﻿Barbatimaorinde

40

Barometer

Candle nuts-oil), das fette öl der Bankulnüsse
(s. d.), ist im kalt gepreßten Zustande klar,
schwachgelblich, von angenehmem Geruch
und Geschmack. Warm gepreßt hat es eine
bräunliche Farbe, dickflüssige Beschaffenheit
und widrigen Geruch und Geschmack, und
wirkt dann auch abführend, ähnlich dem Ri-
zinusöl. Das kalt gepreßte Öl hat ein spez.
Gew. von 0,923, das warm gepreßte ein solches
von 0,913. Das B. gehört zu den trocknenden
Ölen und eignet sich daher gut zur Bereitung
von Druckerschwärze und Ölfirnis als Ersatz
des Leinöls, ebenso auch zur Seifenfabrikation.
Man bezieht es von Guadeloupe, Martinique,
Tahiti und Rdunion, ein großer Teil wird auch
aus importierten Nüssen in Hamburg und
Itzehoe gewonnen. Das B. besteht etwa zu
30°/o aus dem Glyzerid der Leinölsäure. Die
Preßrückstände, Candlenußkuchen, kom-
men ebenfalls in den Handel. Sie sind sehr
stickstoffreich und eignen sich daher zu Vieh-
futter, vorausgesetzt, daß das öl, wegen seiner
abführenden Eigenschaften, möglichst entfernt
worden ist. — Zoll: S. Tarif Nr. 166/167.
Rückstände zollfrei.

Barbatimaorinde (lat. Cortex barbatimao,
frz. Ecorce de Barbatimao, engl. Barbatimao-
bark). Unter diesem Namen erhält man ver-
schiedene gerbstoffhaltige Rinden aus Bra-
silien, die zum Gerben, sowie zuweilen als ad-
stringierendes Heilmittel angewendet werden.
Am häufigsten findet sich die Rinde von
Pithecolobium Avaremotemo, flache
dunkelviolette Baststücke, die stellenweise mit
ausgeschwitztem Gummi bedeckt sind. —
Zollfrei.

Barellas Magenpulver besteht im wesent-
lichen aus Natriumbikarbonat. — Zoll: S.
Tarif Nr. 388.

Bärentraubenblätter (Sandtraube,
Wolfsbeere, Sandbeerenkraut, lat. Fo-
lia uvae ursi, frz. Raisin d’ours, Feuilles de
busserole, engl. Bearberry-leaves), die von
den jüngeren Zweigen gesammelten Blätter
eines kleinen, in den Wäldern Nordeuropas
wachsenden immergrünen Strauches, Arcto-
staphylos Uvae Ursi (Arbutus uvae ursi),
sind klein, kurzgestielt, umgekehrt eiförmig,
lederartig, ganzrandig, beiderseits netzaderig
und glänzend, oben dunkelgrün, unten etwas
heller und geruchlos und besitzen einen bit-
teren Geschmack. Die Ränder der Blätter
sind spärlich behaart, nicht kahl. Sie werden
als harntreibendes Mittel vielfach verwendet,
enthalten Urson, Ericolin und Arbutin
als charakteristische Bestandteile neben viel
Gerbsäure, sowie 0,01% ätherisches öl
(Bärentraubenöl). Verwechslungen mit den
Blättern der Preißelbeere und denen von Vac-
cinium uliginosum sollen Vorkommen, sind
aber leicht zu erkennen, wenn man auf die
angegebene Beschreibung achtet. — Zollfrei.

Bärlappsamen (Hexenmehl, Fresel-
mehl, Blitzpulver, lat. Lycopodium, Se-
men lycopodii, frz. Lycopode, Soufre vögötal,
engl. Earthmoos-seeds, Vegetable Sulphur),
besteht aus den Sporen einer kryptogamischen

Pflanze, Lycopodium clavatum, welche in
den Wäldern des mittleren und nördlichen
Europa häufig vorkommt. Die meist aus Ruß-
land stammende Ware bildet ein blaß
schwefelgelbes, zartes, leicht bewegliches
Pulver ohne Geruch und Geschmack, welches
auf dem Wasser schwimmt, sich von diesem
schwer benetzen läßt und, in eine Licht-
flamme geblasen, schnell wie Schießpulver
verbrennt. Verfälschungen mit Erbsenmehl,
Stärke u. dergl. lassen sich durch Zusatz von
Jodlösung leicht nachweisen, während ein Ge-
halt an Schwefel sich durch den beim Ver-
brennen auftretenden stechenden Geruch
offenbart. Weitere Verfälschungen mit Pollen
von Pinus silvestris und anderen Pflanzen sind
unter dem Mikroskop erkennbar. Nach dem
Schütteln mit Chloroform schwimmt der B.
auf diesem, fremde Beimengungen sinken
unter. Verwendung: als Kinderstreupulver,
als Einstreupulver beim Metallformenguß und
in der Feuerwerkerei. — Zollfrei.

Bärwurzel (Bärenwurzel, lat.Radix meu,
frz. Racine de meou, engl. Harts root), ist
die früher in der Tierheilkunde viel verwen-
dete, jetzt wenig mehr gebräuchliche Wurzel
von Meum athamanticum. Sie besitzt einen
scharfen gewürzhaften Geschmack und wächst
auf den niedrigen Alpen Österreichs und der
Schweiz. Das aus ihr durch Destillation ge-
wonnene ätherische Öl (Bärwurzelöl) be-
sitzt eine dunkelgelbe Farbe, riecht dem Lieb-
stocköl ähnlich und hat ein spez. Gew. von
1,000. — Zollfrei. Das öl s. Tarif Nr. 353.

Barol, ein mit Kupfervitriol vermischtes
Teeröl, das wie Karbolineum zum Impräg-
nieren von Holz dient.

Barometer (frz. Baromötres, engl. Baro-
meters), sind Instrumente, welche dazu dienen,
den Druck der Luft zu messen. Nach ihrer
Konstruktion unterscheidet man Queck-
silberbarometer und Aneroidbaro-
meter, von denen die ersteren wieder in Ge-
fäß- und Heberbarometer zerfallen. Die
Quecksilberbarometer bestehen aus mit Queck-
silber gefüllten, oben zugeschmolzenen Glas-
röhren, in welchen das Quecksilber von der
Luft getragen wird, so daß über der Ober-
fläche des letzteren sich ein luftleerer Raum
befindet. Bei den Gefäßbarometern taucht
die Röhre unten in ein Gefäß mit Queck-
silber, während bei dem Heberbarometer der
untere, kugelförmig erweiterte Teil der Röhre
nach oben gebogen und natürlich offen ist.
Diese letzteren Glasbarometer, auch
Wettergläser genannt, werden in großen
Mengen in verschiedenen Orten des Thü-
ringer Waldes gefertigt (s. Glas). Die Ane-
roidbarometer sind von Metall gefertigt
und haben die Gestalt einer zylindrischen
Dose. Die Luft drückt hier nicht auf Queck-
silber, sondern auf eine luftleer gemachte,
sehr elastische metallene Kapsel, und den
Luftdruck zeigt ein Zeiger, ähnlich dem
Zifferblatt einer Uhr, an. Die Aneroidbaro-
meter sind für den Transport sehr bequem,
wozu sich die Quecksilberbarometer gar nicht
gut eignen, und werden daher vorzüglich zum