﻿Aleuritesöl

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Alizarin

Mont, von wo sie nach Coquimbo, Valparaiso
und Peru gelangen. In Chili wird auch das
Harz dieses Baumes (Alerceharz) zur Be-
reitung von Lacken benutzt. — Zoll: S. Tarif
Nr. 74 ff. und Nr. 615 ff., Lack s. Nr. 341 ff.

Aleuritesöl, das fette Öl der Candle- oder
Bankulnüsse, welche auf den Molukken
gegessen werden, wird in Japan und China
gewonnen und als Zusatz zu Leinöl und Firnis
benutzt. Die Eingeborenen der Südseeinseln
benutzen das öl zu Leuchtzwecken. — Zoll:
S. Tarif Nr. 166 ff.

Aleuronat nennt die Firma Hundhausen
ein gelblich - weißes, pulverförmiges Nähr-
präparat aus Weizenkleber, welches bei 13
bis 14°/o Stickstoffgehalt ein nahezu reines
Eiweiß darstellt. A. findet als Kräftigungs-
mittel zur Erhöhung des Stickstoffgehaltes
der Nahrung, sowie zur Herstellung von Di-
abetikerbrot Anwendung. Einige in Dresden
hergestellte Aleuronatbrote enthielten 18
bis 19°/o Stickstoffsubstanz. — Zollfrei.

Alfa (Haifa, Sparto, Espartofaser),
ein Faserstoff, der aus der in Marokko, Tunis
und Algier in großer Menge wachsenden und
auch in Plantagen kultivierten Stipa tena-
cissima, einer Grasart, gewonnen wird und
dort einen bedeutenden Ausfuhrartikel bildet,
dient in Spanien, Italien und Österreich zur
Korbflechterei und als Durchzugsstroh der
Virginiazigarren, die grobe Faser zu Seiler-
arbeiten, Fischernetzen, die feine gebleichte
Faser, namentlich in England und Spanien
zur Papierfabrikation. Schon seit Jahrhun-
derten werden ferner aus den festen Fasern
Gebirgsschuhe (calzei spartei) verfertigt.
Die Faser wird nicht aus dem Halme, sondern
aus den zylindrisch gestalteten Blättern ge-
wonnen. Sie ist grüngelblich glanzlos, rauh
im Anfühlen und im Vergleiche mit den ge-
wöhnlichen Spinnfasern steif. — Zoll: Faser-
stoff 3 M. Espartogras: zollfrei.

Alfenid (frz. Alfenide, engl. Argentan)
nennt man Legierungen aus Kupfer, Zink und
Nickel, also eine Art Neusilber. Die nickel-
reicheren besitzen eine sehr schöne weiße
Farbe, die nickelärmeren werden gewöhn-
lich galvanisch versilbert. — Zoll: S. Tarif
Nr. 863 ff.

Algarobilla (Algarovilla), Hülsenfrüchte
mehrerer südamerikanischer Pflanzen (Inga
Marthae, Prosopis Algarobo, Caesalpinia me-
lanocarpa, Balsamocarpum brevifolium usw.),
deren kleine linsenförmige schwärzliche Boh-
nen wegen ihres hohen Gerbstoffgehaltes
(bis zu 80°/o) zum Schwarzfärben und in der
Tintenfabrikation verwandt werden. Die Ware
kommt in Säcken von 75 kg zum Verkauf. —
Zoll 3 M.

Algiermetall, eine weißglänzende, ziemlich
leicht schmelzbare und sehr gußfähige Le-
gierung, aus 94,5 °/o Zinn, 5% Kupfer und 0,5
Antimon, oder aus 7 Teilen Zinn und 1 Teil
Antimon, wird zu Tischglocken, Klingeln usw.
verarbeitet. — Zoll: S. Tarif Nr. 863ff.

insäure), eine eiweißähnliche,
aps Meeresalgen stammende Substanz, wird

als Appreturmittel und zur Herstellung photo-
graphischer Papiere benutzt. ■— Zollfrei.

Alinit, ein graues amorphes Pulver, welches
neben Stärke und Aleuron lebensfähige Kul-
turen des Bacillus megatherium enthält und
als Düngemittel empfohlen wird. Die dem
Mittel nachgerühmte Wirkung, den atmo-
sphärischen Stickstoff zu binden, ist von
anderer Seite bestritten worden. — Zollfrei.

Alizarin (Krapprot, Lizarinsäure, frz.
und engl. Alizarine) heißt der Hauptfarbstoff
der früher besonders in Frankreich angebau-
ten Krappwurzel, von deren orientalischer
Bezeichnung (Alizari) sein Name abgeleitet
ist. Das A. findet sich in der Wurzel nicht
fertig gebildet vor, sondern in Form eines
Glukosides, der Ruberythrinsäure, welche
bei der Behandlung mit Säuren oder durch
freiwillige Fermentation in Zucker und den
Farbstoff zerfällt. Das so erlangte Produkt
enthält neben A. noch einige verwandte Sub-
stanzen, wie Isopurpurin und Flavopur-
purin und wird als „grünes A.“ bezeichnet.
Seine Bedeutung für die Industrie war in dem
Augenblicke vernichtet, als Graebe und
Liebermann 1868 nachwiesen, daß A. ein
sauerstoffhaltiges Derivat des Anthrazens sei,
und ein Verfahren zur künstlichen Darstellung
entdeckten. Das Ausgangsmaterial der Fa-
brikation ist das Anthrachinon, welches
aus dem gereinigten Anthrazen des Stein-
kohlenteers durch Oxydation mit Chromsäure-
mischung gewonnen und durch Erhitzen mit
rauchender Schwefelsäure in Anthrachinon-
monosulfosäure übergeführt wird. Die letztere
liefert bei mehrtägigem Schmelzen mit Ätz-
natron und etwas Kaliumchlorat bei 180 bis
200° unter Druck das Natriumsalz des Oxy-
anthrachinons (Alizarin), welchem wechselnde
Mengen des aus gleichzeitig gebildeter Disulfo-
säure entstandenen Iso- und Flavopurpurins
beigemischt sind. Aus der Schmelze wird
durch Salz- oder Schwefelsäure das A. als
gelber flockiger Niederschlag ausgefällt. In
dieser Form, d. h. als eine feuchte 10 bis
15°/oige Paste gelangt es direkt zum Verkauf,
weil es durch Trocknen an Brauchbarkeit
verliert. Die Paste muß vor Frost geschützt
werden. Das chemisch reine A. ist ein ver-
schieden nuanciertes gelbes Pulver, welches
aus Alkohol in langen, glänzend durchsich-
tigen Nadeln von dunkelgelber Farbe kristal-
lisiert. Die Kristalle verlieren bei 100° ihr
Kristallwasser, schmelzen bei 290° und sub-
limieren unzersetzt. Die Substanz ist fast un-
löslich in kaltem, schwer löslich in heißem
Wasser, leicht löslich in Alkohol, Holzgeist,
Äther und Eisessig mit gelber Farbe, inAl-
kalien mit blauvioletter Farbe. Seiner Kon-
stitution entsprechend verhält sich das A. wie
eine schwache Säure. Es liefert mit Basen
Salze (Krapplacke) und wirkt sonach als
Beizenfarbstoff. Die Verbindungen mit Kalk
und Baryt sind blau, mit Alaun und Zinnsalz
rot, mit Eisenoxydul schwarzviolett und mit
Ch'romsalzen bordeaux bis violettbraun. Die
im Flandel vorkommenden Fabrikmarken ent-
halten neben Alizarin meist wechselnde