﻿Äthylenchlorid

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Agar-Agar

darf daher nicht mit Äthylbromid verwechselt
werden I — Zoll wie bei Äthylbromid.

Äthylenchlorid (Chloräthylen, Elayl-
chlorür, Elaylchlorid, Chloreiayl, öl
der holländischen Chemiker, lat. Äthy-
lenum chloratum, Elaylum chloratum, Oleum
hollandicum, frz. Ether chlorhydrique, engl.
Ethyl Chloride), eine farblose, dünnflüssige öl-
ähnliche Flüssigkeit von süßlichem, äther-
artigem Gerüche und brennendem Geschmacke,
hat ein spez. Gew. von 1,250, ist unlöslich in
Wasser, leicht löslich in Alkohol und Äther,
siedet bei 850 C und brennt mit grüngesäum-
ter Flamme unter Entwicklung von stechend
riechendem Chlorwasserstoffgas. Das Ä. wird
durch Zusammenbringen von Äthylengas (aus
Spiritus und Schwefelsäure zu bereiten) mit
Chlorgas gewonnen und entsteht gewöhnlich
als Nebenprodukt bei der Cliloralbereitung.
Man benutzte es früher wie Chloroform als
Anästhetikum, jetzt nur noch zu Einreibungen.
— Zoll: S. Tarif Nr. 388 und 390.

Äthylgrün, ein ßeit 1866 bekannter Teer-
farbstoff, der aus dem Chlorzinksalze des Brom-
äthylhexamethylpararosanilinchlorwasserstoffs
besteht, kommt als moosgrünes kristallinisches
Pulver in den Handel. Vergl. auch Methyl-
grün. — Zollfrei.

Äthylidenchlorid (Chloräthyliden, Al-
dehydenchlorid, Chloräthylchlorür),
eine brennbare, farblose, chloroformartig rie-
chende Flüssigkeit, von süßem, zugleich pfef-
ferartigem Geschmack, ist schwerer als Wasser,
unlöslich darin, aber löslich in Alkohol und
Äther, und siedet bei 58,5° C. Das Ä. be-
sitzt dieselbe chemische Elementarzusammen-
setzung wie das Äthylenchlorid, unterscheidet
sich aber von diesem durch die verschiedene
Gruppierung der Atome und abweichende
Eigenschaften. Natriummetall bleibt in reinem
Ä. unverändert, während es in Äthylenchlorid
unter Zersetzung des letzteren in Chlornatrium
verwandelt wird. Das Ä. wird zuweilen als
Anästhetikum verwendet. Man gewinnt es als
Nebenprodukt bei der Chloralbereitung und
trennt es von dem bei 99° siedendem Chloral
und dem Äthylchlorid durch fraktionierte
Destillation.. — Zoll: S. Tarif Nr. 388 u. 390.

Äthyljodid (Jodäthyl, lat. Äther jodatus,
frz. Jodure d’öthyle, engl. Ethyl jodide), eine
farblose, ätherisch riechende Flüssigkeit vom
spez. Gew. 1,946 und dem Siedepunkte 72°,
wird durch Erwärmen von Jod mit Alkohol
und amorphem Phosphor dargestellt und durch
Schütteln mit Wasser und nachfolgende Rek-
tifikation über Kalziumchlorid gereinigt. Es
muß in vollgefüllten, gut verschlossenen Ge-
fäßen an dunklen Orten aufbewahrt werden.
Ein durch Jodausscheidung gelb gewordenes
J. kann durch Natriumthiosulfat wieder ent-
färbt werden, hingegen sind braune Präparate
zu verwerfen. Das J. findet in der Farben-
fabrikation, sowie zu medizinischen Zwecken,
gegen Rheumatismus, Syphilis und Skrofulöse
Anwendung. — Zoll: S. Tarif Nr. 388 u. 390.

Affenbrotbaumrinde (Baobabrinde, lat.
Cortex adansoniae, frz. Ecorce d’adansonie,
engl. Adansonic bark), die Rinden des zu den

Bombaceen gehörigen Affenbrotbaumes,
Adansonia digitata, aus den heißen
Gegenden Afrikas, bildet flache rinnenförmige
Stücke aus leicht von einander trennbaren
Schichten. Die äußere Rinde (Korkschicht)
ist rauh, warzig, von grauer Farbe, die innere
Fläche rotbraun. Auf dem Querschnitt er-
scheint die Rinde rot und weiß gestreift. Der
Geschmack ist herb und bitter. Die A. galt
im Arzneischatz jahrelang für veraltet, ist aber
neuerdings wieder aufgetaucht. Sie enthält
einen roten Farbstoff und einen weißen, kri-
stallinischen Stoff, das Adansonin. Das
Mark der Früchte des Baumes schmeckt
säuerlich und wird von den Eingeborenen
genossen. Die getrockneten und zerriebenen
Blätter, Alo oder Lalo genannt, werden
von den Negern unter die meisten Speisen
gemischt. Die von Angola ausgeführte A.
wird als Material für die Papierfabrikation
verwendet. In Mittelafrika heißt dieser Baum:
Vinka, in Südafrika: Mowana, in Abes-
sinien: Dinna oder auch Talbadie. —
Zollfrei.

Affichenpapier (frz. Papier ä affiches, engl.
Placard paper) nennt man ein meist farbiges,
aber auch weißes, dünnes Papier von großem
Format zum Druck von Anzeigen und Be-
kanntmachungen, welche an Säulen und
Häuser angeklebt werden sollen. — Zoll: Je
nach der Herkunft und Art des Papiers zoll-
frei, oder Zoll bis 10 M.

Agallocheholz (Adlerholz, Paradies-
holz, Aloeholz, frz. Bois aigle, engl. Satin
wood). Diesen Namen führen drei verschie-
dene Holzarten, die jedoch in unserem Handel
fast nicht mehr Vorkommen. Alle drei zeich-
nen sich durch einen starken, aber verschie-
denen Geruch aus, weshalb man diese Hölzer
in Ostindien als Räuchermittel benutzt. Die
eine Sorte ist dicht, sehr schwer, und von
rötlichbrauner Farbe, stammt von Excoe-
caria Agallocha und wird auch Colam-
bacholz genannt. Eine zweite Sorte, von
Aquilaria Agallochum, ist dunkelbraun
und bitter und die dritte, die Aquila brava
der Portugiesen, von Aquilaria malac-
censis aus Sumatra und der Plalbinsel Ma-
lakka, besitzt eine schmutzig gelbe bis grün-
liche Farbe. ■— Zollfrei.

Agalmatolith (Bildstein, frz. Pagodite,
engl. Steatite), ein hauptsächlich in China vor-
kommendes, leicht zu bearbeitendes Mineral
von grünlich-grauer bis gelber und fleisch-
roter Farbe, wird zur Herstellung von Bild-
werken benutzt. A. findet sich auch bei Na-
gyag in Siebenbürgen. — Zoll: S. Tarif im
Anh. Nr. 234 (zollfrei); die Bildwerke daraus
Nr. 690.

Agar-Agar (Agger - Agger, Ceylon
Moos, Jaffna Moos, frz. Mousse de Cey-
lon, engl. Ceylon Moss). Unter dem Namen
Agar-Agar kommen im Handel verschiedene
aus getrockneten ostindischen Meeresalgen
bestehende Produkte vor. Aus der Alge,
Fucus amylaceus, wird zunächst eine Gal-
lerte hergestellt und auf heißen Metallplatten
getrocknet, und bildet leichte, weißlich gelbe,