﻿Bamboonüsse

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Bankulöl

matische Säuren (Zimtsäure, Benzoesäure),
sowie deren Äther und Aldehyde. Mit Aus-
nahme des Terpentins, den man jedoch ge-
wöhnlich nicht zu den B. rechnet, sind
alle B. Produkte der warmen Zone. Die
jetzt noch im Handel vorkommenden B.
sind: Perubalsam, Tolubalsam, Kopai-
vabalsam, Gurjunbalsam, Storax und
Kanadabalsam. Vergl. diese unter ihrem
Namen. Den Namen Balsam führen ferner
verschiedene Pharmazeutische Präparate, die
nicht mit den eben angeführten Naturpro-
dukten verwechselt werden dürfen, indem sie
mit diesen gar nichts gemein haben. — Na-
türliche Balsame sind zollfrei. Die künst-
lichen B. sind zollpflichtig lt. Tarif Nr. 386.
388/9.

Bamboonüsse (Bambeonüsse), die sehr
harten Samen der Weinpalme, Raphia
longiflora, sind 4,5—6,5 cm lang, walzig-
eiförmig und mit einer nur dünnen Rinde
bedeckt. Man benutzt sie zu Drechsler-
arbeiten, wozu sie sich aber weniger gut
eignen, als die Steinnüsse. — Zollfrei.

Bambusrohr (frz. und engl. Bamboo) ent-
stammt einer zu den Gräsern gehörigen
tropischen Pflanze, Bambussa arun-
dinaeea, welche mit erstaunlicher Rasch-
heit baumartig zur Höhe von 20 m und
darüber empor wächst. In ausgewachsenem
Zustande ähnelt ihr Bau demjenigen einer ita-
lienischen Pappel, indem der 80 cm dick wer-
dende gerade Stamm etwa 6 m über dem
Boden zahlreiche aufstrebende Äste nach allen
Seiten auftreibt, die mehrfach wieder Seiten-
triebe aussenden. Das ganze Gewächs ist
hohl und in kurzen Abständen durch Knoten
abgeteilt, wie die bei uns gebräuchlichen
Bambusstöcke und Schirmstiele, irrtümlich
wohl auch Zuckerrohr oder Pfefferrohr
genannt, ersehen lassen. In Ostindien und an-
deren Gegenden Südasiens, wo der Bambus
in großer Menge wächst und seines vielfachen
Nutzens wegen auch häufig gepflanzt wird,
findet er die mannigfaltigste Verwendung.
Bei großer Leichtigkeit, verbunden mit bedeu-
tender Festigkeit und Dauerhaftigkeit, die be-
sonders durch die stark kieselhaltige Rinde
bedingt wird, bildet das stärkere Holz ein aus-
gezeichnetes Material zu Wasserrohren und
Gefäßen, zum Häuser- und Brückenbau, zu
Masten, Stangen und Leitern. Kleineres dient
zu Möbeln und andern Hausgeräten, gespal-
ten zu Flechtwerk, Körben, Matten, Segeln,
Rollvorhängen, Regen- und Sonnenschirmen,
Hüten und Stricken, ja selbst zu Kunst-
arbeiten, wie Schnitzwerk, gravierten und ein-
gelegten Arbeiten. Die im Innern der Stäbe
angesammelte weiße Ausscheidung von Kiesel-
säure wird von den Hindus unter dem Namen

abascjjir a;s Arzneimittel verwandt. Die

hmesen benutzten den B. außerdem zur Be-
reitung von Papier und die jungen Triebe
anstatt Spargelgemüse. Neuerdings hat sich
aut Jamaika ein Ausfuhrhandel mit Bambus-
laser entwickelt, die mittels zerreibender Ma-
schinen hergestellt wird, und teils nach Eng-
land, häufiger aber nach Nordamerika aus-

geführt wird, jedenfalls als Papierstoff. Die
Samenkörner des * B. geben ein leidliches
Brot, jedoch hat diese Verwendung nur ge-
ringe Bedeutung, da die Pflanze erst mit
25 Jahren, und dann nur für einmal Samen
trägt, worauf sie gleich abstirbt. Die grünen
zarten Sprossen werden in Indien mit Essig
und scharfem Gewürz eingemacht und unter
dem Namen Achia oder Atchia verkauft.
— Zoll: S. Tarif Nr. 69 und 642.

Bananen (frz. Bananes, engl. Bananas) sind
die Früchte verschiedener Arten der Gattung
Musa (Pisang), namentlich aber von Musa
paradisiaca, Musa sapientum und Musa
chinensis. Die in den ganzen Tropengegen-
den verbreiteten und auch kultivierten Pflan-
zen gehören zu den ergiebigsten Nahrungs-
pflanzen, indem eine jede aus ihren stets neu
aufsprossenden Stämmen im Jahre durch-
schnittlich 50—75 kg Früchte liefert, die an
einem gemeinschaftlichen Stiele (Frucht-
kolben) oft bis zu 200 Stück hängen. Die
Früchte bilden eines der wichtigsten Nähr-
mittel für die Tropengegenden und werden
neuerdings auch in großen Mengen nach Eu-
ropa eingeführt. Die Beförderung geschieht
mit den Schnelldampfern aus Westindien und
besonders von den Kanarischen Inseln in der
Weise, daß die Fruchtzweige hängend oder
in Körben transportiert werden. Die einzelnen
Früchte sind gewöhnlich 1—H/2 cm lang,
sichelförmig gekrümmt, zeigen drei stark her-
vortretende und drei schwächere Kanten und
haben eine gelbe, braunfleckige dicke Schale
und ein mehliges, süßes Fleisch, welches einen
deutlichen Geruch und Geschmack nach Essig-
säureamyläther besitzt. — Bananenfaser, s.
Manilahanf. — Zoll: S. Tarif Nr. 50ff. 202.
215.

Bankulnüsse (frz. Noix de bancoul, engl.
Candle nuts) sind die Früchte des Kerzen-
baums (Lichtnußbaum, Candlenuß-
baum), eines großen, 12—iS m hoch werden-
den Baumes aus der Familie der Euphor-
biaceen, Aleurites triloba Forst (Aleu-
rites molluccana Willd.), der auf den Süd-
seeinseln seine Heimat hat, aber auch in
Vorder- und Hinterindien, Java, Rdunion und
Mauritius, in Westindien und Südamerika an-
gebaut wird. Der sehr schnell wachsende
Baum trägt schon im zweiten Jahre Früchte
und gedeiht sowohl auf den Gebirgen, als
auch in der Ebene. Die fleischige Kapsel-
frucht ist rundlich, etwas zusammengedrückt,
im reifen Zustande olivenfarbig und hat 4 bis
6 cm im Durchmesser. Sie enthält gewöhnlich
1—2, mit steinharter, runzliger, dunkelbrauner
Schale umgebene Samen, welche 12—15 g
wiegen und zur Gewinnung des Bankuloles
(s. d.) dienen. Auf den Südseeinseln benutzen
die Eingeborenen die B. schon seit langer Zeit
als Beleuchtungsmaterial, indem sie die zer-
stoßenen Samen mit Baumwolle zu einem
Teig verarbeiten, diesen in Stücke von Bam-
busrohr füllen und so eine Art von Kerzen
gewinnen. — Zollfrei.

Bankulöl (Kukuiöl, Javaöl, Aleurites-
81, frz. Huile de bancoul, engl. Kekune-oil,