﻿Anilingelb

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Annaline

Mit Firnis, Glyzerin oder Öl versetzte, oder in
Täfelchen, Bläschen usw. eingehende A. siehe
Zolltarif Nr. 336. Andre sind zollfrei.

Anilingelb. Diesen Namen führen ver-
schiedene Teerfarbstoffe. Das eigentliche A.
besteht entweder aus salzsaurem oder aus
oxalsaurem Amidoazobenzol und wird
durch Einwirkung von Diamidoazobenzol oder
Diazobenzolchlorid auf salzsaures Anilin dar-
gestellt. Der Farbstoff ist in kaltem Wasser
schwer, in heißem ziemlich leicht löslich, die
Farbe der Lösung ist goldgelb. Durch Salz-
säure wird das A. rot. — Zoll: S. Anilinfarben.

Anilingrau. Unter diesem Namen erhält
man verschiedene graue Farbstoffe, die ge-
wöhnlich nur als Nebenprodukte bei der Fa-
brikation andrer Anlinfarben gewonnen wer-
den, z. B. bei der Bereitung des Emeraldins.
Auch aus dem Mauvein läßt es sich dar-
stellen, und zwar sowohl spiritus-, wie wasser-
löslich. — Zollfrei.

Anilinsalz (frz. Sei d’aniline, engl. Aniline
salt). Im Chemikaliengroßhandel versteht
man unter A. teils schwefelsaures, teils
salzsaures Anilin (s. d.) für die Farben-
fabrikation. Man hat es sowohl in Kristall-,
als auch in Kuchenform. Beide Salze sind
farblos, geruchlos und in Wasser löslich. —
Zollfrei.

Anilinschwarz kommt sowohl spirituslös-
lich, als auch wasserlöslich in den Handel,
und zwar in verschiedenen Nummern. Meisten-
teils wird es auf der Faser selbst erst er-
zeugt, indem man das Garn oder Gewebe
mit schwefelsaurem Anilin, chlorsaurem Kali
und etwas vanadinsaurem Ammoniak behan-
delt. Anstatt des letzteren kann man auch
doppeltchromsaures Kali oder Zersulfat an-
wenden. — Zollfrei.

Anime (Flußharz, lat. Resina anime, frz.
Animd, engl. Anime), ein früher offizinelles, jetzt
nicht mehr gebräuchliches Harz aus der Rinde
der in Westindien und Südamerika heimischen
Hymenaea courbaril, ist gelblich, leicht
zerreiblich, riecht schwach aromatisch und
wird beim Kauen weich. Man hat auch ost-
indisches und afrikanisches von unbekannter
Flerkunft, welches eine rötlichgelbe Farbe
und abweichenden Geruch besitzt. A. wird
zuweilen mit dem Ko pal verwechselt, weil
die Engländer den Kopal Animi nennen.
Verwendet wird A. zu Räucherzwecken, tech-
nisch in der Lack- und Siegellackfabrikation.
— Zollfrei.

Anis (Anissamen, Anisfrüchte, lat.
Fructus anisi, frz. Anis vert, engl. Anise
fruits), die Früchte der Anispflanze, Pimpi-
nella Anisum, welche in ganz Süd- und
Mitteleuropa angebaut wird, so daß nur noch
kultivierte Ware in den Handel kommt. Die
Körnchen haben eine eiförmige Gestalt und
bestehen aus den noch nicht getrennten Teil-
früchtchen der Pflanze. Sie sind grünlich-
gelb bis graugrün und mit äußerst zarten,
kurzen, angedrückten Haaren bedeckt. An
der Berührungsstelle erscheinen die beiden
Teilfrüchte flach, am Rücken gewölbt. Sie
besitzen einen starken aromatisch süßlichen

Geruch und Geschmack, welchen sie einem
ätherischen öle (s. Anisöl) verdanken. Von
diesem sind je nach der Sorte 2—6°/o vor-
handen. In Deutschland wird A. hauptsäch-
lich in der Gegend von Bamberg, Erfurt,
Gotha, Magdeburg gebaut, ferner liefert Spa-
nien, Malta, hauptsächlich aber Südrußland,
die Gegend von Charkow, große Mengen.
Verfälscht wird die Ware zuweilen mit Sand
oder anderen Samen, sowie gedämpften, vom
Öl befreiten und wieder getrockneten A. Im
italienischen A. wurde neuerdings eine Ver-
unreinigung mit ca. 21/2 o/o Schierlingssamen
gefunden. Diese gefährliche Beimengung läßt
sich durch die Lupe, sowie durch den un-
angenehmen betäubenden, beim Zerreiben
und Übergießen mit Kalilauge auftretenden
Geruch nachweisen. Verwendet wird Anis
als Zusatz bei verschiedenen Teespezies, als
Gewürz und in der Likörfabrikation. —
Zoll: 4_M.

Anisöl (lat. Oleum anisi, frz. Essence d’anis,
engl. Oil of anise), das ätherische Öl des
Anis, aus dem es durch Destillation mit
Wasserdampf gewonnen wird, besitzt den
eigentümlichen süßlichen Anisgeruch und
-Geschmack in hohem Grade, hat eine gelbe
Farbe, ein spez. Gew. von 0,980—0,990 und
löst sich in starkem Alkohol in jedem Ver-
hältnisse auf. Das reine A. erstarrt bei -|-50 C
vollständig zu einer weißen kristallinischen
Masse, und sondert sich schon über dieser
Temperatur in einen kristallinischen und in
einen flüssig bleibenden Teil. Ersterer be-
steht aus Anethol (s. d.), letzterer einem
Gemenge von flüssigem Anethol und einem
zu den Terpenen gehörenden Kohlenwasser-
stoff. Bei dem russischen A. liegt die Er-
starrungstemperatur schon bei 15° C, der
Schmelzpunkt bei 17—18° C. Als beste Sorte
gilt das russische und dann das deutsche
A., dann folgen das mährische und das
italienische. Die geringste Sorte ist das
Anisspreuöl, welches aus den bei Reinigung
des Anis zurückbleibenden Fruchtstielen de-
stilliert wird. Sehr häufig wird das A. mit
diesem letzteren, ferner mit Sternanisöl, sowie
mit dem festen Teile des Fenchelöles ver-
fälscht. — Zoll: 30 M.

Anissäure (Methylparaoxybenzoe-
säure, lat. Acidum anisicum) ist identisch
mit der Umbellasäure, Badian- und Dra-
gonsäure. Sie entsteht durch Oxydation des
Anisöls oder des in ihm enthaltenen Anethols
mit Schwefelsäure und Kaliumdichromat in
Form farbloser Kristalle, die bei 184° schmel-
zen und bei 275-—280° sieden. A. löst sich
in kaltem Wasser nur wenig, leichter in
heißem Wasser und sehr leicht in Alkohol
und Äther. Sie findet als Antiseptikum und
Antirheumatikum medizinische Anwendung
an Stelle der Salizylsäure, vor welcher sie
den Vorzug hat, nicht ätzend zu wirken und
das Herz nicht zu schwächen. — Zollfrei.

Annaline (Annalith), Fabrikname für
feingemahlenen Gips, wie er zur Papier-
fabrikation als Füllmaterial zuweilen ver-
wendet wird. — Zollfrei.