﻿Bary umsuperoxyd

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Baumöl

Baryumsuperoxyd (Baryumhyperoxyd,
lat. Baryum superoxydatum, frz. Hyperoxyde
de baryte, engl. Hyperoxyde de barium), eine
Verbindung von 1 Atom Baryum mit 2 Atomen
Sauerstoff, entsteht beim Erhitzen von Ba-
ryumoxyd auf 700° als ein weißes, in Wasser
unlösliches Pulver, das aus der Luft Kohlen-
säure anzieht und bei Behandlung mit ver-
dünnten Säuren Wasserstoffsuperoxyd ab-
spaltet. Bei 500—600° gibt es Sauerstoff
ab. B. findet vielfache Anwendung zur Fa-
brikation von flüssigem Sauerstoff und von
Wasserstoffsuperoxyd.

Basalt (frz. Basalte, engl. Basalt), eines
unserer jüngsten Eruptivgesteine, findet sich
meist in einzelnen kuppenförmigen Bergen,
doch auch zuweilen in deckenförmigen Lagern.
Der B. besitzt eine schwarze, dichte Grund-
masse, in welcher nur vereinzelt andere Mine-
ralien, namentlich grüner Olivin in größeren
Individuen eingelagert sind. Nach neueren
Untersuchungen läßt er sich als eine aphani-
tische und dichte Ausbildungsform des Dole-
rites betrachten, und man unterscheidet daher
auch: Plagioklasbasalt, Nephelinbasalt
und Leucitbasalt. Auch gibt es basal-
tische Laven, die in einigen Gegenden zu
Mühlsteinen verarbeitet werden. Die ge-
wöhnlichen B. bringt man durch Behauen
in eine annähernd regelrechte rectanguläre
Form und versendet sie oft weithin als
Pflastersteine. Große Mengen werden auf
der Elbe von Böhmen nach Sachsen und
Preußen verschifft. Auch als Zuschlag beim
Ausschmelzen von Eisenerzen wird der B.
zuweilen verwendet, wobei der starke Eisen-
gehalt mit zur Verwertung gelangt, sowie
endlich zu dunklem Flaschenglas. — Zollfrei.

Baseler Blau, ein zur Gruppe der Safranine
gehöriger Teerfarbstoff, bildet ein braunes
Kristallpulver, welches mit blauvioletter Farbe
in Wasser löslich ist und mit Tannin und
Brechweinstein gebeizte Baumwolle blau färbt.
Man erhält es durch Einwirkung von salz-
saurem Nitrosodimethylanilin auf Ditolylnaph-
tylendiamin in der Wärme. Es besteht dem-
nach aus Tolyldimethylamidophenotolylimido-
naphtazoniumchlorid. — Zollfrei.

Baseler Grün ist ein mit Chromgelb ge-
mischtes Schweinfurter Grün (s. d.).

Basilikumkraut (Basilienkraut, Kö-
nigskraut, lat. Herba basilici, frz. Basilic,
engl. Basil), die getrockneten Blätter und
Blütenzweige von Ocimum Basilicum,
einer aus Ostindien stammenden, bei uns
in Gärten angebauten krautartigen Labiate
mit angenehmem aromatischen Gerüche. Ver-
wendung findet das B. als Gewürz, selten
noch medizinisch, auch bildet es einen Be-
standteil des Kräuterschnupftabaks. Es ent-
hält im getrockneten Zustande ca. 1,5 %
ätherisches öl und Gerbsäure. — Zoll: Das
Kraut ist zollfrei; das ätherische öl: 30 M.

Bassiafett (lat. Oleum bassiae, frz. Beurre
de Bassia, engl. Butter of Bassia), Sammel-
name für verschiedene Pflanzenfette, welche
sämtlich durch Auspressen der Samen von
Bäumen der Gattung Bassia (Farn. Sapota-

ceen) in Indien und an der Westküste Afrikas
gewonnen werden. Sie finden Verwendung in,
der Seifen- und Kerzenfabrikation, in den
Ursprungsländern auch als Nahrungsmittel..
Die wichtigsten sind: 1. Illipö-Fett oder
Mahwa-Butter von Bassia longifolia und
latifolia, ein schmalzartiges, frisch grünlich-
gelbes, später weißes Fett von intensivem
Geruch. Der Schmelzpunkt des Fettes vom
Bassia latifolia liegt bei 25—30 °, von B. lon-
gifolia bei 42°. 2. Shea- oder Galambutter
von Bassia Parkii oder B. butyracea ist grau-
weiß bis grünlichweiß, besitzt aromatischem
Geruch und schmilzt bei 28—30°. — Zoll-:
S. Tarif Nr. 171.

Bast (frz. Liber, engl. Bast). Im Handel
versteht man hierunter die innere, aus langen
Fasern bestehende Rindenschicht mancher
Bäume (Baumbast), welche den Splint be-
deckt und sich durch Abschälen gewinnen
läßt. Die meisten Arten von B. zeichnen sich,
durch Zähigkeit, Biegsamkeit und Dauer-
haftigkeit aus. Der B. ist für die Gärtner
und Baumzüchter ein ganz unentbehrliches
Bindematerial und wird ferner zu Matten,
Decken und Hüten, ähnlich dem Stroh, sowie
zu Bändern, Bastbändern (librebandes) für
Zigarren verarbeitet. Der beste B. ist der
Lindenbast (s. d.), weniger wertvoll der vom
Pappeln, Akazien, Weiden, Ulmen und Erlen.
Besonders gerühmt wird der Indianabast
oder Raffiabast wegen seiner Weichheit
und großen Haltbarkeit. — Bast ist zollfrei,
Bastgeflechte s. Tarif Nr. 588.

Bataten, Wurzelknollen von Convolvulus
batatas bilden das wichtigste stärkemehl-
haltige Nahrungsmittel weiter Tropengegen-
den. Technisch werden sie zur Herstellung
von Arrow-Root verwendet. — Zollfrei.

Baumöl (Olivenöl, lat. Oleum olivarum,
frz. Huile d’olive, engl. Olive-oil) wird aus
den Früchten des Ölbaums, Olea europaea,
durch Auspressen gewonnen. Das bei niederer
Temperatur und gelindem Druck zuerst ab-
fließende Öl heißt Jungfernöl (frz. Huile
vierge, engl. Virgin oil) und findet als feinstes
Speiseöl Verwendung. Die durch stärkeres
Pressen der erwärmten Masse erhaltenen wei-
teren Anteile (Baumöl, Nachmühlenöl,
Höllenöl) dienen zur Beleuchtung, zur Fabri-
kation von Seife, Haaröl, Salben und anderen
technischen Zwecken. Die Preßrückstände
können schließlich noch mit Schwefelkohlen-
stoff extrahiert werden und liefern dann das
Sulfuröl, oder ihnen werden nach vorheriger
Gärung durch Auskochen mit Wasser die
letzten Reste als sog. Tournanteöl entzogen.
Besonders das letztere wird wegen seiner
Emulgierbarkeit mit Laugen in großen Men-
gen bei der Türkischrotfärberei benutzt. Das
reine Speiseöl, dessen feinste Sorten als Jung-
fernöl, Provencer-, Aixer- und Nizzaöl
bezeichnet werden, ist farblos bis hellgelb,
während die weniger feinen, aus unreifen
Früchten gewonnenen Öle infolge eines Chlo-
rophyllgehaltes bisweilen grün aussehen. Das
Olivenöl besitzt einen milden und angenehmen
Geschmack. Sein spez. Gew. beträgt 0,914