﻿Birkenholz

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Biskuit

die Nährwerteinheit sehr hoch, noch teurer
als in Tropon. — Zoll: S. Tarif Nr. 217.

Birkenholz (lat. Lignum betulae, frz. Bois
de bouleau, engl. Birch-wood), das Holz ver-
schiedener Birkenarten, hauptsächlich der ge-
wöhnlichen Weißbirke (Betula alba), ist
von mäßiger Härte, leicht, langfaserig und
sehr zähe. Die Spiegel sind sehr fein und
kaum zu erkennen, junges Holz ist weiß,
älteres rötlich. Es trocknet schwer aus,
quillt leicht auf, fault im Freien und unter-
liegt bald dem Wurmfraß. Man benutzt es
als Werkholz, zu Wagenarbeiten, Stühlen und
als ein sehr gutes Brennholz. Das Holz der
Zuckerbirke (Betula lenta), in Nordame-
rika, ist sehr schön rosarot und wird dort als
Nutzholz verwendet. Die Rinde der Weiß-
birke, die Birkenrinde, wird zum Gerben
benutzt. — Zoll: S. Tarif Nr. 74ff., Nr. 615ff.
Gerbrinde: Nr. 92.

Birkenteer (Birkenöl, Littauer Balsam,
Dagget, Doggert, Dziegiec, lat. Ole-
um betulinum, Oleum rusci; frz. Huile de
bouleau, Huile russe, engl. Birch-oil), eine
braunschwarze, ziemlich dickflüssige Masse
von eigentümlichem Gerüche, wird in Ruß-
land in großer Menge durch trockene De-
stillation der Birkenrinde bereitet und bei
der Herstellung des Juchtenleders verwendet,
welches hierdurch seinen aromatischen Ge-
ruch erhält. Verwendet wird B. äußerlich bei
Hautkrankheiten und in der Volksmedizin.
Der rektifizierte B. (lat. Oleum betulinum
rectificatum, frz. Essence de goudron de
Bouleau, engl. Oil of Birch Tar) ist hell-
gelb und wird gleichfalls gegen Hautkrank-
heiten, ferner als Einreibung gegen Gicht
und Rheumatismus und als Tierheilmittel an-
gewandt. — Zollfrei, ebenso das B.-öl.

Birkenwasser (Birkenwein, Birken-
met) nennt man das erfrischende Getränk,
das durch Anzapfen der Stämme im Frühjahr
gewonnen wird. Produktionsländer sind na-
mentlich Schweden, Norwegen, Kurland, Liv-
land. B. geht leicht in Gärung über. Man
füllt den Saft daher nach der Gewinnung
schnell in Flaschen und verschließt diese.
Beim Öffnen entsteht dann ein leichtes Schäu-
men durch die zurückgehaltene Kohlensäure,
welches meist durch Zusatz von etwas Zucker
noch verstärkt wird. — Zoll: B. ungegoren
zollfrei, mit Zucker versetzt: 60 M.

Birnbaumholz (lat. Lignum piri, frz. Bois
de poirier, engl. Pear wood), das Holz der
verschiedenen Abarten des Birnbaums, Pi-
rus communis, ist fein, sehr dicht und
mäßig hart, mit kleinen, nicht auffallenden
Spiegeln und wenig hervortretenden Jahres-
ringen, die etwas wellig verlaufen. Das Mark
erscheint auf dem Querschnitt rund und weiß
und hat 1—2 mm im Durchmesser. Das Kern-
holz ist gleichmäßig bräunlichrot, zuweilen
etwas geflammt. Wegen seiner gleichförmigen
Textur läßt es sich leicht und nach allen
Richtungen hin, ohne auszubröckeln, schnei-
den und wird daher gern zu Bildhauerarbeiten
und Formen für den Zeug- und Tapetendruck
verwendet, auch von Tischlern und Drechslern

oft verarbeitet. Es schwindet nur wenig,
läßt sich gut beizen und wird aus diesem
Grunde auch zur Imitation von Ebenholz viel
verwendet. Das Holz des wilden Birnbaums
ist noch fester und dauerhafter als das des
kultivierten. Beide sind leider dem Wurmfraß
sehr unterworfen. — Zoll: S. Tarif Nr. 74ff.,
Nr. 615 ff.

Birnen (frz. Poires, engl. Pears). Die zum
Kernobst gehörigen Früchte des Birnbaums,
Pirus communis, kommen teils frisch, teils
getrocknet und eingemacht in den Handel.
Im frischen Zustande besitzen sie im allge-
meinen eine geringere Haltbarkeit als die
ihnen nahe verwandten Äpfel und werden
daher auch nicht so weit versendet. — Man
zählt über 700 Sorten und gruppiert sie ge-
wöhnlich in Sommerbirnen, Herbst-
birnen und Winterbirnen. Letztere reifen
erst, nachdem man sie vom Baume genom-
men, im Laufe des Winters. Besonders be-
liebte und bekanntere Sorten sind: Rettich-
birne, Petersbirne, Butterbirne und
Muskatbirne, von denen es wieder ver-
schiedene Varietäten gibt. Über Aufbewah-
rung, Versendung, Trocknen usw. siehe unter
Obst. Man verwendet B. ferner als Zusatz
bei der Bereitung von Apfelwein. — Zoll:
S. Tarif Nr. 47/8.

Birnenäther, einer der gangbarsten Frucht-
äther, besteht aus einer alkoholischen Lösung
von Essigsäureamyläther. Letzterer wird auch
unter dem Namen Birnenöl verkauft. —
Zoll: S. Tarif Nr. 347.

Birresborner Quelle. Nach der im Jahre
1875 von R. Fresenius ausgeführten Analyse
sind in 1000 g enthalten: 0,2729 g Kalziumbi-
karbonat, 2,8517g Natriumbikarbonat, 0,0033g
Lithiumbikarbonat, 0,0002 g Baryum- und
Strontiumbikarbonat, 1,0929 g Magnesiumbi-
karbonat, 0,0351 g Eisenbikarbonat, 0,0007 g
Manganbikarbonat, 0,3576 g Chlornatrium,
0,0004 g Bromnatrium, Spur Jodnatrium, Spur
Aluminiumphosphat, 0,0002 g Natriumphos-
phat, Spur borsaures und salpetersaures Na-
trium, 0,0245 g Kieselsäure und 2,3339 g
freie Kohlensäure. — Zoll: S. Mineralwässer.

Bischofessenz (lat. Tinctura Episcopalis),
eine zur Bereitung des Getränks Bischof
dienende Flüssigkeit, welche aus einem alko-
holischen Auszug frischer grüner Pomeranzen-
schalen mit oder ohne Zusatz anderer Gewürze
(Nelken, Zimt) besteht und nur mit Rotwein
und etwas Zucker gemischt zu werden braucht.
Die B. wird gewöhnlich von den Fabriken
ätherischer Öle mit geliefert. — Zoll: 300 M.

Biskuit (Biscuit, Bisquit) ist ein feineres
Gebäck aus kleiefreiem Mehl, Fett, Zucker,
Eiern und Gewürzen, welches durch Backen
eines sehr wasserarmen und unvollständig
aufgegangenen Teiges hergestellt wird. Nach
englischem Vorbilde werden die B. meist
unter dem Namen Kakes in den Handel
gebracht, während die neuerdings vorge-
schlagenen unschönen Verdeutschungen:
Knusperchen, Röstback usw. nur ge-
ringen Anklang gefunden haben. Die große
Haltbarkeit dieser Erzeugnisse beruht auf dem