﻿Annatto

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Antifebrin

Annatto ist identisch mit dem als Butter-
farbe benutzten Orleanfarbstoff. — Zoll: Siehe
Tarif Nr. 328.

Anthion, eine wäßrige Lösung von Kalium-
persulfat, wird in der Photographie benutzt,
um die letzten, nicht mehr auswaschbaren
Reste von Fixiernatron aus Platten und Pa-
pieren zu entfernen. — Zollfrei.

Anthrachinon (Oxanthrazen, Anthra-
zenuse) bildet gelbe, prismatische Kristalle,
welche unlöslich in Wasser und wenig löslich
in Alkohol, Äther und Benzol sind. Mit
kalter konzentrierter Schwefelsäure gibt A.
eine gelbe Lösung, aus welcher es durch
Wasser in weißen Flocken gefällt wird. Der
Schmelzpunkt liegt bei 275° C, doch fängt
es schon vorher an zu sublimieren. Das A.
ist ein Oxydationsprodukt des Anthrazens
und wird durch Behandlung desselben mit
chromsaurem Kali und Schwefelsäure erhal-
ten. Es dient zur Bereitung des künstlichen
Alizarins. — Zollfrei.

Anthrarobin (Desoxyalizarin, lat. An-
thrarobinum) besteht aus der Leukoverbin-
dung des Alizarins und wird aus diesem er-
halten, wenn man es mit Ammoniak und
Zinkstaub behandelt und die Lösung mit
Salzsäure fällt. Man erhält es als gelblich-
weißes Pulver, das in gut verschlossenen Ge-
fäßen, an trockenen Orten aufbewahrt werden
muß. In Wasser ist es unlöslich, löst sich
aber in Alkohol und noch leichter in Alkali-
laugen. Man benutzt es äußerlich an Stelle
des Chrysarobins gegen hartnäckige Haut-
krankheiten. Vor letzterem hat es den Vor-
zug, keine Hautentzündungen zu erzeugen.
Gewöhnlich wird das käufliche Alizarin (Gelb-
oder Blaustich) zur Darstellung benutzt. Das
Präparat enthält in diesem Falle noch die
Leukoverbindungen des Anthra- und Flavo-
purpurins, die jedoch dieselbe Wirkung haben,
wie das A. — Zollfrei.

Anthrazen (lat. Anthracenum, frz. Anthra-
cene, engl. Anthracen), ein im Steinkohlenteer
enthaltener Kohlenwasserstoff, der in großen
Mengen zur Fabrikation des künstlichen Ali-
zarins verwendet wird. Zur Gewinnung des A.
wird der über 270° C übergehende Teil des
Steinkohlenteers (Green oil) gesondert auf-
gefangen und die Destillation bis gegen 400°
hin fortgesetzt. Beim Erkalten des Destillats
scheidet sich das rohe A. als kristallinische
Masse (Green grease) ab und wird durch
Pressen von dem flüssigen Teile des De-
stillates, welcher als Schmieröl Benutzung
findet, getrennt. Durch wiederholte Destil-
lation und Behandlung mit Ligroin weiter
gereinigt, kommt das A. als hellgelbe kri-
stallinische Masse in den Handel. Sie ist
für die Alizarinfabrikation genügend rein,
enthält 60—90% reines A. und wird Roh-
anthrazen genannt. Ganz reines A. bildet
glanzende, weiße, blätterige Kristalle mit
bK M T'uoreszenz> schmilzt bei 213° C, fängt
aber schon früher an, sich zu verflüchtigen.
Bei ungefähr 360° sublimiert die ganze Masse
unverändert. In Wasser ist das A. unlöslich,
in kaltem Alkohol wenig, etwas mehr in

kochendem Alkohol löslich. Die Gehalts-
prüfung und Wertbestimmung erfolgt durch
Überführung des A. in Anthrachinon. Die
Zahl der Stoffe, welche das rohe A. verun-
reinigen, ist ziemlich groß. Vor allem finden
sich Methylanthrazen, Fluoren, Ace-
naphten, Diphenyl, Naphtalin, Phen-
anthren, Carbazol, Acridin, Fluor-
anthen, Chrysen und Chrysogen. Der
Gehalt an A. im Steinkohlenteer beträgt 1 bis
iy2°/o, von dem jedoch gewöhnlich nur die
Hälfte gewonnen wird. Deutschland führte
im Jahre 1896 an 6000 t A. ein. — Zollfrei.

Anthrazenfarben nennt man diejenigen
Teerfarbstoffe, die aus dem Anthrazen be-
reitet werden. Die bekanntesten sind: Ali-
zarin (s. d.), Purpurin (s. d.), Alizarin-
blau (s. d.), Alizarinorange (s. d.), Ali-
zarinkarmin s. d.), Anthrazenviolett
(s. Gallein), Anthrazengrün (s. Cörulein)
und Anthrazenbraun (s. Alizarinbraun). —
Zollfrei.

Anthrazit, eine aus mehr als 90% Kohlen-
stoff bestehende Steinkohle, welche in be-
sonderen Feuerungen verbrannt, nicht aber
zur Gas- und Koksfabrikation benutzt werden
kann. — Zollfrei.

Anthrophore, elastische Stäbchen aus
einer kautschuküberzogenen Kupferspirale,
welche von C. Stephan-Dresden fabriziert
werden und zur medikamentösen Behandlung
von Schleimhäuten der Harnröhre, der Nase,
des Uterus usw. ausgedehnte Anwendung
finden. Die wirksame Substanz wird im Ge-
misch mit Gelatine als Überzug auf den A.
angebracht. — Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Antichlor. Mit diesem Namen belegt man
solche Salze, welche zur Entfernung der
letzten Anteile Chlor dienen, die in den der
Chlorbleiche unterworfenen Geweben hart-
näckig zurückgehalten werden und deren
Haltbarkeit beeinträchtigen können. Als A.
benutzt man entweder unterschweflig-
saures Natron oder neutrales schwef-
ligsaures, sowie auch saures schweflig-
saures Natron. Die beiden letztgenannten
Salze haben vor dem ersteren den Vorteil,
daß sie bei der Zersetzung durch Chlor keinen
Schwefel abscheiden, der sich leicht in dem
Gewebe festsetzt. Sie sind dagegen weniger
haltbar als ersteres, sowie auch weniger aus-
giebig, so daß zur Erreichung desselben
Zweckes mehr von ihnen gebraucht wird.
Neuerdings hat man auch das salpetrig-
saure Natron als A. empfohlen, welches
dem unterschwefligsauren Natron in seiner
Wirksamkeit wenig nachsteht, ferner Wasser-
stoffsuperoxyd und Ammoniak. — Zollfrei.

Antifebrin, Azetanilid, Phenylazeta-
mid, ein weißes geruchloses Kristallpulver
(Blättchen) von schwach brennendem Ge-
schmack, fast unlöslich in kaltem Wasser,
leicht löslich in Alkohol, Äther und Chloro-
form. A. schmilzt bei 113°, siedet bei 304°,
und reagiert neutral. Es wird dargestellt
durch Kochen von Anilin mit Eisessig:, Ab-
destillieren und Umkristallisieren aus sieden-