﻿allen Waren, vor allem aber den Drogen und Chemikalien, berücksichtigten wir neben
der medizinischen, namentlich auch die technische Verwendung, da diese für den Prak-
tiker naturgemäß das größte Interesse darbietet. Neu aufgenommen wurden ferner
einige von fachmännischer Seite verfaßte Aufsätze über photographische Bedarfs-
artikel, und schließlich ist auch auf die Bearbeitung der Zollverhältnisse nach den Be-
stimmungen des neuen Tarifs ganz besondere Sorgfalt verwandt worden.

Im Hinblick auf die Bestimmung des Buches, einem größeren Leserkreise von
Praktikern die schnelle Auffindung der gesuchten Artikel zu ermöglichen, war natürlich
die alphabetische Anordnung beizubehalten. Es sei aber darauf hingewiesen, daß
durch Anwendung der neuen amtlichen Rechtschreibung (Duden) mehrfach eine ver-
änderte Reihenfolge bewirkt wurde. Hauptsächlich betrifft dies die früher mit C ge-
schriebenen Wörter, die z. T. wie Kalzium, Schamotte und Schokolade, Zitrone usw.
unter K, Sch und Z aufgesucht werden müssen. Nur in vereinzelten Fällen folgten
wir nicht der Dudenschen Rechtschreibung, z. B. bei Cyan und seinen Verbindungen,
da die Schreibweise Zyankalium sich zurzeit noch nicht hinreichend eingebürgert hat.
Durchweg sind die Gegenstände nach ihrer im Publikum gebräuchlichen Bezeichnung
eingeordnet worden. Bei den Chemikalien mußte aber der Einheitlichkeit halber inso-
fern eine Abweichung von der früheren Auflage eintreten, als in der Bezeichnung der
Salze nicht die Säure, sondern die Base vorangestellt wurde. Man muß also aufsuchen:
Goldchlorid, nicht Chlorgold; Kaliumchlorat, nicht Chlorsaures Kalium usw. Bezüg-
lich des Registers haben die Herausgeber geglaubt, die sehr zweckmäßige Einrichtung
des früheren beibehalten und insbesondere Verweisungen in den Text nicht aufnehmen
zu sollen. Die in letzterem nicht vorhandenen Bezeichnungen sind daher im Register
aufzufinden, vorausgesetzt, daß nicht ihre Ableitung ohne weiteres auf einen Haupt-
artikel hinweist. Selbstredend ist Münchner Bier unter Bier, Phosphorbronze unter
Bronze usw. nachzuschlagen. In stilistischer Hinsicht erschien es zweckmäßig, bei der
Besprechung der einzelnen Gegenstände ein gewisses System innezuhalten. Es finden
sich daher in allen Artikeln zuerst Angaben über die Abstammung und das natürliche
Vorkommen, darauf über die Herstellung, Eigenschaften und Verwendung der Waren,
bisweilen auch über etwaige Verfälschungen und deren Erkennung, zum Schluß folgt
die Besprechung der rechtlichen, der Handels- und der Zoll Verhältnisse. Chemische
Formeln sind grundsätzlich vermieden, Temperaturangaben in Graden Celsius an-
geführt worden.

Trotz der großen Zahl der neu aufgenommenen Gegenstände ist es gelungen,
durch präzisere Ausdrucksweise und knappere Fassung des Textes eine Ausdehnung
des Umfanges zu vermeiden und dem Verleger hierdurch die Verwendung einer
größeren Schrift zu ermöglichen. Wir hoffen, daß das Werk auch in dem neuen
Gewände seine alten Freunde bewahren und neue dazu erwerben möge.

Dresden, im September 1908.

Dr. A. Beythien.

Ernst Dreßler.