﻿Ambra

Aluminium Verbindungen	16

sind [in Zentralafrika], ebenso für. Kisten
und Kasten). Eine große Rolle spielt das
Aluminium endlich in der Flußeisengewin-
nung, wo es die Blasenbildung verhin-
dert, und im Mitosguß, während in der
„Aluminiumthermie“ vor allem die starke
Wärmeentwicklung, von welcher die Um-
setzung von Aluminiumfeile mit Eisenoxyd
begleitet ist, zur Schweißung von Eisenteilen
benutzt wird. — Von Aluminiumlegie-
rungen sind eine größere Anzahl bekannt,
welche teils zu Schmuckgegenständen, teils
zu Gebrauchsgegenständen und Instrumenten
dienen. Am besten bewährt hat sich wohl
ein Zusatz zu Kupfer (Aluminiumbronze,
Aluminiummessing). Legierungen von A.
mit Magnesium werden Magnalium, solche
die überdies Kupfer enthalten: Partinium
genannt. Metallin undSonnenbronze sind
Kobaltlegierungen, Drittelsilber eine solche
mit Silber; ferner sei noch Aluminiumstahl
erwähnt. — Zoll: In Barren zollfrei, Alu-
miniumwaren s. Tarif Nr. 844—849.

Aluminiumverbindungen. Von der großen
Zahl seien nachstehend nur einige der tech-
nisch wichtigsten Salze angeführt: Alumi-
niumazetat, basisch essigsaure Tonerde ent-
steht durch Behandlung von frisch gefällter
Tonerde mit Essigsäure oder von schwefel-
saurer Tonerde mit Kalzium- oder Bleiazetat.
In Form ihrer wässrigen Lösung wird sie als
Beize für Färberei und Druckerei, zum
Wasserdichtmachen von Geweben und für
medizinische Zwecke angewandt. Alumi-
niumchlorid (A. chloratum, Chloralumi-
nium) durch Glühen von Tonerde und Kohle
im Chlorstrome oder durch Behandlung von
gefällter Tonerde mit Salzsäure erhalten, dient
in wässriger Lösung als Chloralium oder
Chloralum zum Karbonisieren der Wolle.
Aluminiumnitrat (Salpetersaure Tonerde)
entsteht durch Behandlung von Tonerde mit
Salpetersäure und findet als Beize in der
Färberei und Druckerei Anwendung. Alu-
miniumoxalat aus Aluminiumhydroxyd und
Oxalsäure ist ebenfalls eine Kattunbeize.
Aluminiumrhodanid (A. rhodanatum) wird
aus schwefelsaurer Tonerde und Baryum-
oder Kalziumrhodanid dargestellt. Die wäß-
rige Lösung kommt als Beize für Färberei und
Zeugdruck in den Handel. Aluminium-
sulfat stellt man im großen durch Auflösen
von Kryolith-Abfällen oder von Tonerde in
Schwefelsäure und nachfolgende Kristalli-
sation her. Das Salz kommt als ein weißes
Pulver zum Verkauf und wird als Ersatz
des Alauns in der Färberei und Druckerei,
in der Papierfabrikation, sowie zur Darstellung
von essigsaurer Tonerde benutzt. — Zoll: Alu-
miniumazetat, Aluminiumchlorid, Aluminium-
sulfat s. Tarif Nr. 298. Die anderen zollfrei.

Alumnol (/SNaphtoldisulfosaures Alu-
minium) ist ein weißliches Pulver, welches
in Wasser leicht, in Alkohol schwer und in
Äther gar nicht löslich ist. Es löst sich auch
in Glyzerin und findet als antiseptisches und
zusammenziehendes Mittel gegen Tripper,
ferner in der Wundbehandlung, der Gynäko-

logie, zu Spülungen, z. B. als Mundwasser,
und als Antiseptikum medizinische Anwen-
dung. — Zollfrei.

Alunit (Alaunstein, Alaunspat, Alaun-
fels, frz. Alumine sous-sulfatöe alcaline, engl.
Alumstone), ein aus Kaliumaluminiumsulfat
bestehendes Mineral, welches zur Fabrikation
des Alauns benutzt wird. Fundorte: Tolfa bei
Civitavecchio, Pic de Sancy in Frankreich,
Inseln Milo und Argentiera im griechischen
Archipel, Bereghszsasz und Parad in Ungarn,
sowie im Quarzsand bei Wurzen. — Zollfrei.

Alveioz, ein Balsam aus dem Milchsaft
einer brasilianischen Euphorbiacee, der
von Pernambuco als ein gelblich weißer Sirup
in zylindrischen Gläschen von 30—40 g in
den Handel gebracht wird, wirkt hautreizend
und soll zur Behandlung krebsartiger Ge-
schwüre angewandt werden. — Zollfrei.

Amalgam (Quickbrei) nennt man jede
Verbindung eines Metalles mit Quecksilber.
Die A. bilden keinen besonderen Handels-
artikel, sondern werden nur für den augen-
blicklichen Gebrauch hergestellt, z. B. Zinn-
amalgam zum Spiegelbelag, Goldamalgam
bei der Feuervergoldung, Kupferamalgam
gemischt mit Gold oder Silber zu Zahn-
plomben. Natriumamalgam in chemischen
Laboratorien. — Zollfrei.

Amarantholz (Purpurholz, Luftholz,
Violettholz, lat. Lignum purpurinum, frz.
Bois pourpre, engl. Purpled heart), das Holz
der Copaifera bracteata, einer südameri-
kanischen Cäsalpinee. Das dichte, schwere
Kernholz ist pfirsichblutrot bis tief schwarzrot
gefärbt, der Splint hell. Man erkennt es
leicht daran, daß es an siedendes Wasser
keinen Farbstoff abgibt, Unterschied von
Blauholz, und mit Salmiakgeist befeuchtet
schmutzig grün wird. Das A. findet in der
feinen Kunsttischlerei Verwendung. — Zoll:
S. Tarif Nr. 91. 615 ff.

Amazonenstein, ein Halbedelstein von der
Härte 6, wird zu Ringsteinen und eingelegten
Arbeiten verwendet. Er ist eine hellgrün
gefärbte Varietät des Orthoklases (Feld-
spats) und wird am Amazonenstrome und
im Ural gefunden. —- Zoll wie bei Achat.

Ambra (Amber, Graue Ambra, lat.
Ambra grisea, frz. Ambre gris, engl. Amber
gris). Man bezeichnet mit diesem Namen
eine Substanz, die hauptsächlich von Surinam,
Madagaskar und Java über England und
Holland zu uns kommt und auf dem Meere
schwimmend angetroffen wird, und zwar in
Massen bis zu 50 kg, doch gewöhnlich nur
in kleineren Stücken. Man hielt sie früher
für eine Art Gallen- oder Darmstein des
Pottwals (Physeter macrocephalus),
neuerdings mehr für verhärtete Fäkalien, die
aus unverdauten Speiseresten entstehen. Die
A. bildet eine graubraune, innen weißlich mar-
morierte, undurchsichtige Masse von eigen-
tümlichem, angenehmem Geruch. Sie ist
brüchig, wird aber beim Drücken mit den
Händen weich und schmilzt bei ca. 100° C.
A. enthält 13% eines flüchtigen Öles (Am-
braöl), viel Fett (Ambrafett, Ambrain)