﻿Alkanna

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Almandin

von Alkaloiden synthetisch darzustellen.
Nähere Angaben darüber finden sich bei der
Einzelbesprechung der wichtigsten Vertreter.

—	Zollfrei.

Alkanna (Hennah, rote Ochsenzunge,
rote Schlangenwurzel, lat. Radix alcan-
näe, Radix anchusae tinctoriae, frz. Orcanette,
engl. Orchanet), ein Artikel des Drogen-
handels, die Wurzel von Alcanna tinctoria,
einer in den Mittelmeerländern heimischen
Boraginee, die namentlich in Ungarn ange-
baut wird, ist spindelförmig, wenig ästig, um
ihre Achse gedreht, 10—15 cm lang, mit
einer leicht abblätternden, dunkelvioletten bis
braunroten Rinde bedeckt, welche der Träger
des Farbstoffs ist, während der leicht zer-
brechliche Holzkörper auf dem Querbruche
nur gelblichweiß erscheint. Mit dem gleichen
Namen wird die ebenfalls rotfärbende aber
größere Wurzel von Onosma echinoldes
(Lotwurzel) und Emodi, die in Frank-
reich gebraucht wird, belegt, sowie die Wurzel
von Lawsonia inermis, die im Orient
als Hennah zum Rotfärben der Finger-
nägel Anwendung findet. Deutschland bezieht
seinen Bedarf meist aus Ungarn. Anwendung:
Zum Rotfärben von Haaröl, Pomade, Spiritus-
lack. — Zollfrei.

Alkannin (Anchusin), der rote Farbstoff
der Alkanna, in welcher er zu 5—6°/o ent-
halten ist, wird durch Extraktion der Wurzel
mit Benzol und Abdestillieren des Lösungs-
mittels gewonnen und kommt als eine harz-
artige, _ breiförmige Masse in den Handel.
A. ist in Wasser unlöslich, löst sich leicht in
fetten und ätherischen Ölen, sowie in Alkohol
mit prächtig roter Farbe, die durch Alkali
in Blau übergeht. Anwendung wie Alkanna.

—	Zoll: Flüssig 2 M., fest 4 M.

Alkohol (frz. Esprit, engl. Spirit). Dieser
Name bedeutet, wenn ohne jede nähere Be-
zeichnung gebraucht, in der Wissenschaft stets
so viel als Weingeist, Äthylalkohol oder
Spiritus (s. d.). Im Spiritushandel versteht
man unter A. die schlechteste Sorte des rek-
tifizierten Sprits, die nicht zur Bereitung
geistiger Getränke verwendet werden kann,
sondern nur an chemische Fabriken verkauft
wird. — Zoll: S. Tarif 178/179.

Alkohole (frz. Alcools, engl. Spirits), Sam-
melname für eine große Gruppe organischer
Verbindungen, welche mit dem Weingeist
in chemischer Hinsicht gewisse Ähnlichkeit
besitzen und sich wie dieser von Kohlen-
wasserstoffen durch Eintritt von Hydroxyl-
gruppen an Stelle von Wasserstoffatomen
ableiten. Technisch wichtige Alkohole sind:
Äthylalkohol (Weingeist), Methylalko-
hol (Holzgeist), Amylalkohol (Fuselöl),
Phenol, Kresol, Thymol, Menthol,

An6r*n' — Zoll: S. Spezialartikel:

. A,koholfreie Getränke sind Erzeugnisse
einer neuen Industrie, welche der Mäßig-
keits- und Enthaltsamkeitsbestrebung ihren
Ursprung verdanken und als Ersatz der
geistigen Getränke in steigenden Mengen
zum Konsum gelangen. Nach dem Ausgangs-
material unterscheidet man sog. alkohol-

freie Weine und Biere, Getränke aus
Apfelsaft oder anderen Fruchtsäften,
Brauselimonaden und, von geringerer Be-
deutung alkoholfreie Milchgetränke. Die
Glieder der ersten Gruppe, welche auf den
Namen Wein und Bier streng genommen
keinen Anspruch haben, werden durch Steri-
lisieren von Traubensaft oder Bierwürze oder
durch Entgeisten von Bier und Wein her-
gestellt. Die Apfelgetränke bestehen ent-
weder aus dem Safte frischer Äpfel oder aus
Dörrobstextrakten und dürfen im letzteren
Falle nicht als Apfel„saft“ bezeichnet werden.
Brauselimonaden sind Mischungen von kohlen-
säurehaltigem Wasser mit natürlichen Frucht-
säfteh oder auch mit künstlich gefärbtem und
aromatisiertem Zuckerwasser. Nachdem in der
ersten Zeit zahllose geringwertige Kunstpro-
dukte unter hochtrabenden und täuschenden
Bezeichnungen verkauft worden waren, kom-
men neuerdings verschiedene vortreffliche Er-
zeugnisse aus natürlichen Fruchtsäften in den
Handel. Der Alkoholgehalt soll 0,5 Vol.-°/o
nicht übersteigen. — Zoll: S. Tarif 185.

Alkoholometer (frz. Alcoolomötres, engl.
Alkoholometers), Senkwagen oder Aräometer,
die zur bequemen Bestimmung des Alkohol-
gehaltes alkoholischer Flüssigkeiten durch
das spezifische Gewicht benutzt werden. Im
deutschen Reiche sind jetzt nur geaichte
Normalalkoholometer zulässig. Sie werden
aus Glas gefertigt, mit Thermometer versehen
und bilden einen Handelsartikel derjenigen
Firmen, die mit optischen und physikalischen
Apparaten handeln. Fabrikmäßig werden sie
in einigen Orten Thüringens (Mellenbach,
Stützerbach, Manebach), in Berlin usw. ver-
fertigt. — Zollfrei.

Allerheiligenholz ist die in manchen Ge-
genden gebräuchliche Bezeichnung für Bahia-
rotholz. — Zollfrei.

Allerleigewürz ist die Bezeichnung für
eine in manchen Gegenden gebräuchliche
Mischung verschiedener gemahlener Gewürze.
Es besteht gewöhnlich aus Piment, Pfeffer
und Ingwer. Häufig wird auch bloß Piment
dafür gegeben. — Zoll: 50 M.

Allermannsharnisch (Siegwurzel, lat.
Radix victorialis, frz. Racine de victoriale,
engl. Wild broad garlic), ein veralteter Artikel
des Drogenhandels, besteht entweder als
„langer A.“ aus den Zwiebeln von Allium
victorialis oder als „runder A.“ aus den
Wurzeln von Gladiolus communis. —
Zollfrei.

Alligatorleder (Krokodilleder), die ge-
gerbte Haut des amerikanischen Krokodils
oder Alligators (Kaiman, Champsa lucius),
kommt aus Mexiko und Mittelamerika nach
New York und St. Franzisco auf den Markt.
Es ist bräunlichgelb und wird zu Sätteln,
Taschen und Schuhen verarbeitet. Für Stiefel
ist es weniger geeignet, da es wegen seiner
zu geringen Dicke die F euchtigkeit nicht
genügend abhält. — Zoll: S. Tarif Nr. 545ff.

Almandin (Alabandine,orientalischer
Granat), eine der schönsten Sorten Granat
von rubinroter Farbe, s. Granat.