﻿Acoi'n

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Adlervitriol

arbeitet. Die Verarbeitung geschieht durch
Schleifen und Polieren, auch werden die A.
zuweilen gefärbt, sowie andere Steine, nament-
lich Chalzedon, Onyx, Karneol, Krokydolith,
mit verarbeitet. Alle diese Waren gehen ge-
wöhnlich unter dem Namen Achatwaren,
die fast in der ganzen Welt, namentlich aber
in Nordamerika, Absatz finden. Die gefärbten
A. werden besonders im Orient als Mekka-
steine verkauft. — Zoll: Roher Achat zoll-
frei, im bearbeiteten (geschliffenen usw.) Zu-
stande ohne Fassung 60 M., als Schmuck
gefaßt 600 M.

Acoin, ein von der Firma Heyden her-
gestelltes Derivat des Guanidins, welches als
Anästhetikum empfohlen wird und vor dem
Kokain gewisse Vorzüge haben soll. — Zollfrei.

Aconitin (Akonitin, lat. Aconitinum, frz.
und engl. Aconitine) findet sich neben anderen
Alkaloiden besonders in dem Kraut und den
Knollen des Eisenhutes (A. napellus), aus wel-
chen es früher durch Extraktion mit warmem
Alkohol unter Zusatz von Schwefelsäure und
nachherige Fällung mit Alkalien dargestellt
wurde. Da hiermit eine teilweise Zersetzung
verbunden ist, extrahiert man jetzt in der
Kälte und ersetzt die Schwefelsäure durch
Weinsäure. Die im Handel vorkommenden
Sorten bestehen nicht aus dem reinen A.,
sondern aus einem Gemisch mehrerer Alka-
loide. Das sog. Deutsche A. von Aconitum
napellus enthält neben Akonitin meist Pikro-
Akonitin und Akonin. Ihm ähnlich ist das
Französische A. (A. gallicum), während
das Englische A. (A. anglicum) von Aco-
nitum ferox hauptsächlich aus Pseudo-A.
besteht. In neuerer Zeit hat man versucht,
die außerordentlich verschieden wirksamen
Präparate in anderer, mehr wissenschaftlicher,
Weise zu klassifizieren, und unterscheidet jetzt:
Amorphes Akonitin, welches dem fran-
zösischen und deutschen A. entspricht, Kri-
stallisiertes A., welches in Form schöner
Kristalle erhalten wird, und das ebenfalls
kristallisierte Pseudo-A. Im Hinblicke auf
die z. T. recht geringe Wirksamkeit der
amorphen Sorten wäre es erwünscht, wenn
nur noch kristallisiertes A. bzw. Pseudo-A.
verordnet würden. Das reine A. bildet farb-
lose, bei 190—198° schmelzende Tafeln, welche
in Wasser schwer, in Alkohol, Äther, Chloro-
form und Benzol leichtlöslich, in Petroläther
unlöslich sind. Die wässrige Lösung zeigt
einen scharfen, brennenden Geschmack, re-
agiert schwach alkalisch und ist linksdrehend.
Das A. wird von konz. Schwefelsäure und
Salpetersäure ohne Färbung gelöst und gibt
mit den meisten allgemeinen Alkaloldreagen-
tien charakteristische Niederschläge. Das
Pseudo-A. unterscheidet sich von ihm durch
das Verhalten gegen Vanadin-Schwefelsäure,
wobei eine violettrote Färbung auftritt. Das
A., sowie die verschiedenen Präparate des-
selben sind äußerst starke Gifte. Sie finden
innerlich wie äußerlich medizinische Anwen-
dung gegen Gelenkrheumatismus, Neuralgie
usw., und müssen unter den direkten Giften
aufbewahrt werden. — Zollfrei.

Acopyrin (Azetopyrin, Azetylsalizyl-
saures Antipyrin) wird gegen Fieber und
Gelenkrheumatismus verordnet.

Acori, eine seltene blaue Korallensorte von
der afrikanischen Küste. — Zoll: roh zoll-
frei; bearbeitet, durchbohrt 60 M.; gefaßt als
Schmuck 600 M.

Acridinfarbstoffe. Unter diesem Namen
faßt man eine Anzahl Farbstoffe zusammen,
welche sich vom Acridin, bzw. Phenylacridin
(Chrysanilin) ableiten. Phosphin (Chrysani-
lin-Nitrat), aus den Nebenprodukten der Fuch-
sinfabrikation bereitet, färbt Seide, Wolle und
Baumwolle goldgelb, wird aber heute nur
noch als sog. Ledergelb zum Färben von
Leder benutzt, Benzoflavin zum Gelbfärben
von Baumwolle, Acridingelb für Seide und
Baumwolle. — Zoll: s. Anilinfarben.

Actol (Milchsaures Silber), ein licht-
empfindliches weißes Kristallpulver, wird zur
Desinfektion von Wunden und Verbandstoffen
(Catgut, Seide) benutzt. — Zollfrei.

Adamsäpfel (Paradiesäpfel, frz. Pomme
d’Adam, engl. Adams apple) nennt man
1. eine besondere Art der Zitronen von gelber
bis grüner Farbe, dicker Schale und mehreren
Eindrücken am oberen Ende. Diese Früchte
werden von Italien aus in Kisten von 190 bis
200 Stück Inhalt versendet, wobei jede ein-
zelne mit Papier und Werg umwickelt ist.
Außerdem liegen kleine grüne, mit Fäden
umwundene Zweige (Chodes) und 2,5—3 m
lange Palmenzweige dabei und zwar so viel,
als die Kiste Früchte enthält. Die Juden
verwenden diese Dinge zur Ausschmückung
ihrer Laubhütten. 2. die Tomaten (s. d.).
— Zoll: S. Tarif Nr. 51; als Konserven
Nr. 75.

Adiowänsamen (Ajo wansamen), die
Früchte einer in Ostindien heimischen, zu
den Umbelliferen gehörigen Pflanze, Pty-
chotis Ajowan, sind graubraun, eiförmig,
mit je fünf gleichen Riefen versehen und
mit feinen Haaren besetzt. Sie riechen stark
aromatisch und wurden früher als Arznei-
mittel verwendet. Jetzt destilliert man daraus
ein ätherisches Öl, das Adiowänöl, welches
zur Bereitung von Thymol benutzt wird. —
Zoll: Adiowänsamen zollfrei; Adiowänöl 30 M.

Adlervitriol (Salzburger Vitriol, Dop-
pelvitriol, Admonter Vitriol, lat. Cu-
prum sulfuricum medium, frz. Vitriol double,
engl. Eagle-vitriol), eine Mischung aus
Eisenvitriol und Kupfervitriol, in ver-
schiedenen Verhältnissen zusammenkristalli-
siert, wird in der Färberei verwendet. Je
nach dem Kupfergehalte sind entweder 1, 2,
3 oder 4 Adlerzeichen auf dem Faßdeckel
eingebrannt. Den geringsten Kupfergehalt
besitzt 1 Adler. Man unterscheidet: Salz-
burger A., Zweiadler mit 24% Kupfervitriol,
Admonter A. mit 17%, Admonter Zwei-
adler mit 20%, Goslarer A. mit 9%, Grä-
fenthaler A. mit 29%. Der A. wird ge-
wöhnlich durch Oxydation von kupferkies-
haltigen Eisenkiesen dargestellt. — Zoll: S.
Tarif Nr. 296.