﻿Avizol

36

Azorubin

Avizol, ein neuerdings unter diesem Na-
men aus Kopenhagen eingeführtes Präparat,
welches das Trübewerden von Bonbons aus
geschmolzenem Zucker verhindern soll, besteht
aus nichts als schwefligsaurem Natrium. Da
bei der Schmelztemperatur des Zuckers die
schweflige Säure nahezu vollständig ausge-
trieben wird, lassen sich gesundheitliche Be-
denken gegen dieses Verfahren nicht erheben.
— Zollfrei.

Azalin, ein Gemisch von Cyanin und Chi-
nolinrot, dient zur Herstellung orthochroma-
tischer Platten. — Zollfrei.

Azarin, ein seit 1883 bekannter Teer-
farbstoff, besteht aus dem Ammoniaksalz
der Dichloramidophenolhydrazobetanaphtol-
sulfosäure und kommt als gelber, nach schwef-
liger Säure riechender Teig in den Plandel.
Verwendung findet das A. in der Baum-
wollendruckerei. — Zollfrei.

Azetate, in der Chemie gebräuchliche Be-
zeichnung für essigsaure Salze, z. B. Blei-
azetat für essigsaures Blei. — Zoll bei den
betr. Artikeln.

Azetinblau, ein zur Gruppe der Induline
gehöriger Teerfarbstoff. — Zollfrei.

Azeton (Azetonum, Dimethylketon,
frz. Acetone, engl. Aceton), ein regelmäßiger
Bestandteil des Blutes und Harns, in welchen
es aber nur bei krankhaften Zuständen (Dia-
betes, Azetonurie) in größeren Mengen auf-
tritt, entsteht bei der trockenen Destillation
vieler organischer Stoffe, wie Zucker, Zellu-
lose, Gummi, Holz, und findet sich daher stets
im rohen Holzessig, resp. in dem rohen Holz-
geist. Zur Trennung des A. von dem gleich-
zeitig vorhandenen Methylalkohol versetzt man
den Holzgeist mit Kalziumchlorid, welches mit
dem Methylalkohol eine kristallinische Ver-
bindung liefert, und destilliert nun das A. ab.
Weitere Mengen A. werden aus dem bei der
Anilinfabrikation abfallenden Kalziumazetat
durch trockene Destillation dargestellt. Die
Gewinnung des chemisch reinen A. beruht auf
der Eigenschaft, mit Natriumbisulfit eine kri-
stallierte Verbindung einzugehen. A. ist eine
farblose, leicht bewegliche, neutral reagie-
rende Flüssigkeit von scharfem Geruch, welche
leicht mit kaum rußender Flamme verbrennt.
Das spez. Gew. liegt bei 0,800, der Siedepunkt
bei 56°. Es mischt sich mit Wasser, Alkohol,
Äther und Chloroform, löst Fette und Harze,
Kampfer und Kautschuk und findet daher in
den diese Stoffe verarbeitenden Industrien
vielfache Anwendung. In der chemischen In-
dustrie dient es zur Darstellung von Kollodium,
Chloroform, Jodoform und Sulfonal. Auch ist
es ein Bestandteil des Zaponlacks. — Zoll:
S. Tarif Nr. 349/50.

Azetophenon, Hypnon, Azetophon,
farbloses oder schwach gelbliches Öl von
scharfem Geschmack und eigentürfüichem Ge-
ruch, welches bei 14° zn Kristallblättern er-
starrt und bei 200° siedet. Es löst sich kaum
in Wasser, leicht in Alkohol, Äther, Chloro-
form und fetten Ölen. Bei der Anwendung
als Schlafmittel (in Gelatinekapseln) ist

Vorsicht geboten. Vorsichtig aufzubewahren 1

—	Zollfrei.

Azinfarbstoffe, eine Gruppe organischer
Farbstoffe, welche sich von Phenazin ab-
leiten und die Induline (Azingrün) und Safra-
nine (Azinscharlach) als wichtigste Vertreter
umfassen. — Zollfrei.

Azoblau, ein blauschwarzes, in Wasser mit
violetter Farbe lösliches Pulver, welches
Baumwolle im Seifenbade grauviolett färbt,
besteht aus dem Natronsalze der Ortho-Toli-
dindisazoalphanaphtolmonosulfosäure. — Zoll-
frei.

Azococcin, braunes, in Wasser mit roter
Farbe lösliches Pulver, besteht aus dem Na-
tronsalz der Amidoazobenzolazoalphanaphtol-
monosulfosäure und wird in der Wollfärberei
benutzt. — Eine andere Sorte, Azococcin
2 R, besteht aus dem Natronsalze der Xylidin-
azoalphanaphtolmonosulfosäure und erscheint
als rotbraunes Pulver. — Zollfrei.

Azofarbstoffe, Sammelname für eine große
Zahl von Teerfarben, welche die,,Azogruppe“,
d. h. zwei miteinander doppeltverbundene
Stickstoffatome, enthalten. Durch Eintritt
dieser Gruppe in organische Radikale ent-
stehen ganz allgemein gefärbte Verbindun-
gen, welche aber noch nicht auf der Faser
haften. Um eigentliche Farbstoffe zu er-
zeugen, müssen noch Gruppen sauren oder
basischen Charakters eintreten. Die Farb-
stoffe, in denen mit der Azogruppe nur
Benzolreste verbunden sind, zeigen meist
gelbe bis braune Töne, während durch Ein-
fügung der Naphtalingruppe oder anderer
höherer Radikale auch rote, violette und
blaue Farben entstehen. Von den verschie-
denen Unterabteilungen sind die Amidoazo-
verbindungen und die Oxyazoverbindungen
die bekanntesten. Die technisch wichtigsten
Farbstoffe der einzelnen Gruppen werden
unter ihrem besonderen Namen besprochen.

—	Zollfrei.

Azogelb (Azoflavin, Azosäuregelb,
Indiengelb), seit 1880 bekannter Teerfarb-
stoff, ein ockergelbes, in heißem Wasser
lösliches Pulver, ist ein Gemenge von nitrier-
tem Diphenylaminorange mit Nitrodiphenyl-
aminen. A. färbt Wolle in saurem Bade
gelb. — Zollfrei.

Azolitmin, der Farbstoff des Lackmus,
aus welchem er durch Extraktion mit Wasser
und folgende Behandlung mit Alkohol und
Eisessig in reinem Zustande gewonnen wird.
Die wäßrige Lösung, welche auf Zusatz von
Alkalien blau und von Säuren rot wird, bildet
einen der wichtigsten Indikatoren in der Al-
kalimetrie. — Zollfrei.

Azoorseillin, ein seit 1883 bekannter Teer-
farbstoff, schwarzvioletter Teig, färbt Baum-
wolle im Seifenbade braunrot und besteht
aus dem Natronsalze der Benzidindisazo-
alphanaphtolmonosulfosäure. — Zollfrei.

Azorubin. Von diesem Teerstoff unter-
scheidet man zwei Arten als Azorubin S
und 2 S, beides braune, in Wasser mit roter
Farbe lösliche Pulver, welche mit ver-