﻿Aqua amygdalarum amarum

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Arekanüsse

Festigkeit und Widerstandskraft gegen das
Wasser aus und sind dabei auch sehr biegsam.
Die Farbe ist tief rotbraun. Der Bast läßt
sich in grobe Fasern zerreißen, die einige
Zentimeter Länge haben. — Zollfrei.

Aqua amygdalarum amarum (Bitter-
mandelwasser, frz. JEau d’amandes ameres,
engl. Bitter almonds water), eine wäßrig spiri-
tuöse Lösung von Blausäure und Bitter-
mandelöl, welche durch Destillation der
vom fetten Öl befreiten bitteren Mandeln
im Wasserdampfstrom gewonnen wird und
als Mittel gegen Hustenreiz, Asthma usw.
ausgezeichnete Dienste leistet. — Zoll: S.
Tarif Nr. 386.

Aracacha (Arakatscha, Apios) nennt
man die rübenartigen Wurzelknollen der
Aracacha esculenta, welche im nördlichen
Teile Südamerikas kultiviert werden und dort
einen nicht unbedeutenden Handelsartikel bil-
den. Die Pflanze gehört zu den Umbelliferen,
die Knolle wird dort wie Kartoffeln genossen
und zur Darstellung des Stärkemehls benutzt.
— Zollfrei.

Aranzini, in kleine Scheibchen geschnit-
tene und in Zucker eingelegte Pomeranzen-
schalen. In Italien nennt man so auch die
kleinen bittern, unreifen Pomeranzen, welche
unzerschnitten in Zucker eingemacht und in
Schachteln versendet werden. Man genießt sie
als magenstärkendes Mittel. — Zoll: S. Tarif
Nr. 55. 215ff.

Aräometer (Senkwagen, frz. Ardomfetres,
engl. Areometers) sind Instrumente, mit denen
man die Dichte oder das spez. Gewicht von
Flüssigkeiten ermitteln kann. Sie beruhen auf
dem Prinzip, daß ein schwimmender Körper
in einer Flüssigkeit so tief einsinkt, bis das
von ihm verdrängte Quantum Flüssigkeit ge-
rade so viel wiegt, wie er selbst. In einer
leichteren Flüssigkeit muß daher ein schwim-
mender Körper tiefer einsinken, als in einer
dichteren. Man unterscheidet Ge wich ts-
aräometer und Volumen- oder Skalen-
aräometer, von denen letztere für die Praxis
allein in Betracht kommen. Sie bestehen aus
oben und unten zugeschmolzenen Glaszylin-
dern, die am unteren Ende mit einer Queck-
silber enthaltenden Kugel versehen sind. Die
Gradeinteilung zeigt entweder direkt das spez.
Gewicht an, oder besteht aus einer willkür-
lichen Skala, (nach Baumd, Cartier, Beck).
Bei den besseren A. ist zugleich ein Thermo-
meter mit eingeschmolzen. Für die verschie-
denen Zwecke der Praxis sind besondere A.,
so Ätherwagen, Spirituswagen oder Al-
koholometer (s. d.), Mostwagen, Milch-
Wagen, Saccharometer oder Würze-
wagen konstruiert worden. Fabrikmäßig wer-
den die A. auf dem Thüringer Walde, z. B.

Stützerbach, Manebach, Mellenbach, sowie
mABerlin gefertigt. — Zollfrei.

Arariba (lat. Cortex araribae, frz. Ecorce

aranbe, engl. Arariba-bark) ist die rote
Kinde von Arariba rubra, einem in Brasi-
lien heimischen, zu den Cinchoneen gehörigen
Baume, welche medizinische Anwendung findet.
Das Holz des gleichen Baumes, Arariba-

holz oder Irisbe rosa, welches anfangs
gelblich erscheint, an der Luft aber allmählich
feuerrot wird, benutzt man in der Kunst-
tischlerei. — Zoll: Rinde zollfrei; Holz s.
Tarif Nr. 74—79.

Araroba (Arraroba, lat. Chrysarobinum
crudum). Unter diesem Namen kommt seit
einigen Jahren im Drogenhandel ein Pulver
vor, welches als ausgezeichnetes Mittel gegen
Hautflechten schnell Aufnahme im Arznei-
schatz gefunden hat. Die A. stammt aus Bra-
silien und wird dort, sowie auch in Ostindien
unter dem Namen Bahia-Pulver oder Goa-
Pulver (Poudre de Goa) schon längst medi-
zinisch verwandt. Das Pulver ist sehr reich
an Chrysarobin (60—80°/o) und deshalb
das geeignetste Material zur Darstellung von
Chyrysophansäure (s. d.). Die A. stammt
von einem Baume, der in Brasilien Angelica
amargosa genannt wird (Andira araroba
Ap.) und im südlichen Teile der Provinz
Bahia und in der Provinz Sergipe in großer
Menge wächst. Man erhält die A. aus den
älteren Stämmen, deren Holz gelb und sehr
porös ist und von zahlreichen Längsfurchen
durchsetzt wird. In diesen findet sich eine
durch Oxydation des Harzes entstandene gelbe
Masse von meist pulveriger Beschaffenheit,
die an der Luft eine braune Farbe annimmt.
Neben dieser echten A. kommt aber auch
zuweilen das Pulver der Rinde desselben Bau-
mes in den Handel, welches jedoch eine viel
geringere Wirksamkeit besitzt. Man muß bei
der Handhabung mit A. vorsichtig umgehen,
da sie eine sehr intensive Wirkung auf die
Schleimhäute der Nase, der Augen und Mund-
höhle ausübt. — Zollfrei.

Arbutin (lat. Arbutinum, frz. Arbutine, engl.
Arbutin), ein in den Blättern der Bären-
traube, Arbutus uva ursi, enthaltenes
Glukosid, bildet geruchlose, feine weiße Kri-
stallnadeln, die bei 167—168° C schmelzen
und sich bei höherer Temperatur zersetzen.
Es löst sich in 8 Teilen kaltem oder 1 Teil
siedendem Wasser, sowie in Alkohol. Die
wäßrige Lösung wird durch eine geringe
Menge Eisenchlorid blau, durch eine größere
grün. Beim Erhitzen mit verdünnter Schwefel-
säure und Braunstein tritt der durchdringende
Geruch nach Chinon auf. Das A. wird gegen
Blasen- und Nierenkrankheiten verwendet. —
Zollfrei.

Arekanüsse (Betelnüsse, lat. Nuces s.
Semen Arecae, frz. Noix d'Arec, engl. Areca-
nut), sind die Früchte der Arekapalme
(Areca Catechu), die in vielen Spielarten
in Ostindien kultiviert wird. Jeder Baum
liefert jährlich 200 bis 800 Nüsse von der
Größe und Härte einer Muskatnuß. Sie bil-
den einen sehr wichtigen Handelsartikel des
südlichen Asien und werden von Ceylon und
der Malabarküste in ganzen Schiffsladungen
nach anderen Häfen Indiens und namentlich
nach China versendet. Man kaut dort diese
Nüsse mit den Blättern des Betelpfeffers
und etwas Kalk. Die A. werden im Drogen-
handel, hauptsächlich als Bandwurmmittel,
verwendet. — Zollfrei.