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W.  G.  H.  Frh.  von  Reiswitz.

industrie  Hamburgs«  bahnbrechend  vor.  Dieser  steht  auch
noch  jetzt  an  der  Spitze  der  Bewegung  für  die  Errichtung
von  Arbeitsnachweisen  durch  die  Arbeitgeber,  und  wir  können
seinen  Arbeitsnachweis  am  »Craienkamp«  wohl  als  die  ausgebildetste ­
  Form  jener  Nachweisart  ansehen.  Als  der  genannte ­
  Verband  seine  Nachweisstelle  gründete,  gestaltete  er
sie  zuerst  nur  als  Kontrollbureau  aus,  und  zwar  in  der  Weise,
dass  kein  Arbeiter  in  den  Betrieben  des  Verbandes  neu  eingestellt ­
  wurde,  welcher  nicht  vorher  im  Arbeitsnachweis  einen
Arbeitsschein  erhalten  hatte.
Diese  Form  des  Arbeitsnachweises  genügte  für  den  ersten
Zweck,  nämlich  für  die  Beiseiteschiebung  des  Gewerkschafts-Arbeitsnachweises.
  Es  wurden  erbitterte  Kämpfe  darum  geführt, ­
  ob  der  Arbeitsnachweis  sich  in  den  Händen  der  Arbeitgeber ­
  oder  der  Arbeiter  befinden  solle,  aber  zuletzt  siegte
der  feste  Wille  der  Arbeitgeber.  Nachdem  ihre  augenblickliche ­
  Unabhängigkeit  von  der  Herrschaft  der  Sozialdemokratie
errungen  war,  handelte  es  sich  darum,  diese  Freiheit  auch
zu  sichern.  Das  schien  nur  dadurch  möglich,  dass  das  bisherige ­
  Kontrollsystem  aufgegeben  wurde.  Man  sagte  sich,
dass  man  den  Arbeitsnachweis  so  ausgestalten  müsse,  dass
er  den  Arbeitern  und  den  Arbeitgebern  in  gleicher  Weise
greifbare  Vorteile  gewähre.  Dieses  konnte  dadurch  geschehen,
dass  die  Arbeit  am  Sitze  des  Arbeitsnachweises  vergeben
würde,  dass  den  Arbeitern  das  Aufsuchen  der  Arbeit,  das
sogenannte  »Umschaun«  erspart  blieb  und  dass  dem  Arbeitgeber ­
  die  Mühe  der  Auswahl  der  brauchbaren  Arbeiter  abgenommen ­
  würde.  Hierzu  war  es  nötig,  einen  gelernten
Fachmann  der  Eisenindustrie  an  die  Spitze  des  Arbeitsnachweises ­
  zu  stellen  und  eine  Kontrolle  über  die  Qualitäten ­
  der  Arbeiter  einzuführen.  Das  erste  geschah  alsbald,
das  zweite  gelang  durch  die  Einführung  von  Personalkarten
für  die  Arbeiter.  Es  wurde  für  jeden  Arbeiter,  welcher  sich
im  Nachweis  meldete,  eine  Karte  angelegt,  die  auf  vorgedrucktem ­
  Schema  seine  Personalien  und  die  Firmen  enthielt, ­
  bei  welchen  er  beschäftigt  gewesen  war.  Diese  Karten