﻿Antimonoxalat

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Apfelsinen

sten von Bleiantimonlegierungen, ferner von
pulverisiertem Antimon mit Mennige und wein-
saurem Kali, von Bleiweiß mit antimonsaurem
Kali und Salmiak und nach verschiedenen an-
deren Methoden. Die im Handel auch als
Neapelgelb oder Neapolitanische Erde
geführte Farbe besitzt gute Deckkraft, ist
aber gegen Schwefelwasserstoff empfindlich
und unterliegt den für Bleifarben (s. d.) er-
lassenen Vorschriften. — Zollfrei.

Antimonoxalat (Oxalsaures Antimon-
kali, kleesaures Antimonoxydkali, Ka-
liumantimonoxalat), ein Doppelsalz aus
Kalium- und Antimonoxalat, bildet kleine,
weiße Kristallnadeln und wird als Ersatz für
Brechweinstein in der Zeugdruckerei und Fär-
berei verkauft, kann diesen aber nicht in allen
Fällen ersetzen. — Zollfrei.

Antimonzinnober, eine rote Farbe, welche
als Ersatz für Zinnober empfohlen wird und
aus einer Verbindung von Dreifach-Schwefel-
antimon mit Antimonoxyd besteht, erhält man
durch Vermischen einer Lösung von unter-
schwefligsaurem Natron mit einer Lösung von
Chlorantimon (s. Antimonbutter) in der Siede-
hitze als ein rotes, in Wasser unlösliches
Pulver, welches sich am besten für Ölanstriche
eignet. Als Wasserfarbe für Kalkwände kann
der A. nicht benutzt werden, da die Farbe
hierbei verändert wird. Vom echten Zinnober
unterscheidet sich der A. leicht beim Über-
gießen mit Salzsäure, wobei A. unter Ent-
wicklung von Schwefelwasserstoff zerstört
wird, während der echte Zinnober unverändert
bleibt. — A. als Pulver zollfrei; mit Firnis,
Öl oder Glyzerin eingerieben, s. Tarif Nr. 336.

Antinervin, eine von Dr. Radlauer in den
Handel gebrachte Mischung von ca. 25°/o
Bromammonium, 25% Salizylsäure und 50%
Azetanilid gegen Fieber, Neuralgie usw. —
Zoll: S. Tarif 389.

Antinonnin. Rotbraune Paste aus Seife
und Glyzerin mit ca. 50% o-Dinitrokresol-
kalium, welche in Form ihrer wäßrigen Lö-
sung als Mittel gegen Hausschwamm zum
Imprägnieren und Anstreichen von Holz Ver-
wendung findet. — Zoll: S. Tarif 389.

Antinosin, das Natriumsalz des Noso-
phens (s. d.), ein blaues wasserlösliches Kri-
stallpulver, wird bei der Wundbehandlung an
Stelle des Jodoforms, sowie bei Diphterie be-
nutzt. — Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Antipyrin, in chemischer Hinsicht Phe-
nyldimethylpyrazolon, wurde zuerst von
Knorr dargestellt. Man erhält es durch Er-
hitzen von Phenylhydrazin mit Azetessigester
und nachfolgende Behandlung des Reaktions-
produktes mit Jodmethyl und Methylalkohol
ui Form farbloser, glänzender Blättchen, die
bei 1130 schmelzen. A. ist in Wasser, Alkohol
und Chloroform leicht, in Äther etwas schwerer
os ’ch- Durch Eisenchlorid wird in der stark
veraünnten Lösung eine tiefrote, durch sal-
rf ng* Säure eine blaugrüne Färbung erzeugt.

v* 1 geh°rt zu den wertvollsten Fieber-
mitteln und wird auch gegen Gelenkrheuma-
tismus und Neuralgie mit Erfolg verordnet.
Von den Derivaten des Antipyrins wird die

Verbindung mit Salizylsäure, das Salipyrin,
wie das A. selbst angewandt, während die
Jodverbindung, das Jodopyrin, die kombi-
nierte Wirkung des A. und des Jods zeigen
soll. Weitere Derivate s. unter Azetopyrin,
Migränin, Tussol. — Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Antisepsin, oder Asepsin, p. Bromazet-
anilid, wird als Antipyreticum empfohlen. —
Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Antiseptin, ein aus Zinksulfat, Zinkjodid,
Thymol und Borsäure bestehendes Antisep-
tikum, welches seinerzeit von B. Fischer
sehr abfällig beurteilt worden ist. — Zoll:

S. Tarif Nr. 389.

Anytin, ein gereinigtes Ichthyolpräparat,
welches die Fähigkeit besitzt, mit gewissen
in Wasser schwer löslichen Stoffen, wie Kamp-
fer, Eukalyptusöl und anderen ätherischen
Ölen leicht lösliche Mischungen (Anytole) zu
bilden. — Zollfrei.

Aouaraöl (Tucumöl), ein dem Palmöl
nahestehendes, zinnoberrotes Fett von der
Tucumpalme (Astrocarpium vulgare),
welches in der Seifenfabrikation Anwendung
findet. — Zoll: S. Tarif Nr. 171.

Apatit, ein im wesentlichen aus phosphor-
saurem Kalzium mit geringen Mengen Fluor
oder Chlor bestehendes Mineral, welches ent-
weder in Form gut ausgebildeter Kristalle
(z. B. der blaßgrüne Spargelstein), feinfaseriger
dichter Varietäten (Phosphorit), oder erdiger
Massen (Osteolith) auftritt. Hauptfundorte:
Spanien, Kanada, Norwegen, Rußland usw.
Nach der Aufschließung mit Schwefelsäure
liefert der ca. 40% Phosphorsäure enthaltende
A. ein wertvolles Düngemittel. (Superphos-
phat.) — Zollfrei.

Apfelbaumholz. Das sehr harte, hellbraune
Holz nimmt eine schöne Politur an und wird
zur Herstellung von Möbeln und kleineren
Gegenständen, wie Hobelgestellen, Werkzeug-
griffen usw. verwendet. — Zoll: S. Tarif
Nr. 74 ff. und 615 ff.

Apfelsinen (Orangen, Pomesinen, süße
Pomeranzen, Sinaäpfel, frz. Oranges
douces, Pommes de chine, engl. China
orange) die Früchte von Citrus sinensis,
eines ursprünglich im südlichen China hei-
mischen Baumes, wurden angeblich zuerst im
Jahre 1548 von dort nach Lissabon gebracht.
Die Kultur dieses Baumes hat sich jetzt über
fast alle wärmeren Länder verbreitet, nament-
lich aber sind Italien, Spanien, Portugal, so-
wie die übrigen Mittelmeerländer, ferner die
Azoren, Westindien, Kapland, Kalifornien und
Florida Hauptproduktionsländer. Ihren lieb-
lichen Duft verdanken die A. einem in der
äußeren Schale enthaltenen ätherischen Öl,
dem Apfelsinenöl. Die Farbe der Schale
schwankt je nach der Sorte von hellgelb bis
dunkelrotgelb, die Form der Frucht ist kugel-
rund, zuweilen etwas abgeplattet. Der Saft
schmeckt säuerlich, daneben süß und zwar
um so süßer, je reifer di0 Frucht ist. Gute
Ware muß dünnschalig sein und sich weich
anfühlen, die größeren und schwereren sind
saftreicher und am meisten geschätzt. Doch
gibt es auch eine sehr geschätzte kleine Sorte