﻿Agaricin

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Alabaster

der Seele des Gänsekiels ähnliche Stäbchen.
Eine andere Art ist die in viereckigen Stangen
unter dem Namen T jen-T jan in den Handel
kommende. Verwendet wird Agar-Agar als
Ersatz der Gelatine zu Speise- und Appretur-
zwecken, ferner in der Bakteriologie als Nähr-
boden. Die eßbaren Vogelnester der Salanga-
schwalbe sind aus der Alge hergestellt. —
Zoll: 5;M.

Agarizin, Bestandteil des Lärchenschwamms,
weißes kristallinisches Pulver, welches als
schweißbeschränkendes Mittel Anwendung
findet. — Zollfrei.

Agathin, eine Verbindung von Salizylalde-
hyd mit Methylphenylhydrazin, wird gegen
Rheumatismus und Neuralgie verordnet. Vor-
sichtig, vor Licht geschützt, aufzubewahren 1
— Zollfrei.

Agurin ist ein harntreibendes Mittel aus
Theobromin und Natriumazetat. — Zollfrei.

Ahornholz (frz. Erable, engl. Maple). Das
Holz der verschiedenen Arten von Ahorn-
bäumen (Acer) wird zu feinen Tischler- und
Drechslerarbeiten verwendet, teils geschnitzt,
teils zu Furnieren. — Zoll: Je nach der Be-
schaffenheit, ob roh, gespalten oder bearbeitet,
s. Tarif Nr. 74ff., Furniere Nr. 616ff.

Ahornzucker (frz. Sucre d’ürable, engl.
Maple-sugar) wird in Nordamerika aus dem
Safte des Zuckerahorns (Acer saccha-
rinum) gewonnen und ist mit Rohr- oder
Rübenzucker identisch. Die Fabrikation von
A. und Sirup hat sich besonders in Kanada
außerordentlich entwickelt und wird im Jahre
1907 voraussichtlich 20 Millionen Pfund be-
tragen haben. — Zoll für Ahornsaft 40 M.

Ailanthholz (Anghikaholz, Götter-
baumholz), das Holz vom Götterbaum,
Ailanthus glandulosa, einem Baume Ost-
asiens, jetzt in Deutschland akklimatisiert.
Das A. ist sehr hart, von rötlicher Farbe,
mit breiten goldgelben oder dunkelroten, auch
grünlichen Adern. Die Raupe des Ailanthus-
spinners, die in China die Seide liefert, hält
sich gern auf dem Baume auf. Das Holz
erhält man in Bohlen von 0,5 bis 1 m Länge
und gegen 20 cm Stärke. Es nimmt eine
schöne Politur an. — Zoll: S. Tarif Nr. 615ff.

Airol, Airoform, Airogen (Wismuth-
oxyjoditgallat), ein graugrünes Pulver,
wird als geruchloser Jodoformersatz benutzt.

:— Zollfrei.

Airy’s Präparate, Geheimmittel von Rich-
ter in Rudolstadt: Calming Pastills, Ta-
bletten aus Zucker, Anis, Lackritzen. Ex-
tern Embrocation, kampferartige Tink-
tur. von Seidelbast- und Cascarilla-Rinde.
Pain-Expeller, Paprikatinktur mit Seife,
Ammoniak und ätherischen ölen. Pills for
the cough, Pillen aus Sternanis und Mor-
phin. Sarsaparillian, alkoholisches Ex-
trakt aus Sarsaparille, Chinarinde und Jod-
~ ZolI: S- Tarif Nr- 389.

AkaroTdharz (Erdschellack, lat. Resina
Acaroidis, frz. Gomme de Botanybay, engl.
Botany-bay-gum, Grass-tree-gum). Diesen Na-
men führt ein aus Australien kommendes
Harz, von welchem man zwei Arten unter-

scheiden kann. 1. Das rote A. stammt von
der Xanthorrhöa australis, aus deren
Stamm es ausschwitzt und denselben in Lagen
von 2—4 cm Dicke bedeckt. Es besitzt eine
rote bis braunrote Farbe, orangefarbigen
Strich und lebhaften Glanz. Auf dem Bruche
zeigt es zahlreiche Zellgewebsreste, der Ge-
ruch ist schwach benzoeartig, der Geschmack
unangenehm, nebenher an Zimt erinnernd.
Die untere Seite der Stücke ist grauweiß.
Von dem ähnlichen Drachenblut läßt sich
das rote A. leicht dadurch unterscheiden, daß
es sich nur unvollkommen in Äther löst.
2. Das gelbe A. von Xanthorrhöa ha-
stilis erhält man in länglichrunden, bis 3 cm
im Durchmesser haltenden Stücken von tief-
braunroter Farbe, die auf dem Bruche gelb
sind und auch ein gelbes Pulver geben. Es
ist ziemlich hart, läßt sich mit dem Finger-
nagel nur schwer ritzen, besitzt einen an-
genehmen benzoeartigen Geruch und aro-
matischen, etwas süßlichen Geschmack. —
Beide Sorten enthalten außer verschieden-
artigen Harzsäuren, Zimtsäure, Benzoesäure
und ein ätherisches Öl. — Man benutzt sie
zur Darstellung gefärbter Weingeistlacke, von
Harzseifen und zum Leimen des Papiers.
Früher fertigte man auch Pikrinsäure daraus.

•— Zollfrei.

Akazienholz (Acacienholz, Robinien-
holz, frz. Bois d’acacie, engl. Acacia wood).
Das Holz der in Nordamerika heimischen,
bei uns jetzt überall verbreiteten Robinia
Pseudacacia ist gelblich, feinkörnig, bieg-
sam, zäh und fest, läßt sich gut polieren und
leicht färben, widersteht der Fäulnis und
dem Wurmfraße sehr gut. Unter Wasser
hält es sich von allen Holzarten am besten.
In Europa benutzt man es zu Tischler- und
Drechslerarbeiten, namentlich auch zu Rad-
speichen, Radkämmen, Weinpfählen und
Hammerstielen, in Amerika auch zum Schiffs-
bau, namentlich zu Schiffsnägeln (bis 75 cm).
— Zoll: S. Tarif Nr. 74ff., Holzwaren
Nr. 615 ff.

Akkumulatoren (Accumulatoren), Ap-
parate, welche dazu dienen, die von einer
galvanischen Batterie oder einer Dynamo-
maschine entwickelte Elektrizität aufzunehmen
und aufzuspeichern, um sie zu beliebiger Zeit
wieder verwerten zu können. Im Hinblick auf
das hohe Gewicht der meist aus Blei be-
stehenden A., welches ihre Verwendung für
Kraftwagen erschwert, bemühen sich verschie-
dene Erfinder, besonders Edison, Kompo-
sitionen aus leichteren Metallen, Nickel- und
Silberperoxid, zu konstruieren; wie es scheint,
bis jetzt ohne endgültigen Erfolg. Zoll:
S. Tarif Nr. 907 ff.

Alabaster (frz. Alabätre, engl. Alabaster).
Diesen Namenführen die feinkörnigen, weißen,
mehr oder weniger durchscheinenden Arten
des natürlichen wasserhaltigen Schwefel-
säuren Kalkes (Kalziumsulfates) oder
Gipses. Der schönste wird zu Voltera bei
Florenz und bei Sestri unweit Genua ge-
brochen, nächstdem liefern Tirol, Thüringen,
Schlesien, Württemberg, das Amt Lieben-