﻿Bonbons

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Bordeauxweine

und in Form kleiner Scheibchen mit dem
Ursprungsstempel (daher auch Siegelerde,
Terra sigilata, genannt) in den Handel ge-
bracht wird. — Zollfrei.

Bonbons (Zuckerplätzchen, frz. und
engl. Bonbons), Erzeugnisse der Zuckerwaren-
industrie, welche in großer Mannigfaltigkeit
hergestellt werden. 1. Karamellbonbons
(Karamellen) bestehen im wesentlichen aus
geschmolzenem, gefärbtem und parfümiertem
Zucker und werden in der Weise hergestellt,
daß man den Zucker mit etwas Wasser und
Stärkezucker kocht, dann auf Metallplatten
ausgießt und mit Messern in Stücke schneidet.
Zur besseren Zurückhaltung des Aromas wer-
den sie mit Zucker oder Stärkemehl be-
pudert oder mit einer dünnen Zuckerlösung
überzogen (kandiert). Unterarten sind der
Gerstenzucker (gewöhnliche geschmolzene
gefärbte Zuckermasse in Stangenform), Ei-
bischzucker, Malzzucker (mit Zusätzen
von Pflanzenextrakten), Rocks (mit F nicht -
äthern und -säuren), gefüllte Karamellen (mit
einem Kern von Marmelade oder Likör).
2. Fondants entstehen aus bei niederer
Temperatur geschmolzenem Zucker, haben
daher weichere Konsistenz und zergehen
leichter auf der Zunge. 3. Pralinös, mit
Schokolade überzogene Kerne von Zucker
und Stärkesyrup. 4. Dragös, äußerlich ge-
färbte, mit Zucker überzogene Körnchen von
Koriander, Mandeln. 5. Morsellen, Pa-
stillen. — Zoll: S. Tarif Nr. 202 u. 204.

Boral, borweinsaures Aluminium, ein weißes
in Wasser lösliches Kristallpulver, welches
durch Auflösen von Aluminiumborat in 10
Teilen Weinsäurelösung (1 : 10) hergestellt
wird und als Antiseptikum Anwendung findet.
— Zollfrei.

Borax (saures Natriumborat, zwei-
fachsaures Natron, doppeltborsaures
Natron, lat. Borax oder Natrium boracicum,
frz. Borate de soude, engl. Borate of sodium),
eine Verbindung von Borsäure mit Natron
und Wasser, findet sich in einigen Gegenden
fertig gebildet, so z. B. in Tibet, Indien, der
Tartarei, Ceylon und Südamerika. Dieser
natürliche B. führt den Namen Tinkal und
wurde früher in den Fabriken Venedigs ge-
reinigt. Daher stammt der häufig noch ge-
bräuchliche Name venezianischer B. (Bo-
rax veneta) für die raffinierte Ware. Große
Mengen von B. liefern jetzt auch die Borax-
seen Kaliforniens, und zwar sowohl halb-
raffinierte Ware, sog. konzentrierten B.,
als auch raffinierten B. Der erstere wird in
Säcken, die raffinierte Ware in Kisten verpackt.
In England wird auch B. aus von Italien im-
portierter Borsäure bereitet. Außerdem stellen
Italien, Deutschland und Frankreich ansehn-
liche Mengen von B. her. Je nach der Größe
des Wassergehaltes und der Kristallform
unterscheidet man zwei Arten von B., ge-
wöhnlichen oder prismatischen und
oktaedrischen B., Rindenborax oder
Juwelierborax. Ersteren erhält man in ein-
zelnen farblosen und durchsichtigen Kristallen
des monoklinischen Systems, die an der Luft

nur oberflächlich verwittern und neben 47,1 °/o
Wasser 36,6% Borsäure enthalten; letzteren,
den oktaedrischen B., in harten, klingenden
Platten, aus sehr fest zusammenhängenden
oktaedrischen Kristallen, mit 30,6% Kristall-
Wasser und 47,9 % Borsäure. Die Kristalle
verwittern nicht an der Luft und schmelzen
schwerer als die prismatischen. Beide Sorten
verlieren hierbei unter Aufblähen ihren
Wassergehalt, so daß wasserfreier kal-
zinierter oder gebrannter B. als glas-
artige leichte Masse (Boraxglas) zurück-
bleibt. In Wasser ist der B. zu einer alkalisch
reagierenden Flüssigkeit löslich. Die Haupt-
verwendung findet er als Zusatz zu Glasur-
massen und Emaillen, ferner zu einigen Glas-
sorten, als Flußmittel bei der Reduktion von
Metalloxyden, zum Löten, zu medizinischen
Zwecken, als Antiseptikum, als Wäschezusatz,
in der Kosmetik und zur Vertilgung von
Schwaben und anderem Ungeziefer. Die Ver-
wendung zur Konservierung von Nahrungs-
mitteln ist, trotzdem der B. nicht als eigent-
liches Gift angesehen wird, durchaus nicht zu
empfehlen. Zu erkennen ist der B. leicht
daran, daß seine wäßrige Lösung nach dem
Ansäuern mit Salzsäure Kurkumapapier nach
dem Trocknen rotbraun färbt, sowie daß er
nach dem Ansäuern der Alkoholflamme eine
grüne Farbe verleiht. — Zollfrei.

B oraxwein stein (Borsäureweinstein,
löslicher Weinsteinrahm, lat. Tartarus
boraxatus, Tartarus solubilis, Kalium tartari-
cum boraxatum, frz. Tartrate borico potas-
sique, engl. Borotartrate of potash and soda),
ein amorphes weißes Pulver von stark saurer
Reaktion, welches durch Erwärmen von Bo-
raxlösung mit Weinstein hergestellt wird. Da
es zweifelhaft erscheint, ob B. eine chemische
Verbindung oder ein Gemisch ist, läßt sich
eine bestimmte Formel nicht aufstellen. B.
findet in der Medizin als Abführmittel und
äußerlich gegen Hautausschläge Anwendung
und vereinigt die Wirkungen des Borax und
Weinsteins. — Zollfrei.

Borazit, ein im Staßfurter Abraumsalze(s.d.)
vorkommendes Doppelsalz von Chlormagne-
sium und Magnesiumborat, dient zur Dar-
stellung von Borsäure. — Zollfrei.

Bordeaux, ein zur Gruppe der Azofarb-
stoffe gehöriger roter Teerfarbstoff, der durch
Einwirkung von Betanaphtoldisulfosäure auf
Diazonaphtylamin erhalten wird, findet sich
in zwei Arten Bordeaux G und R. Die
erstere besteht aus alphanaphtalinazo-
betanaphtol-B-disulfosaurem Natron,
die andere aus demselben Salz der betreffen-
den A-disulfosäure. Man erhält beide als
dunkelrote Pulver, die in Wasser mit tief-
roter Farbe, G etwas ins Gelbliche ziehend,
R zum Violett neigend, löslich sind. Die
Lösungen werden durch schwächere Säuren
nicht verändert. B. wird zum Färben von
Wolle, zuweilen auch als Weinfarbe benutzt.
— Zollfrei.

Bordeauxweine, Weine aus dem westlichen
Frankreich, namentlich aus der Umgegend
von Bordeaux, gehören zu den bekanntesten