebung,  in  Sachen  der  Landtagswahlen  usw.  Daraus
folgerte  er,  dass  an  die  Einzelheiten  der  Parteitaktik  auch  in
Gegenwart  und  Zukunft  die  bessernde  Hand  gelegt  werden
müsse;  kurz,  es  ward  offenbar,  dass  seine  Anschauungen  zu
denen  Bebels  in  einem  diametralen  Gegensatz  standen,  insofern ­
  es  ihm,  um  mit  Bernstein  zu  reden,  mehr  auf  die  Bewegung ­
  selbst  ankam,  als  auf  das  »Ziel«.
Hatte  Bebel  die  Meinung  des  überwiegenden  Teiles  der
norddeutschen  Genossen  für  sich,  so  zollten  die  süddeutschen ­
  Vollmar  begeisterten  Beifall.  Aber  gerade  dieses
Hineinspielen  partikularer  Empfindungen  in  die  Debatte
schwächte  nach  rein  sachlicher  Richtung  hin  zweifellos  die
Bedeutung  des  Vollmarschen  Erfolges  wesentlich  ab,  und  so
kam  es  denn  zu  der  mit  grosser  Majorität  erfolgten  Annahme