﻿Asebu

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Ati

auch ein bedeutendes Lager im hessischen
Odenwalde entdeckt. A. findet ausgedehnte
Verwendung als Material für Stopfbüchsen,
zum Dichten der Flanschenverbindungen an-
statt der Pappe, zum Dürchfiltrieren starker
Säuren (Asbestpapier) zur Erzeugung mittel-
feiner Spitzen (Como), Mützen (Pyrenäen),
Handschuhe (Sibirien), zur Herstellung un-
verbrennbarer Zeuge, Theaterrequisiten u.
dgl. Diese vielseitige Verwendung verdankt
der A. seiner Feuerfestigkeit, seiner Wider-
standsfähigkeit gegen Säuren (mit Ausnahme
der heißen Schwefelsäure) und Laugen und
der Eigenschaft, wie ein Schmiermittel zu
wirken. Auch ist er ein schlechter Wärme-
leiter. Asbestfabrfkate werden gefertigt
in Berlin, Frankfurt a. M., Dresden und Han-
nover. Die nicht faserigen Sorten dienen
zur Herstellung feuerfester Farben. — Zoll:
Asbest, Asbestfasern, Asbestkitte, Asbest-
farben zollfrei; Asbestgewebe s. Tarif Nr. 708,
andere Asbestwaren s. Tarif Nr. 705-—708.

Asebu (Basuiboku) sind die bitter
schmeckenden, giftigen Blätter der in China
und Japan heimischen Andromeda japo-
nica. Der wirksame Stoff, das Asebo-
toxin, Andrometoxin oder Andromeda-
toxin gehört zu den Glukosiden. — Zollfrei.

Aseptin. Unter diesem Namen wird Bor-
säure für Konservierungszwecke verkauft.
Doppelaseptin ist ein Gemenge von Bor-
säure und Alaun. Beide Mittel sind zwar
wirksam, aber für Genußmittel nicht zu emp-
fehlen, da sie als gesundheitsschädlich an-
zusehen sind. — Zollfrei.

Aseptinsäure, ein als Antiseptikum emp-
fohlenes Gemisch von Salizylsäure, Borsäure
und wäßriger Wasserstoffsuperoxydlösung. —
Zollfrei.

Aseptol (Sozolsäure) nennt man die
Lösung der Orthophenolsulfonsäure (1:3),
welche an Stelle der Karbolsäure und Salizyl-
säure als Antiseptikum benutzt wird und den
Vorzug der Mischbarkeit mit Wasser, Alko-
hol und Glyzerin besitzt. — Zoll: S. Tarif
Nr. 388.

Asparagin, eine farblose, durchsichtige, in
Wasser lösliche, in absolutem Alkohol un-
lösliche, widerlich schmeckende Kristallmasse,
findet sich in vielen Pflanzen, namentlich im
Spargel, der Altheewurzel, Zuckerrüben. —
Zollfrei.

Asphalt (Erdpech, Jud enpech, lat. As-
phaltum, frz. Bitume de Jud4e, engl. Mi-
neral pitch), ein aus harten, spröden, schwar-
ten bis braunschwarzen Stücken bestehendes
Naturprodukt, kommt in zwei Hauptsorten
zum Verkehr: als syrischer Asphalt, aus
Syrien und der Gegend am Kaspischen
un<* amerikanischer Asphalt von

rinidad und Venezuela. Ersterer ist die
eurere Sorte. Die Stücke sind rein schwarz,
g anzend, glatt, färben nicht ab und zeigen
™n.el?, gütlichen muscheligen Bruch. Der
inmdadasphalt ist mit einer stark abfärben.

dunkelbraunen Schicht bedeckt und be-
J a 'k51I?en muscheligen Bruch. Beide Sorten
in bei gewöhnlicher Temperatur geruch-
Merck’s Warenlexikon. 5. Anfl.

los, riechen aber beim Reiben und beim
Erwärmen bituminös. Außer diesen beiden
Hauptsorten kommt auch noch A. von
Braunschweig, Hannover und dem Elsaß in
den Handel, der aus Bergteer gefertigt wird.
Verwendung findet der A. zur Bereitung
von schwarzen Lacken, zum Ätzgrund für
Kupferstichplatten, sowie, mit Kalk und
Sand gemischt oder als Asphaltstein, zur
Herstellung von Asphaltpflasterungen. Für
letzteren Zweck wird auch sehr häufig das
billige Steinkohlenteerpech benutzt und
dann Steinkohlenasphalt genannt. Eine
Verfälschung des A. mit Steinkohlenteer-
pech läßt sich nachweisen, wenn man die
Masse mit der zehnfachen Menge 36prozen-
tigen Alkohols behandelt und die Flüssigkeit
nach 24 Stunden abfiltriert. War der A.
unverfälscht, so bleibt der Alkohol farblos
oder nur sehr schwach gelblich gefärbt, war
dagegen Steinkohlenteerpech vorhanden, so
hat der Alkohol eine stark gelbe Färbung
mit grünblauer Fluoreszenz. Ein anderes
Verfahren beruht auf der Ermittlung des
Schwefelgehaltes. — A. ist zollfrei. Asphalt-
waren s. Tarif Nr. 697. Asphaltlack:
25 M.

Asphaltstein, ein Mineral aus porösem
Kalkstein, welches von Erdpech und Berg-
teer durchdrungen ist, also bituminöser
Kalkstein, ist ein sehr gangbarer Handels-
artikel, da er zur Herstellung der asphal-
tierten Straßen immer mehr benutzt wird.
Die besten Sorten kommen aus der Schweiz
(Val de Travers), aus Frankreich (Seyssel),
Sizilien und Dalmatien, sowie Limmer bei
Hannover. Beim Erwärmen zerfällt der A.
(schon bei 100°) zu Pulver. Die guten Sor-
ten enthalten 8—12°/o Bitumen, das übrige
ist kohlensaurer Kalk mit kleinen Mengen
kohlensaurer Magnesia. Die Versendung des
A. geschieht in Säcken. — Zollfrei.

Aspirin, ein weißes Kristallpulver vom
Schmelzpunkt 135°, wird durch Erhitzen von
Essigsäure mit Salizylsäure gewonnen und ist
in chemischer Hinsicht Azetylsalizylsäure. Es
dient als Ersatz der Salizylsäure bei der
Behandlung von Gelenkrheumatismus, Ner-
venleiden und zahlreichen anderen Krank-
heiten. Der Name ist gesetzlich geschützt.
— Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Aßmannshäuser, der beste deutsche Rot-
wein, heller als die französischen Rotweine,
jedoch von intensiverer Färbung als die mei-
sten roten Aarweine und von mildem Ge-
schmack, kommt aus dem Rheingau.

Astralöl, ein aus New-York in den Han-
del kommendes, sorgfältig raffiniertes Pe-
troleum, ist völlig farblos, wasserhell und
fast geruchlos. Das spez. Gew. beträgt
0,781, der Entflammungspunkt 68°. Zoll:
S. Tarif Nr. 239.

Ati (malaisch), Gal eh (sudanesisch), das
rote feste Holz eines zur Familie der
Rubiaceen gehörigen Baumes, Nauclea
grandifolia, von der Insel Java. Der zähe
Wurzelstock wird zu Werkzeugstielen ver-
wendet. — Zoll: S. Tarif Nr. 74ff. 615ff.

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