﻿Baumwollensamenkuchen.

45

Bdellium

Racine de Coton, engl. Cotton root bark),
kommt als bandförmige Rinde, von innen
weißlicher, außen gelbroter Farbe in den
Handel. Sie wird, namentlich in Form von
Fluidextrakt, medizinisch bei Erkrankungen
des Uterus verwendet, und soll in Amerika
als Abortivmittel mißbräuchlich angewendet
werden. — Zoll: Baumwolle roh, gefärbt,
gekrämpelt, gekämmt, gemahlen und ge-
bleicht, zollfrei, Baumwollegespinste, Baum-
wollwaren s. Tarif Nr. 439 ff. Die Wurzel-
rinde ist zollfrei.

Baumwollensamenkuchen (lat. Placenta
Seminis Gossypii, frz. Tourteaux de coton,
engl. Coton-Cake), die bei der Darstellung
des Baumwollensamenöls zurückbleibenden
Preßrückstände. Man unterscheidet solche
von ungeschälten und von geschälten
Samen und benutzt die letzteren als wert-
volles, an Eiweiß und Phosphaten reiches
Viehfutter, während die ersteren wegen der
noch in größerer oder geringerer Menge
anhaftenden Haare hierzu nicht geeignet sind
und daher meistens als Düngemittel ver-
wandt werden. Der ungeschälte oder mol-
lige B. ist dunkelbraun, die bessere Quali-
tät, als B. von Catania bekannt, heller ge-
färbt, die schlechteste Sorte bilden die syri-
schen. Die geschälten B. werden namentlich
von England und den Vereinigten Staaten
importiert. Die B. dürfen nicht dumpfig
riechen, nicht sauer reagieren und müssen
frei von Pilzwucherungen sein, wenn sie als
Futter verwendet werden sollen. Die unge-
schälten B. kommen auch im gemahlenen Zu-
stande in den Handel. Da wo das Baumwoll-
samenöl durch Extraktion gewonnen wird,
versendet man den Rückstand in Mehlform
(Extraktionsmehl, Baumwollensamen-
mehl). ■— Zollfrei.

Baumwollensamenöl (Cottonöl, lat. Ole-
um Gossypii, frz. Huile de coton, engl. Cot-
ton-oil), das fette Öl der Baumwollensamen,
wird teils in den Produktionsländern der
Baumwolle selbst erzeugt, teils in Europa
aus importiertem Samen gewonnen. Das rohe
B. ist trübe und dunkelbraun und kann nur
als Schmieröl verwendet werden, das raffi-
nierte hat eine gelbe Farbe, erstarrt bei
— 2—30 C. und hat ein spez. Gew. von
0,922—0,930. Es wird teils als Brennöl, teils
in der Seifenfabrikation und neuerdings auch
als Speisefett (Florida-Öl), sowie zum Ver-
fälschen teurerer Öle verwandt. Zum Nach-
weise des B. erhitzt man 10 ccm mit einer
Mischung von Amylalkohol und Schwefel in
Schwefelkohlenstoff, wobei B. eine rote Fär-
bung annimmt. — Zoll: S. Tarif Nr. 166/7.

Bauxit (Beauxit), ein Mineral, welches in
seinem Aussehen dem Bolus sehr ähnlich
erscheint und dadurch charakterisiert ist, daß
freie, nicht an Kieselsäure gebundene
lonerde (Aluminiumoxyd) enthält. Seine
Zusammensetzung ist jedoch selbst an ein
und demselben Fundorte sehr schwankend,
so daß der B. eigentlich kaum als selb-
ständige Mineralspezies angesehen werden
kann. Die meisten B. sind Gemenge von

Tonerdehydrat mit Eisenoxydhydrat. Ihr Ge-
halt an Tonerde steigt bis zu 65°/o, der Ge-
halt an chemisch gebundenem _ Wasser
schwankt zwischen 9 und 22°/o. Die Farbe
ist meist rotbraun bis dunkelrot, doch gibt es
auch nur sehr wenig gefärbte B. Verwendung
findet der B. zur Bereitung von Alaun,
schwefelsaurer Tonerde, Tonerdenatron und
Aluminiummetall, ferner auch zur Ausfütte-
rung der Siemensschen rotierenden Öfen für
Stahl- und Eisenbereitung. — Zollfrei.

Baycuruwurzel (lat. Radix baycuru, frz.
Racine de Baycuru, engl. Baycuru-root), die
Wurzel der in Südamerika heimischen, zu
den Plumbagineen gehörigen Statice Bra-
siliens is, besteht aus 0,5—2 cm dicken
knolligen Stücken mit schwarzer, rissig ge-
wundener Rinde. Auf dem Querschnitt ist die
Wurzel dunkelbraun, glänzend und zeigt eine
deutliche radiale Anordnung der Gefäß-
bündel. Die B. wird in Amerika als ausge-
zeichnetes Beruhigungsmittel bei Menstrua-
tionsschmerzen empfohlen. — Zollfrei.

Bay-öl (Bay-Rum-öl, lat. Oleum Pi-
mentae acris, Oleum Myrciae, frz. Essence
de Myrcia, engl. Oil of Bay), das ätherische
Öl eines westindischen Strauches (Pimenta
acris), von gewürzhaftem Geruch, wird zur
Bereitung von Bay-Rum (s. d.) verwendet.
Man bezieht es aus Amerika. Die Bayblätter
liefern zirka 2,5 °/o ätherisches B. vom 0,965
bis 0,985 spez. Gew. — Zoll: 30 M.

Bayrischblau. Unter diesem Namen wer-
den verschiedene Teerfarbstoffe zusammen-
gefaßt. B. spritlöslich (frz. Bleu directe),
ein braunes, wasserlösliches Pulver, welches
dem Diphenylaminblau sehr ähnlich ist.
Bayrischblau DSF und DBF. Beide
werden durch Einwirkung von konz. Schwefel-
säure auf Diphenylaminblau und Sättigen
mit Natron erhalten und stellen das Natron-
salz der Triphenylrosanilindi- bzw. trisul-
fosäure dar. In Wasser lösliche blaue Pulver,
welche zum Färben von Wolle, Baumwolle
und Seide viel benutzt werden. — Zollfrei.

Bay-Rum, ein ursprünglich in den wärme-
ren Teilen von Amerika allgemein verbrei-
tetes, jetzt auch in Europa viel verwendetes,
erfrischendes Waschmittel für Kopf, Hände
und den ganzen Körper, soll die durch Hitze
und Anstrengung ermüdeten Glieder er-
quicken und den Schweißgeruch entfernen.
Er wird am besten auf St. Thomas und
Jamaika aus den frischen Beeren und Blät-
tern des Baybeerenbaumes (Pimenta acris)
durch Destillation mit feinem Rum bereitet,
jetzt aber meist durch Mischen von Bay-öl,
Rum, Wasser und Spiritus hergestellt. —
Zoll: 300 Mk.

Bazillol, zur Desinfektion benutzte Kresol-
seifenlösung. — Zoll: S. Tarif Nr. 254/6.

Bdellium (lat. Gummi s. Resina Bdellium,
frz. Resine od. Gomme bdellium, engl. Gum
bdellium), ein balsamisch riechendes Gummi-
harz aus Senegambien und der afrikanischen
Ostküste, stammt von Balsamodendron
africanum. Das B. wurde früher zu Pfla-
stern und als Räuchermittel verwendet, hat aber