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Balata

Azoschwarz

schiedenen Nuancen färben. Ersteres ist
das Natronsalz der Naphtionazoalphanaph-
tolmonosulfosäure, letzteres das Natronsalz
der Amidoazob enzolmonosulfosäureazoalpha-
naphtolmonosulfosäure. — Zollfrei.

Azoschwarz (Blauschwarz B), ein Wolle
in saurem Bade blauviolett färbender Teer-
fatbstoff, kommt als blauviolettes, in Wasser
lösliches Pulver in den Plandel und besteht
aus dem Natronsalz der Betanaphtylamin-
sulfosäureazoalphanaphtylaminazobetanaphtol-
disulfosäure. — Zollfrei.

Azoviolett, ein schwarzblaues,in Wasser mit
rotvioletter Farbe lösliches Pulver, färbt
Baumwolle im Seifenbade blauviolett und
besteht aus dem Natronsalz der Dianisi-
dindiazonaphtionsäurealphanaphtolmonosulfo-
säure. — Zollfrei.

Azurophenolin, ein seit 1886 aus England
in den Handel kommender wasserlöslicher
Teerfarbstoff, eignet sich namentlich zum
Blaufärben von Seide. — Zollfrei.

Azymol, eine als Mundwasser angepriesene
spirituöse Lösung von Salizylsäure, Saccharin,
Vanillin und Menthol, welche mit Fuchsin
rot gefärbt ist. — Zoll: 300 M.

Azzarolo (Lazzerolo), eine im italieni-
schen Handel vorkommende Obstart, die
Früchte von Crataegus Azarolus, haben
die Größe der Mispeln, sind rot oder blaß-
gelb, rund mit zurückgeschlagenen Kelch-
abschnitten, schmecken angenehm säuerlich
und werden sowohl roh, als auch eingemacht
genossen. Das Holz des Baumes wird zu
Drechslerarbeiten verwendet. — Zoll: S.Tarif
Nr. 47/52.

B.

Bablah (frz. Galle des Indes, engl. Bablah-
gall), die Früchte verschiedener Acaciaarten,
die man ihres hohen Gerbstoffgehaltes wegen
zum Gerben und Schwarzfärben benutzt. Man
unterscheidet: 1. Ostindische B. (Babula,
Babool, Burbura), von Acacia arabica,
var. indica. Die Handelsware erscheint ge-
wöhnlich in einzelnen Gliedern der zerbro-
chenen platten Schalen mit dunkelbraunen,
geibgeränderten Samenkernen. Die Hülsen
sind auf der Oberfläche mit einem feinen
kurzhaarigen Filz überzogen. 2. Ägyptische
B. (Neb-Neb, Garrat), von Acacia nilo-
tica. Die Hülsen dieser Sorte sind nicht
behaart, sondern völlig kahl und grünbraun,
in der Mitte glänzender und dunkler bis
schwärzlichgrün. Die Ware enthält meist nur
einzelne Hülsenglieder. Außer diesen beiden
Hauptsorten kommen zuweilen auch noch
einige, in den Handel, so die Früchte von
Acacia Adansoriii (Gousses de Gonakö)
und von A. farnesiana. — Zollfrei.

Babulgurnmi (Gond-Babul), eine gerin-
gere Sorte Gummi arabicum aus Bengalen,
von Acacia arabica. — Zollfrei.

Baccae, Beeren. B. Alkekengi, Juden-
kirschen; B. Ebuli, Attichbeeren; B. Jujubae,
Brustbeeren; B. Juniperi, Wachholderbeeren;
B. Lauri, Lorbeeren; B. Mori, Maulbeeren;
B. Myrtillorum, Heidelbeeren; B. Phytolaccae,
Kermesbeeren; B. Rhamni catharticae, Kreuz-
beeren; B. Ribium, Johannisbeeren; B. Rubi
Idaei, Himbeeren; B. Sambuci, Holunder-
beeren u. a. Verschiedene, sonst zu den
eeren gerechnete Pflanzenprodukte stellt
^Jübrigens jetzt unter Fructus, Früchte.
Wegen des Zolles s. die einzelnen Artikel.
, c"°bst (frz. Fruit ä cuire, Fruit sechö,
ß ' baked fruit), das entweder an der Luft
n,er m besonderen Backöfen getrocknete
? > nai»entlich Äpfel, Birnen, Pflaumen
n irschen. Das Haupterfordernis zur Er-
zie ung einer guten Ware ist, daß die Tem-
peratur beim Trocknen nicht zu hoch steigt.

Näheres siehe unter Äpfelschnitte, Dörrobst,
Obst. — Zoll: S. Tarif Nr. 48.

Backpulver nennt man chemische Präpa-
rate, welche an Stelle der Hefe benutzt
werden, um wie diese ein Aufgehen des
Teiges zu verursachen. Ihre Wirkung beruht
darauf, daß sie bei höherer Temperatur oder
beim Feuchtwerden Kohlensäure abspalten.
Das bekannteste Mittel ist das Hirschhorn-
salz (Ammoniumkarbonat). Alle übrigen,
auch die mit großer Reklame vertriebenen,
B. des Handels sind Mischungen von Alkali-
bikarbonaten (doppeltkohlensaures Natron)
mit Weinsäure oder sauren Salzen (Wein-
stein, saures Kalziumphosphat u. a.). Die B.
müssen trocken aufbewahrt werden.

Bael (lat. Fructus belae, frz. Baele, engl.
Bael), die Frucht einer indischen Pflanze,
AegleMarmelos, dient als adstringierendes
Arzneimittel. — Zollfrei.

Baggings sind die groben, aus Jute her-
gestellten Emballagesäcke für Zucker, Mehl,
Getreide, die namentlich in Schottland her-
gestellt werden. Eine zweite Sorte derselben
heißt Sackings, während die feineren Sorten
Hessians genannt werden (vgl. die Artikel
Jute und Gunny). — Zoll: S. Tarif Nr. 470ff.,
sowie Nr. 543, Anm. 10.

Balata, eine der Guttapercha und dem
Kautschuk ähnliche Substanz, wird aus dem
Safte der Sapota Mülleri, dem Bully-
tree Guayanas, durch Eintrocknen gewonnen.
Ein Baum mittlerer Größe liefert beim Ein-
schneiden jährlich 0,3—0,5 kg, beim Fällen
auf einmal 3—6 kg B. Die Ware findet
hauptsächlich in der englischen Industrie,
weniger in Deutschland Verwendung. Sie
hat sich namentlich zur Herstellung von
Treibriemen gut bewährt und wird außerdem
für Schuhsohlen, Absätze und elektrische Iso-
latoren, hingegen nicht für chirurgische In-
strumente benutzt. Die B. ist graubraun,
rötlichweiß bis bräunlichrot, lederartig zähe,
läßt sich aber schneiden, ist außerordentlich