﻿Albargin

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Albumin

Wirksamkeit tritt. In der Papierfabrikation
dient es zum „Leimen“, in der Gerberei zum
Weißgarmachen der Häute, in der Kattun-
druckerei und in der Zeugfärberei zum Beizen.
Ferner wird es benutzt zum Wasserdicht-
machen von Zeugstoffen, die nachher durch
Ölsäure gezogen werden, zum Klären von
Flüssigkeiten usf. In vielen Fällen muß der
A. vollkommen frei von Eisen sein, welches
er in geringer Menge häufig enthält. Man
erkennt dessen Gegenwart mittels Blutlaugen-
salz (Blaufärbung). In der Färberei undWeiß-
gerberei benutzt man jetzt vielfach statt des
A. die schwefelsaure Tonerde selbst (siehe
Schwefelsäure). Diese wird daher auch oft
als „konzentrierter Alaun“ bezeichnet. —
Ammoniakalaun (Alumen amoniacale) wird
entsprechend dem Kalialaun hergestellt, in-
dem Aluminiumsulfat statt mit Kaliumsulfat
mit Ammonsulfat versetzt wird. Er enthält
49,62°/o Kristallwasser, ist leichter als der
gewöhnliche Alaun in kaltem Wasser löslich
und wird wie dieser verwendet. Der Gehalt
an wasserfreiemAluminiumsulfat beträgt beim
Kalialaun 10,8°/o, beim Ammoniakalaun ll,9°/o
und beim sog. konzentrierten Alaun (s. o.)
15,4%. Ammoniakalaun, welcher übrigens
häufig ein Gemisch mit Kalialaun ist, gibt
beim Behandeln mit Ätzkali den stechenden
Geruch nach Ammoniak (Salmiakgeist). —
Natronalaun wird nur selten benutzt, da
er schnell verwittert, zunächst trübe wird und
schließlich zu einem weißen Pulver zerfällt. —
Der Chromalaun, in welchem das Alumi-
nium durch Chrom ersetzt ist, wird vielfach
als Abfallprodukt der Teerfarbenfabriken,
welche die Chromsäure als Oxydationsmittel
benutzen, erhalten und in der Färberei und
Gerberei verwendet. Er besteht aus bei auf-
fallendem Lichte fast schwarzen, bei durch-
fallendem Lichte dunkelroten Kristallen (Ok-
taedern), die sich in Wasser mit violetter
Farbe lösen. — Zoll: S. Tarif Nr. 298/299.

Albargin, eine Verbindung von Silbernitrat
mit Gelatose, wird durch Versetzen von dialy-
sierter Gelatine mit Silbernitrat und Fällung
mit Alkohol als ein gelbliches Pulver ge-
wonnen. Anwendung gegen Tripper und in
der Wundbehandlung. — Zoll: S. Tarif Nr.388.

Albers Cholerapulver. Gemisch von 10 T.
Zucker, 5 T. Ammoniumkarbonat und 1 T.
Kampfer. — Zoll: S. Tarif Nr. 389.

Alberts Rernedy ist eine mit 10% Jod-
kalium versetzte Colchikumtinktur. — Zoll:
S. Tarif Nr. 389.

Albit (frz. Albite) ist Natronfeldspat oder
triklinischer Feldspat, ein Mineral, welches
ebenso wie Kalifeldspat in der Porzellanfabri-
kation Verwendung findet und 11% Natron
enthält. Der A. ist meist farblos oder weiß,
seltener gefärbt. — Zollfrei.

Albocarnit, ein borsäure- und kochsalz-
haltiges Fleischkonservierungsmittel. Nach
neuen Fleischbeschaugesetz verboten!

AlDoferrin, Eiweißpräparat mit 0,6% Eisen
für Blutarme.

Albolith (Abolith) nennt man ein aus
Magnesiumoxychlorid bestehendes Präparat,

das zur Herstellung eines schützenden An-
strichs auf Mauern, Holz, Gips- und Kalk-
wände benutzt wird.

Albumin (Eiweiß, lat. Albumen, frz. Al-
bumine, engl. Albumen, Albumine) findet sich
in 4 verschiedenen Modifikationen, als Eier-,
Serum-, Milch- u. Pflanzenalbumin. Im Handel
hat man fast nur die ersten beiden. Das
Eieralbumin wird aus den Hühnereiern,
seltener aus Gänse- und Enteneiern gewonnen,
indem man möglichst frische Eier vom Dotter
trennt und durch ein feines Seidensieb streicht.
Zur Abscheidung der noch vorhandenen Reste
der Dotter gibt man auf je 100 1 Eiweiß
250 g Essigsäure und 250 g Terpentinöl
unter Umrühren hinzu, überläßt es 1—-lVa Tag
der Ruhe, wobei das Terpentinöl die Dotter-
teile aufnimmt und in die Höhe steigt. Man
zieht nun vorsichtig die darunter befindliche
klare Flüssigkeit ab, welche zu Prima-Albumin
verarbeitet wird. Aus dem Rückstand wird
durch sorgfältiges Dekantieren ein Sekunda-
Albumin erhalten. Das Verdampfen und
Trocknen des mit Ammoniak abgestumpften
Eiweißes geschieht in flachen Porzellanschalen,
bei Temperaturen unter 35°, weü sonst Ge-
rinnung eintritt und infolgedessen ein unlös-
liches Produkt erhalten wird. 100 Eier liefern
durchschnittlich 2400 g Eiweiß. Das käuf-
liche A. stellt eine gelbliche, leicht zerreib-
liche, fast geruchlose Masse dar, die schwach
alkalisch reagiert und sich in Wasser trübe
löst. Das reine Eiweiß der D. A. B. soll nur
schwach gelblich gefärbt sein, sich in 20 Tei-
len Wasser lösen und neutrale Reaktion be-
sitzen. Ferner darf es kein Dextrin oder
Gummi enthalten, sowie nicht mehr als 5%
Asche hinterlassen. Von großer Wichtigkeit
ist es, daß das A. sich vollständig in Wasser
löst, da es in der Industrie nur in Lösung ver-
wendet wird. — Das Serum-Albumin, auch
Blut-Albumin erhält man aus dem Blute der
geschlachteten Tiere, indem dieses sofort in
Zinkwannen aufgefangen und bis zur Gerin-
nung, d. h. der Scheidung in Blutserum und
Blutkuchen im Schlachtlokal belassen wird.
Hierauf werden die Blutkuchen auf Metall-
sieben von dem Serum getrennt. Behufs mög-
lichst guter Ausbeute werden die Blutkuchen
in 2 cm große Würfel zerschnitten. Das frei-
willig abfließende Serum ist fast ungefärbt
und liefert das beste Eiweiß. Geringere Sor-
ten erhält man durch Ausziehen des zurück-
bleibenden Blutkuchens mit Wasser. Die Lö-
sungen des Serumeiweißes werden dann
entweder direkt (Naturalbumin) oder nach
Behandlung mit Essigsäure und Terpentinöl
(Patentalbumin) unter denselben Vorsichts-
maßregeln wie das Hühnereiweiß einge-
trocknet. Das Bluteiweiß ist dunkler ge-
färbt als ersteres und oft sogar von brauner
Farbe. Zur Darstellung von 1 kg Blut-
albumin ist das Blut von 2V2 Rindern, 17 Käl-
bern oder 10 Hammeln erforderlich. Die
Wertbestimmung des A. erfolgt am besten
durch Ermittelung des Stickstoffgehaltes und
Multiplikation mit 6,25. Verfälscht wird das
käufliche A. häufig mit Gummi, Dextrin, Tra-