﻿Braunkohle

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Brauselimonaden

dadurch ermittelt, daß man etwas B. in Fein-
sprit löst, die Lösung in Wasser gießt und
dieses dann kostet. — Zollfrei.

Braunkohle (frz. Lignite, engl. Peat, Brown
coal), diejenige fossile Kohle, welche wäh-
rend der Zeit der Braunkohlen- oder Tertiär-
formation zur Ablagerung gelangte, ist her-
vorgegangen aus Anhäufungen von mehr oder
weniger verkohlten Pflanzenmassen, vorzugs-
weise aus Torf- und Sumpfvegetation. Sie
tritt sowohl in Form von Holz (Lignit),
Blättern, Stengeln usw., an welchen ihre Ent-
stehung aus Pflanzenteilen noch deutlich zu
erkennen ist, als auch in amorphen, erdigen,
dichten, schieferigen und körnigen Massen
auf, welche alle Pflanzenstruktur verloren
haben. Ein Volum Braunkohle ist 0,8—1,5
mal so schwer als ein gleiches Volumen de-
stillierten Wassers. Die lufttrockene B. besteht
aus 65—77 o/o Kohlenstoff, 4—6°/o Wasserstoff,
19—29°/o Sauerstoff und 0—2°/o Stickstoffund
enthält außerdem noch Kalk, Tonerde, Kiesel-
säure, welche bei dem Verbrennen als Asche
übrigbleiben. Die bekannteren Sorten von
Braunkohle sind: Gemeine B., Schiefer-
kohle, Papierkohle, Moorkohle, Pech-
kohle, Alpenkohle und Glanzkohle.
Die aus der Zersetzung der Koniferen-
hölzer hervorgegangene Braunkohle schließt
nicht selten fossiles Harz (Retinit, Pyro-
pissit) ein, welches in größerer Menge auf-
tretend die Kohle geeignet macht („Schweel-
kohle“) zur Darstellung von Photogen,
Solaröl, Paraffin, Karbolsäure, wie solche
in großartigem Maßstabe in der Provinz
Sachsen stattfindet. Diejenigen Sorten von
Braunkohle, welche Schwefel- oder Eisen-
kies in größerer Menge enthalten, werden
zur Fabrikation von Schwefelsäure, Eisen-
vitriol und Alaun verwendet, so im nordwest-
lichen Böhmen usw. Die erdige Kohle wird
entweder durch Anmengen mit Wasser durch
Handarbeit oder durch maschinelle Vorrich-
tungen zu Kohlenziegeln oder Braun-
kohlensteinen geformt oder getrocknet,
pulverisiert und bei höherer Temperatur zu
sog. Briketts gepreßt (s. d.). Durch Ver-
gasung der Braunkohle, auch der erdigen
Varietäten, ist es gelungen, eine so hohe
Temperatur zu erzeugen, daß man damit Glas
schmelzen und Tonwaren brennen kann. —-
Die bituminösen Pechkohlen (Spiegelkohlen)
von Falkenau a. E., Neusattel in Böhmen,
von Rötschach-Weitenstein in Steiermark wer-
den zur Gewinnung guten Leuchtgases be-
nutzt. Als Düngemittel wird die Braunkohle
sowohl direkt als auch nach der Verbrennung
zu Asche verwandt. Die bedeutendste Braun-
kohlenproduktion findet sich im nordwest-
lichen Böhmen, welches seine wertvollen
Kohlen nicht nur nach allen Teilen der öster-
reichischen Monarchie, sondern auch nach
Deutschland sendet, selbst nach den Gegen-
den, an welchen viele (aber erdige) Kohlen
vorhanden sind.. — Zollfrei.

Braunschweigergrün, eine hellgrüne, gif-
tige Anstrichfarbe, aus basischem Kupfer-
karbonat (basisch kohlensaurem Kup-

feroxyd), wird durch Fällung einer Kupfer-
salzlösung mit kohlensaurem Natron erhalten
und durch Zusätze von Schwerspat oder Gips
beliebig nuanciert. Unter demselben Namen
kommen auch Gemenge von Schweinfurter-
grün mit basisch kohlensaurem Kupferoxyd
in den Handel. — Zollfrei, sofern es nicht
zu Maler- usw. Farben zubereitet ist. Vgl.
Anilinfarben.

Braunstein (lat. Manganum hyperoxyda-
tum nativum, frz. Bioxyde de manganese, engl.
Brown-stone). Diesen Namen führt in der
Industrie und im Handel der Pyrolusit oder
das Weichmanganerz, welches in seinen
reinsten Varietäten aus Mangansuper-
oxyd besteht, gewöhnlich aber mit andern
sauerstoffärmeren Manganerzen, namentlich
mit Manganit gemengt ist. Ausgiebige B.-
Gruben finden sich namentlich in Thüringen
(bei Ilmenau, öhrenstock, Elgersburg), in der
Provinz Nassau, in Spanien, im Kaukasus,
Frankreich und England. Man versendet den

B.	teils in ganzen Stücken, teils in mehr pder
weniger fein gemahlenem Zustande als ein
schwarzes Pulver. Sein Wert richtet sich
nach seinem Gehalte an Mangansuperoxyd,
der in der Regel 70—75°/o nicht übersteigt,
oft aber geringer ist. Der Prozentgehalt
wird vom Händler garantiert. Guter B. muß
sich beim Erwärmen mit Salzsäure, ohne
Rückstand zu hinterlassen, auf lösen. Verwen-
dung findet er zur Bereitung von Brom, Jod
und Chlor, welches letztere wieder teils direkt
zum Bleichen, teils zur Gewinnung von Chlor-
kalk, chlorsaurem Kali usw. dient. Ferner
benutzt man B. in der Glasfabrikation zum
Entfärben des Glases, zur Bereitung von
Manganstahl und schmiedebarem Guß, zu
farbigen Töpferglasuren und zur Bereitung
verschiedener Manganverbindungen. Aus den
bei der Bereitung von Chlorgas in großer
Menge abfallenden manganhaltigen Laugen
wird jetzt das Mangan wieder für neue Ope-
rationen tauglich gemacht (Regeneration),
so daß nur die unvermeidlichen kleinen Ver-
luste durch natürlichen B. ersetzt werden
müssen. — Zollfrei.

Brauselimonaden nennt man die verbrei-
tetste Gruppe der billigeren kohlensäure-
haltigen, alkoholfreien Getränke, für deren
Beurteilung nach den Beschlüssen der freien
Vereinigung Deutscher Nahrungsmittelchemi-
ker folgende Grundsätze maßgebend sind:
A) 1. Brauselimonaden mit dem Namen
einer bestimmten Fruchtart sind Mischungen
von Fruchtsäften mit Zucker und kohlensäure-
haltigem Wasser. 2. Die Bezeichnung der
Brauselimonaden muß den zu ihrer Herstel-
lung benutzten Fruchtsäften entsprechen.
Letztere müssen den an echte Fruchtsäfte
zu stellenden Anforderungen genügen. 3. Eine
Auffärbung mit anderen Fruchtsäften (Kirsch-
saft), sowie ein Zusatz von organischen Säu-
ren ist nur zulässig, wenn sie auf der Etikette
in deutlicher Weise angegeben werden. Mit
dem Safte von Zitronen, Orangen oder an-
deren Früchten der Gattung Citrus herge-
stellte B. dürfen einen Zusatz des entsprechen-