﻿Albuminpapiere

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Alerceholz

gant und Leim. Die Versuche, A. aus Fisch-
rogen herzustellen, haben zu keinem gün-
stigen Resultate geführt, da dieses Produkt
stark fetthaltig ist. Der Handelswert der als
Klärmittel und in der Färberei benutzten A.
hängt von deren Löslichkeit im Wasser und
der Fähigkeit beim Erhitzen auf 75° zu ge-
rinnen, ab, ferner von der Eigenschaft, durch
Gerbstoff gefällt zu werden. Das Eiereiweiß
und noch mehr das Serumeiweiß finden in
großen Mengen technische Verwertung zur
Klärung von Flüssigkeiten, namentlich in den
Zuckerraffinerien, zur Herstellung photogra-
phischer Papiere, mit Kalk gemischt als Kitt-
mittel, in der Kattundruckerei zum Befestigen
unlöslicher Farben auf der Faser, zum so-
genannten Animalisieren in der Baumwoll-
färberei usw. In der Pharmazie wird das A.
benutzt zur Darstellung des Eisenalbumins
(Liquor ferri albuminati). Das Milch-
albumin (Lactalbumin) ist in geringen Men-
gen in der Milch enthalten und koaguliert
zwischen 72—84° C. Das Pflanzenalbumin
findet sich in allen Pflanzensäften, meist je-
doch nur in sehr geringer Menge. In seinen
Eigenschaften entspricht es im wesentlichen
dem Eieralbumin. — Zollfrei.

Albuminpapiere (Photographische Pa-
piere, frz. Papiers albumineux, engl. Albu-
menized papers), nennt man feine Papiere,
welche auf der einen Seite mit einem ganz
gleichmäßigen glatten Überzug von ge-
reinigtem Hühnereiweiß (Eieralbumin) ver-
sehen sind und zur Aufnahme photo-
graphischer Bilder (Positive) dienen. Zu die-
sem Zwecke werden die Papiere sensibilisiert,
lichtempfindlich gemacht, was durch Silber-
salze geschieht. Man hat diese A. teils weiß,
teils in verschiedenen blassen Farbtönen von
rosa, bläulich, violett und grau. Ferner wird
zwischen einfach und doppelt albumi-
nierten Papieren unterschieden. Letztere heißen
auch Brillant-A. In der Anfertigung dieser
Papiere nimmt Deutschland unbestritten die
erste Stelle ein. Große Fabriken finden sich
vor allem in Dresden. —■ Zoll: 10 M.

Alcarrazas (Kühlkrüge, Kühlflaschen)
sind poröse Gefäße aus schwach gebranntem,
unglasiertem Ton, welche in südlichen Län-
dern zum Kühlhalten von Trinkwasser dienen.
Man findet sie namentlich in Ägypten, Spa-
nien, Westindien und Ostindien, sie werden
aber auch in Deutschland und Frankreich ge-
fertigt. Die kühlende Wirkung beruht darauf,
daß das durch die Poren der Gefäßwandung
gedrungene Wasser an der Oberfläche, be-
sonders im Luftzuge schnell verdunstet und
dadurch Wärme bindet. — Zoll: S. Tarif
Nr. 721 ff.

Aldehyd (lat. Aldehydum, frz. Aldehyde),
auch Azetaldehyd, gewöhnlicher A. von
seinem Entdecker Liebig nach den Anfangs-
buchstaben von Alkohol und Dehydrogenatus
(wasserstoffberaubt) benannt, findet sich im
Runkelrübenspiritus, im rohen Holzgeist und
im Vorlauf des mit Holzkohle entfuselten
Spiritus. Im großen wird er dementsprechend
bei der Reinigung von Rohspiritus durch

Holzkohle gewonnen, wobei die in den Kohlen-
poren kondensierte Luft oxydierend auf einen
Teil des Alkohols wirkt. Dieser bei der De-
stillation zuerst übergehende Teil wird be-
sonders aufgefangen (Vorlauf) und liefert
bei der fraktionierten Destillation den so-
genannten technischen A. Den reinen A.
stellt man gewöhnlich durch Oxydation des
Alkohols mittels Braunstein oder Kalium-
chromat und Schwefelsäure dar. A. ist eine
farblose leicht bewegliche Flüssigkeit von er-
stickendem Geruch, welche bei 21° C siedet
und bei 0° ein spez. Gew. von 0,8009 besitzt.
Mit Wasser und Alkohol ist A. in jedem Ver-
hältnis mischbar, nimmt aus der Luft leicht
Sauerstoff auf und oxydiert sich zu Essigsäure.
Wie alle A. wirkt er reduzierend und scheidet
aus ammoniakal. Silberlösung einen Silber-
spiegel ab. Im Handel unterscheidet man
technischen A. (venale) und chemisch reinen
A. (absolutum). Letzterer ist sehr teuer und
findet nur zu wissenschaftlichen Zwecken Ver-
wendung. In der Farbentechnik wurde früher
der A. zur Darstellung des sog. Aldehydgrüns
benutzt, jetzt dient er zur Gewinnung von
Chinaldin und Chinolingelb. — Zoll: S. Tarif
Nr. 351.

Ale (spr. Ehl) ist ein englisches obergäriges
Nationalbier, von welchem man zwei Haupt-
sorten unterscheidet, nämlich bitteres A.,
auch India-Ale oder Pale-Ale genannt,
welches vorzugsweise in England konsumiert
wird, und mildes A. oder Scottish-Ale,
das in Schottland vorgezogen wird. Zum Ex-
port, namentlich nach heißen Ländern, eignet
sich nur die erstere, sehr stark gehopfte Sorte.
AußerdiesenbeidenHauptsorten unterscheidet
man noch je nach den Orten, wo dasselbe ge-
braut wird, verschiedene Untersorten, so z. B.
London-Ale, Bourton-Ale, Leeds-Ale.
Gutes A. hat eine blaßgelbe Farbe, moussiert
stark und zeichnet sich durch seine Klarheit
aus. Nach einer Analyse des Dresdner Unter-
suchungsamtes enthielt Pale-Ale von Bass
& Co. 5,8°/o Alkohol, 4,64% Extrakt, ent-
sprechend 15,66% Stammwürze und 70,35%
Vergärungsgrad, 0,29% Mineralstoffe, 0,17%
Milchsäure, 0,65% Maltose, 0,49% Eiweiß-
stoffe, 0,13% Glyzerin. Ingwer-Ale von
Belfast ist A., welches einen Auszug von
Ingwerwurzel enthält. — Zoll: S.Tarif Nr. 186.

Alemanns Vegetable-Bathing Prepareds,
ein aus 30 g Paprika und 1 g Roßkastanie be-
stehendes Geheimmittel, vor welchem der Rat
zu Dresden eine öffentliche Warnung erlassen
hat. — Zoll: S. Tarif Nr. 389.

Alerceholz ist das Holz eines in Chili
wachsenden, zu den Koniferen gehörigen
Baumes (Fitzroya patagonica), dessen
Stamm oft eine sehr bedeutende Dicke er-
reicht. Die Stämme werden gewöhnlich im
Walde selbst zerschnitten, da die Wege zum
Transport zu schlecht sind. Das Kernholz ist rot,
der Splint weiß und dünn, das Holz kommt
jedoch gewöhnlich ohne den Splint in den
Handel. Das A. ist sehr dauerhaft, zieht und
wirft sich nicht und läßt sich leicht spalten.
Ausfuhrhafen für Alercebretter ist Puerto