﻿Arrowroot

Argentan	30

Argentan (Neusilber, Packfong, Weiß-
kupfer, frz. Maillechort, engl. German silver)
nennt man eine weiße glänzende Metall-
legierung aus Kupfer, Nickel und Zink in
verschiedenen Verhältnissen. Je mehr Nickel
die Legierung enthält, desto weißer und silber-
ähnlicher ist sie. Man verkauft das A. ge-
wöhnlich in Form von Zainen oder Platten, die
großen. Fabriken von Argentanwaren stellen
sich jedoch ihren Bedarf meist selbst dar.
Die verschiedenen Waren werden teils durch
Guß, teils aus Argentanblech durch Trei-
ben, Schmieden oder Prägen hergestellt. Letz-
teres geschieht jedoch immer auf kaltem
Wege, da die Legierung heiße Schmiedung
nicht verträgt. Galvanisch versilberte Argen-
tanwaren kommen unter den Namen China-
silber oder Perusilber in den Flandel. —
Zoll: S. Tarif Nr. 863ff.

Arghelblätter (Argeiblätter), die aus
Oberägypten und Nubien, über Alexandrien
in den Handel kommenden Blätter einer As-
clepiadaceae, Cynanchum Arghel Delile
s. Solenostemma Arghel Hayne, sind
graulichgrün, steiflederartig, beiderseits dicht
behaart und besitzen einen widerlich scharfen
Geschmack, sowie stark purgierende Eigen-
schaften. Die A. werden zuweilen den Sennes-
blättern betrügerischerweise beigemengt. —
Zollfrei.

Argonin, ein weißes wasserlösliches Pulver,
welches durch Fällung von Kase'innatrium mit
Silbernitrat unter Zusatz von Alkohol entsteht,
wird als nichtätzendes Mittel gegen Tripper
benutzt. — Zollfrei.

Aristol, das hellschokoladenfarbige Pulver
von Dithymoldijodid, dient als Jodoformersatz
bei Hautkrankheiten. — Zollfrei.

Arnika (Wohlverleih, Fallkraut, En-
gelskraut, lat. Arnica montana). — Von
dieser bekannten Pflanze der mitteleuropäischen
Gebirge werden die Blüten und Wurzeln
medizinisch verwendet, während die Blätter
seltener Anwendung finden. — Die Arnika-
wurzel (lat. Radix Arnicae, frz. Racine d’Ar-
nica, engl. Arnica-root) sammelt man mit
dem Wurzelstock und, zur Verhütung von Ver-
wechslungen mit den Wurzeln andrer Kompo-
siten, mit den untersten, an den Stielen am
Grunde scheidenartig verwachsenen Blättern.
Die Wurzel hat ungefähr die Dicke eines
Federkiels, ist höckerig und nur an einer Seite
mit zahlreichen, strohhalmdicken, blaßbraunen
Nebenwurzeln besetzt. Der Geruch der
Wurzel ist unangenehm aromatisch, der Ge-
schmack scharf und bitter. Die Wurzel ent-
hält als wirksame Bestandteile ätherisches öl,
einen Bitterstoff (Arnicin) und Gerbsäure.
Der mit Weingeist und Olivenöl hergestellte
Auszug wird als Arnika-Haaröl, gegen
Haarausfall, angewendet. — Die Arnika-
blätter (lat. Folia arnicae, Herba arnicae, frz.
Feuilles d’Arnica, engl. Arnica leaves) sind
länglich, ganzrandig, von schwachem Geruch,
aber scharf bitterem Geschmack. — Die Ar-
nikablüten (lat. Flores arnicae, frz. Fleurs
d’Arnica, engl. Arnica flowers) bilden ein all-
gemein verbreitetes Volksarzneimittel, nament-

lich in Form ihres alkoholischen Auszuges,
der Arnikatinktur (lat. Tinctura arnicae,
frz. Teinture d’Arnica, engl. Tincture of Ar-
nica). Die von einem zweireihigen grünen
Hüllkelch umschlossenen Blüten sind teils
Strahl-, teils Scheibenblütchen. Die ersteren
sind zungenförmig, goldgelb oder orangegelb,
dreizähnig und neunnervig, die innenstehen-
den Scheibenblütchen röhrenförmig und fünf-
spaltig. Man sammelt die Blüten teils mit,
teils ohne den Hüllkelch. Ihr Geruch ist
angenehm aromatisch. Sie enthalten ein äthe-
risches Öl, welches einen von dem der Wurzel
etwas abweichenden Geruch besitzt. — Zoll-
frei sind die Wurzeln, Blätter und Blüten.
Arnikatinktur: 300 M.

Aronwurzel (Zehrwurzel, Pfaffenpint-
wurzel, Magenwurzel, Peterkrautwur-
zel, lat. Radix aronis, frz. Racine d’Aron,
engl. Wake-robin), ein veralteter Artikel des
Drogenhandels, besteht aus dem mehligen
Wurzelstock des in deutschen Laubholzwäldern
vorkommenden gefleckten Aronstabs,
Arum maculatum. Die frische Wurzel ent-
hält einen sehr scharfen Stoff, der giftig wirken
soll und dem Saponin nahesteht. In der
getrockneten Wurzel sind Stärke, Bassorin
und fettes Öl enthalten. — Zollfrei.

Arrak (Arac, Rack, eigentlich Al Rak,
frz. Arrac, engl. Arac), ein weingeistiges De-
stillat, welches in Ostindien teils aus dem
zuckerreichen Safte einiger Palmen, teils aus
Reis bereitet werden soll. Es ist sehr wahr-
scheinlich, daß auch die bei der Bereitung
des ostindischen Zuckers abfallende Melasse
mit zur Destillation von A. verwendet und daß
zur Beförderung der geistigen Gärung und
Vermehrung des Alkoholgehaltes noch ge-
malzter Reis hinzugesetzt wird. Der beste,
Taffia genannte, A. soll aus dem Zucker-
säfte (Toddy) der Blütenkolben von Kokos-
palmen erhalten werden. Man unterscheidet
einfachen, doppelten und dreifachen A., letz-
terer, als der stärkste, kommt vorzugsweise
nach Europa. Die größten Mengen A. liefern
Goa, Batavia und Madras. Man bezieht ihn
gewöhnlich von Amsterdam, London und Ham-
burg. Guter A. ist farblos und klar, besitzt ein
eigentümliches kräftiges Aroma und ist frei
von jedem Fuselgeruch. Sein Alkoholgehalt
beträgt 54—60°/o. Verwendung findet er zur
Bereitung von Grog und Punschessenzen. Sehr
viel A. wird jetzt künstlich nachgemacht mit
Hilfe sog. Arrakessenz, deren aromati-
sierender Bestandteil hauptsächlich Ameisen-
säureäther ist. Ein geübtes Geschmacks- und
Geruchsorgan kann jedoch diese Kunstpro-
dukte sofort erkennen. — Zoll: S. Tarif
Nr. 178/179.

Arrowroot (Araruta, frz. Arrow-root, engl.
Arrow-root). Unter diesem Namen kommen
verschiedene Arten von Stärkemehl in den
Handel, die aus den knolligen Wurzelstöcken
tropischer Pflanzen dargestellt werden. Man
unterscheidet folgende Arten: 1. Westindi-
sches A. oder Marantastärke ist die bei
uns am meisten gangbare Sorte. Die Pflanze,
welche diese Sorte liefert, Maranta arun-