﻿Bohnenkraut

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Bolus

blütige Schm., Ph. oder Lipusa multi-
florus, mit der Feuerbohne (türkische
oder anatolische B.), aus Südamerika wird
meist nur als frisches Gemüse verwendet,
ebenso die gemeine Schm. Stangen-,
Vietsbohne, Ph. vulgaris mit der Busch-
oder Zwergbohne, aus Ostindien. Diese
grünen B. werden jetzt auch im feingeschnit-
tenen Zustande sorgfältig ausgetrocknet oder
feucht in Salzwasser konserviert oder endlich
gekocht in verlöteten Blechbüchsen (vgl. Ge-
müse) in den Handel gebracht. Erwähnens-
werte Varietäten der gemeinen B. sind ferner:
die flache Schwert- oder Speckbohne,
Ph. compressus, mit säbelförmig, lang zu-
gespitzten Hülsen, die Eckbohne oder Sa-
latbohne, Ph. gonospermus, die Dattel-
bohne, Ph. elongatus, mit lang geschnä-
belten geraden Hülsen und dattelkernförmigen
Samen, die Eierbohne, Ph. ellipticus,
mit kurzen, geraden Hülsen und eiförmigen
Samen, und die halbflache B., Ph. sub-
compressus, mit säbelförmigen, lang zu-
gespitzten Hülsen und nierenförmigen Samen.
Eine Abart von Ph. subcompressus, Ph. v.
albus, wird hauptsächlich zur Gewinnung
ihrer Samen, der getrockneten weißen B.,
angebaut. Diese Samen müssen weiß, klar
und glatt sein, während vorjährige Ware
grau und weniger glatt erscheint. DieMungo-
bohne, Ph. Mungo, gehört zu den wich-
tigsten Nahrungsmitteln Ostindiens und hat
sich auch nach Afrika und Südeuropa ver-
breitet. Die Strahlenbohne, Ph. radia-
tus, liefert in ganz Ostasien von China bis
Ostindien die nahrhaftesten Samen, weniger
wichtig sind die Simlibohne, Ph. trilobus,
und die Muxbohne, Ph. Mux, welche beide
in China, Japan, Java und Ostindien Vor-
kommen. Die Feuerbohnen dienen auch als Zier-
pflanze, die Stangenbohnen fast nur zu grünem
Gemüse, während die Wachsbohne hauptsäch-
lich zu Salat Anwendung findet. InDeutschland
wird besonders in Erfurt die Bohnenzucht
sehr umfassend betrieben, großartiger aber
noch in Holland, Italien, England und Frank-
reich (Angiens). — 2. Puffbohne, Sau-
bohne, Pferdebohne, Faba vulgaris
(Vicia vulgaris), die Hauptpflanze für
Samenzucht, Großhandel und Landwirtschaft,
weniger für die Gärtnerei, von welcher die
Schminkbohne fast allein angebaut wird. Sie
bildet wegen ihres hohen Nährstoffgehaltes
eine wertvolle Nahrungspflanze, deren Samen
im jugendlichen Zustande ein wohlschmecken-
des Gemüse, im Alter ein gutes Viehfutter
abgeben. Das Kraut wird in trockenem Zu-
stand als gutes Futterstroh, aber auch im
grünen Zustand gefüttert. Sie stammt aus
Persien und Ägypten und wird in mehreren
Arten, besonders auf etwas bündigem und
feuchtem Boden angebaut. Der Anbau er-
folgt meist in Reihenkultur und wird durch
Blattläuse, Bohnenkäfer und Rostpilze ge-
fährdet. Die Puffbohnen werden vorzugsweise
in Norddeutschland, in Holland und England
gezogen. — 3. Faselbohne (Heilbohne),
Dolichos, eine Pflanze der wärmeren Kli-

mate, liefert Gemüse und Viehfutter, die
chinesische Fasel auch Soja, eine Sagoart.
— Der Nährwert der Bohne ist ein ungemein
großer. — Verwendung im Arzneimittelhandel
findet das Bohnenmehl der weißen Bohne,
Fabae albae pulv., zu trockenen Umschlägen
gegen Rose usw. — Zoll: S. Tarif Nr. 11.
12. 37. 162. 165. 216.

Bohnenkraut (Saturey, Wurstkraut,
Kölle, Pfefferkraut, lat. Herba saturejae
frz. Sariette, engl. Savory), ein gewürzhaft
riechendes und schmeckendes Kraut (Satu-
reja hortensis), wird vielfach bei uns an-
gebaut und sowohl im frischen, als auch im
getrockneten Zustande in den Handel ge-
bracht und als Würze für Bohnen, pikante
Saucen usw. verwendet. — Zollfrei.

Bohnermasse, Bohnerwachs, nennt man
Wachsmischungen, die dazu dienen, Möbeln,
Fußböden, Linoleumteppichen usw. Glanz zu
geben, und zu diesem Zwecke aufgetragen
und verrieben werden. Man kennt zwei Arten
B., flüssige und feste, von denen die letzteren
durch Zusammenschmelzen von 1 Teil Wachs
oder Zeresin mit 3 Teilen Terpentinöl be-
reitet wird. Wird viel Terpentinöl, oder auch
Benzin, verwendet, so erhält man eine flüs-
sigere B. Kommt es auf sehr harte Wachs-
überzüge an, so ersetzt man das Wachs durch
eine Mischung aus Carnaubawachs und Pa-
raffin. Bei dieser Mischung muß aber die
Menge des angewandten Terpentinöls ein
wenig erhöht werden. Flüssige B. wird be-
reitet, indem man geschmolzenes Wachs mit
Pottasche und Wasser teilweise verseift. Es
entsteht dann gewissermaßen eine überfettete
Wachsseife, die aber wegen ihres Alkali-
gehaltes niemals dort angewandt werden darf,
wo ein Ölfarbenuntergrund vorhanden ist,
z. B. für Linoleumteppiche. Bei der flüssigen
B. kann das Bienenwachs niemals durch Pa-
raffin oder Zeresin ersetzt werden, da diese
Mineralfette nicht verseifbar sind. — Zoll:
18 M.

Boldoblätter (Boldu, lat. Folia boldo, frz.
Feuilles de boldo, engl. Boldo-leaves), die
getrockneten, angenehm riechenden Blätter
eines in Chile heimischen Baumes, der von
den Botanikern verschieden genannt wird
(Boldoa fragrans, Peumus Boldus Mo-
lina, Ruizia fragrans). Die Blätter
schmecken kampferartig und enthalten außer
ätherischem Öl ein Alkaloid, das Boldin.
Sie werden gegen Gallensteine und Leber-
leiden verwendet, sind oval, kurz gestielt,
ganzrandig, lederartig, ziemlich dick, blaß-
grün, ins aschgraue ziehend, auf der oberen
Fläche rauh, mit zahlreichen Öldrüsen be-
setzt. — Zoll: Die Blätter sind zollfrei. Das
ätherische Öl kostet Zoll: 30 M.

Bolus (Bol, Sphragit, frz. Bol, Terre
bolaire, engl. Bole). Man unterscheidet im
Handel: weißen B. (Bolus alba), einen
weißen fetten Ton, roten B. (Bolus rubra),
einen eisenoxydhaltigen Ton, der als ordinäre
Anstrichfarbe benutzt wird, und armeni-
schen B. (lat. Bolus armena), mehr rot-
braun, der früher als Arzneimittel verwendet