﻿Antifloral

26

Antimongelb

dem Wasser. Anwendung als Fiebermittel.
Vorsichtig aufzubewahrenI -— Zollfrei.

Antifloral, ein gegen Erkrankung der
Schleimhäute, weißen Fluß usw. angeprie-
senes Geheimmittel, besteht aus einem Ge-
misch von Karbolsäure mit 4V2°/o Wasserstoff-
superoxyd. — Zoll: S. Tarif Nr. 389.

Antihydropin, der in kristallinischer Form
abgeschiedene wirksame Bestandteil der
Küchenschabe (Blatta orientalis), wird wie
diese gegen Wassersucht verordnet. — Zoll:
S. Tarif Nr. 388.

Antikaustikum, ein zur Entfernung der
Buchdruckerschwärze von den Lettern be-
nutztes, stark konzentriertes Natronwasserglas.

Antimerulion. Gegen Hausschwamm be-
nutztes Präparat aus Wasserglas, Borsäure
und Kochsalz. — Zoll: S. Tarif Nr. 389.

Antimon (Spießglanzmetall, lat. Sti-
bium, Antimonium, frz. Antimoine, engl. Anti-
mony) findet sich in der Natur nur sehr selten
gediegen, sondern hauptsächlich in Verbin-
dung mit Schwefel oder Sauerstoff. Von
diesen, Antimonerze genannten Verbindungen
ist das Schwefelantimon (Dreifach-
schwefelantimon, Antimontrisulfid,
Grauspießglanzerz, Antimonglanz,
Antimonit) das häufigste. Man findet es
in strahlig-kristallinischen Massen von star-
kem, bläulichgrauem Metallglanz. Es bildet
an und für sich schon einen Handelsartikel
und wird zur Bereitung des reinen Metalls
und verschiedener Antimonpräparate verwen-
det. Für medizinische Zwecke wird besonders
das völlig arsenfreie Mineral von Liptau und
von Rosenau in Ungarn, sowie von Schleiz
benutzt. Auch im Erzgebirge bei Freiberg
und Roßwein, sowie im Harz findet sich
Antimonglanz. Vor allem aber kommen große
Mengen jetzt von China, Australien, Ceylon
und Kanada nach England, wo das Metall
ausgeschmolzen wird. Ferner liefern Böhmen,
Kärnten, Frankreich und Spanien ebenfalls
etwas Antimonglanz. Dieses Erz besteht aus
72,7 °/o Antimon und 27,3 °/o Schwefel. Zur
Gewinnung des Metalls benutzt man die
leichte Schmelzbarkeit des Erzes, um das-
selbe zunächst von der beigemengten Gang-
art zu befreien. Man saigert es einfach ab
und fängt die geschmolzene Erzmasse in
schüsselförmigen Gefäßen auf. Die so er-
haltenen brotförmigen Stücke sind es, die
hauptsächlich als Antimonium crudum
oder Stibium sulfuratum crudum in den
Drogenhandel kommen, da das rohe Erz
nicht immer so rein ist, daß es ohne weiteres
gemahlen werden kann. Um den Schwefel
zu entfernen, schmilzt man dieses Produkt mit
Eisenabfällen unter Zusatz alkalischer Fluß-
mittel, wobei unter Entstehung von Schwefel-
eisen das A. frei wird und sich am Boden
der Schmelztigel ansammelt. Das so erhaltene
Antimonmetall kommt unter dem Namen
Regulus antimonii, oder auch abgekürzt
bloß als Regulus in den Handel und wird
vorzugsweise zur Bereitung von Letternmetall
(mit Blei zusammen) und von Britanniametall
verwendet, ferner auch mit etwas Kupfer

legiert zu Achsenlagern für Lokomotiven und
Dampfmaschinen. Für medizinische Zwecke
muß das Antimonmetall noch weiter gereinigt
und von den geringen Beimengungen von
Arsen, Eisen und Blei befreit werden. —
Außer dem Schwefelantimon verarbeitet man
auch ein sauerstoffhaltiges Antimonerz, Sen-
armontit oder natürliches Antimonoxyd
auf metallisches A. Dieses Erz findet sich in
reichlicher Menge auf der Insel Borneo und
in Algier, von wo es nach England und Frank-
reich versandt wird. Aus dem Senarmontit
gewinnt man das Metall durch Reduktion
mit Soda und Kohle. Das reine metallische
A. ist spröde und sehr hart, blätterig-kristalli-
nisch, von starkem, ziemlich weißem Metall-
glanz und 6,710—6,720 spez. Gew. An der Luft
hält es sich unverändert blank, schmilzt bei
425° und verdampft in lebhafter Rotglühhitze
an der Luft (in bedeckten Gefäßen nicht),
wobei ein Teil zu Antimonoxyd verbrennt.
Am besten löst sich das A. in Königswasser.
— Zollfrei.

Antimonbutter (lat. Butyrum antimonii,
frz. Beurre d’antimoine, Chlorure d’anti-
moine, engl. Chloride of antimony). Diesen
Namen hat man dem trocknen Antimon-
chlorür (Antimontrichlorid, Chlor-
antimon, Dreifachchlorantimon, lat.
Stibium chloratum) gegeben. Es ist eine
weiße, kristallinische Substanz von butter-
ähnlicher Konsistenz, welche durch Auflösen
von Grauspießglanzerz (s. Antimon) in Salz-
säure, Verdampfen und schließliche Destil-
lation der konzentrierten Flüssigkeit erhalten
wird. Die nicht destillierte Lösung des
Grauspießglanzerzes in Salzsäure kommt als
flüssige A. (flüssige Spießglanzbutter,
salzsaures Antimonoxyd, lat. Liquor
stibii chlorati, Liquor stibii muria-
tici) in den Handel, als eine, gewöhnlich
durch etwas Eisen gelblich gefärbte, ätzende,
giftig wirkende Flüssigkeit, die zur Darstellung
des Antimonoxydes und Antimonzinnobers,
sowie zum Brünieren der Gewehrläufe und
zur Beize auf Silber verwendet wird. Mischt
man diese Lösung des Antimontrichlorides
mit viel Wasser, so scheidet sich ein weißer
Niederschlag ab, der getrocknet Algarot-
pulver genannt wird und aus einem Anti-
monoxychlorid besteht. An diesem Ver-
halten ist die Flüssigkeit leicht zu erkennen,
ebenso daran, daß sie mit unterschweflig-
saurem Natron einen orangeroten Nieder-
schlag gibt. Beim Waschen dieses Nieder-
schlags mit Sodalauge bleibt reines Antimon-
oxyd zurück, ebenfalls ein weißes Pulver, wel-
ches zur Bereitung von Brechweinstein Ver-
wendung findet und unter den lat. Namen
Stibium oxydatum album, Antimonium
diaphoreticum album im Chemikalien-
handel vorkommt. — Zoll: S. Tarif Nr. 312.

Antimongelb, ein Gemisch von antimon-
saurem Blei mit überschüssigem Bleioxyd,
wird als wertvolle Malerfarbe verwandt, welche
den Vorzug der Glühbeständigkeit besitzt und
daher auch in der Porzellanmalerei benutzt
werden kann. A. wird dargestellt durch Rö-