﻿Benzoeäther

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Berberin

gelagerten Mandeln und Pflanzenresten in
den Handel. Ihr spez. Gew. beträgt 1,100 bis
1,120. c) Palembang- oder Palem-Benzoe
ist der vorigen ähnlich, aber minderwertiger,
d) Sumatrabenzoe, große, in Massen ver-
packte Blöcke, e) Penangbenzoe, braune
poröse, anscheinend zusammengeschmolzene
Klumpen. Sämtliche Sorten von B. haben
einen angenehmen Geruch. Sie enthalten
drei sich wenig voneinander unterscheidende
Harze und Benzoesäure oder Zimtsäure, zu-
weilen auch beide Säuren zugleich, von 12
bis 38°/o. Wissenschaftlich unterscheidet man
B., die nur Benzoesäure, und solche, die
Benzoesäure und Zimtsäure enthält. Medi-
zinisch ist nur die erstere zu verwenden, wäh-
rend letztere für Parfümeriezwecke verbraucht
wird. Zu den medizinisch verwendeten B.-
Sorten gehören: Siam- und Kalkuttabenzoe,
zu den in der Parfümerie verwendeten rechnet
man: Sumatra-, Palembang- und Penang-
benzoe. — Prüfung der B. Die Gegenwart
von Zimtsäure in einer B. erkennt man leicht
auf folgende Weise: Man zerreibt die B. zu
Pulver, kocht dieses mit etwas Wasser und
filtriert. Das Filtrat wird durch Verdampfen
etwas konzentriert und dann mit etwas über-
mangansaurem Kali zum Kochen erhitzt.
Wenn Zimtsäure vorhanden ist, tritt hierdurch
der Geruch nach Bittermandelöl auf. — Zoll-
frei.

Benzoeäther (Benzoesäureäther, Ben-
zoevinester, benzoesaures Äthyloxyd,
Benzoesäureäthyläther, lat. Äther ben-
zoicus, frz. Ether benzolque, engl. Benzoic
ether), eine wasserhelle farblose, aroma-
tisch riechende Flüssigkeit vom spez. Gew.
1,0517 und vom Siedepunkte 213°, wird durch
Einleiten von gasförmiger Salzsäure in eine
alkalische Lösung von Benzoesäure erhalten
und zur Bereitung von Fruchtäthern sowie
von Parfüms (Peau d’Espagne) verwendet.
In Wasser ist der B. nur sehr wenig, in Al-
kohol leicht löslich. — Zoll: S. Tarif Nr. 347.

Benzoesäure (Benzoeblumen, lat. Aci-
dum benzoicum, Flores benzoes, frz.
Acide benzoique, engl. Benzoic acid),
eine in vielen Balsamen und Harzen, beson-
ders in der Benzoe enthaltene organische
Säure, welche in chemischer Hinsicht als
Benzolkarbonsäure aufzufassen ist. Zu ihrer
Darstellung wird zimtsäurefreies Benzoeharz
entweder mit Kalkmilch ausgekocht und die
Lösung mit Salzsäure gefällt, oder das Harz
wird einfach der Sublimation unterworfen.
Zu pharmazeutischen Präparaten darf nur
die sublimierte Säure benutzt werden. Für
technische Zwecke bediente man sich früher
als Ausgangsmaterial vielfach des Plarns von
Pferden und Rindern, deren Hippursäure bei
geeigneter Behandlung in B. übergeht. Neuer-
dings wird die Säure jedoch meist synthetisch
aus phtalsaurem Kalzium oder Toluol dar-
gestellt. Die B. kristallisiert in schönglänzen-
den Blättchen, welche, wenn aus dem Harz
gewonnen, bräunlich aussehen und schwach
aromatisch riechen, sonst färb- und geruchlos
sind. Sie ist wenig in kaltem, leichter in

heißem Wasser löslich, schmilzt bei 120°
und siedet bei 250° unter Entwicklung husten-
reizender Dämpfe. Im Hinblick auf das
Fehlen charakteristischer Reaktionen stellt
man zum Nachweise der B. am zweckmäßig-
sten den charakterisch riechenden Äthylester
dar. B. findet Anwendung als Heilmittel,
ferner zur Herstellung von Teerfarben und
neuerdings auch, an Stelle der durch das
Fleischbeschaugesetz verbotenen Stoffe (Sali-
zylsäure, Borsäure usw.), zur Konservierung
für Fleischwaren. Da sie jedoch nach phar-
makolog. Untersuchungen für den mensch-
lichen Organismus nicht indifferent ist, muß
letztere Verwendung als unerwünscht be-
zeichnet und zum mindesten eine deutliche
Deklaration verlangt werden. Von den Ver-
bindungen der B. mit Basen, Benzoaten, hat
das Natriumsalz hauptsächlichste Bedeutung.
— Zollfrei.

Benzol, ein im Steinkohlenteer enthaltener
Kohlenwasserstoff, welcher sich neben Toluol,
Xylol u. a. auch im Rohbenzol und Stein-
kohlenbenzin vorfindet und daraus durch
fraktionierte Destillation gewonnen wird. In
reinem Zustande erscheint es als eine farb-
lose, stark lichtbrechende Flüssigkeit vom
spez. Gew. 0,884 und dem Siedepunkte 80,5°.
B. brennt mit leuchtender, stark rußender
Flamme, mischt sich mit Alkohol, Äther,
Petroläther, Holzgeist und Azeton, ist aber
in Wasser unlöslich. Man benutzt es in der
Industrie als Lösungsmittel für Fette, Kaut-
schuk und als Ausgangsmaterial für die Dar-
stellung des Anilins und zahlreicher künst-
licher Farbstoffe, besonders des Indigos. —
Zoll: S. Tarif Nr. 245.

Benzopurpurin, ein Teerfarbstoff, von
welchem drei Arten, 1 B, 4 B und 6 B, unter-
schieden werden. Sie kommen als braune
oder rote, in Wasser lösliche Pulver in den
Handel, die Baumwolle im Seifenbade rot
färben. Sie gehören zur Gruppe der Azo-
farbstoffe und werden (1B und 6 B) durch'
Einwirkung von diazotiertem Tolidin auf Al-
pha- oder auf Betanaphtylaminmonosulfosäure
erhalten, während die Sorte 4 B durch Ein-
wirkung von Naphtionsäure auf diazotiertes
Tolidin entsteht. — Zollfrei.

Benzosol, Guajakolbenzoat, ein neues
Medikament, das durch Behandlung von
Guajakol mit Ätzkali und Benzoylchlorid als
farbloses Kristallpulver vom Schmelzpunkt 56°
gewonnen wird. Es wird bei Phtisikern und
als Darmantiseptikum an Stelle von Guajakol
und Kresol, vor denen es den Vorzug der
Geschmacklosigkeit besitzt, verordnet. — Zoll:
S. Tarif Nr. 388.

Benzylviolett (Violett 5 B, Pariser Vio-
lett 6 B), ein in Wasser mit violetter Farbe
löslicher Teerfarbstoff, wird zum Färben von
Seide, Wolle und Baumwolle benutzt. Es
besteht im wesentlichen aus salzsaurem Pen-
tamethylbenzylpararosanilin. — Zollfrei.

Berberin (lat. Berberinum), eine stick-
stoffhaltige Pflanzenbase, die man bis jetzt
schon in vielen Pflanzen aufgefunden hat, so
in allen Teilen des Sauerdorns (Berberis

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