﻿Brechweinstein

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Brom

den Schalenaromas ohne Deklaration erhalten.
B) Unter künstlichen Brauselimonaden
versteht man Mischungen, die neben oder
ohne Zusatz von natürlichem Fruchtsaft,
Zucker und kohlensäurehaltigem Wasser or-
ganische Säuren oder Farbstoffe oder natür-
liche Aromastoffe enthalten. In solcher
Weise zusammengesetzte B. dürfen nicht un-
ter dem Namen „Brauselimonade“ allein
gehandelt werden, sondern müssen die deut-
liche Bezeichnung „Künstliche Brauselimo-
nade“ oder „Brauselimonade mit Himbeer-
usw. Geschmack“ tragen. C) Der Zusatz von
Konservierungsmitteln ist nur insoweit
gestattet, als ihre Gesundheitsunschädlichkeit
selbst bei dauerndem Genuß feststeht. Der
Zusatz ist in jedem Falle nach Art und vor-
handener Menge deutlich zu deklarieren.
D) Saponinhaltige Schaumerzeugungs-
mittel sind für die unter A und B genannten
Erzeugnisse unzulässig. E) Das zu verwen-
dende Wasser muß den an künstliche Mineral-
wässer zu stellenden Anforderungen genügen.
— Zoll: S. Tarif Nr. 185.

Brechweinstein (Antimonkalium tar-
trat, weinsaures Antimonoxydkali, lat.
Tartarus stibiatus, Tartarus emeticus, Stibio-
kali tartaricum, Kalium stibiato-tartaricum,
frz. Tartre dmdtique, Tartre antimonial, engl.
Tartar emetic), ein sehr giftiges, nament-
lich brechenerregend wirkendes chemisches
Präparat, wird durch Sättigen von gereinig-
tem Weinstein mit Antimonoxyd erhalten und
bildet farblose, durchsichtige, glänzende Kri-
stalle, die an der Luft bald undurchsichtig
und weiß werden. Der B. wird nicht nur
medizinisch und zwar innerlich und äußer-
lich angewendet, sondern in weit größeren
Mengen als Beize für Anilinfarben in der
Färberei und Zeugdruckerei. Für medizi-
nische Zwecke muß der B. ganz arsenfrei
sein. Per B. muß sich in der 17fachen Menge
Wasser klar auflösen, ein Rückstand rührt von
beigemengtem Weinstein oder von wein-
saurem Kalk her. Verfälschungen kommen
vor mit Zinkvitriol, Chlorkalium usw.—Zollfrei.

Bremerblau (künstliches Bergblau),
eine giftige, hellblaue Anstrichfarbe, besteht
aus einem Gemenge von Kupferkarbonat und
Kupferoxydhydrat. Eine etwas ins Grünliche
spielende Abart, Bremergrün, wird durch
Zusammenreiben mit Ölfirnis noch deutlicher
grün. — B. ist zollfrei. Mit Ölfirnis usw. ein-
gerieben s. Zolltarif Nr. 336.

Brennesselkraut (lat. Herba urticae, frz.
Ortie, engl. Nettle), das getrocknete Kraut der
Brennessel, Urtica urens, wird als blut-
stillendes Mittel und gegen Hämorrhoiden
angewendet. — Zollfrei.

Brie-Käse (frz. Fromage de Brie), ein wei-
cher, überfetter französischer Käse aus dem
Departement Seine et Marne, namentlich von
Brie comte Robert und Meaux, kommt in
Stanniol eingewickelt in scheibenförmigen
Stücken in den Handel und ist sehr geschätzt.
— Zoll: S. Tarif Nr. 135.

Briketts. Diesen Namen führen aus ab-
gesiebtem Braunkohlen- oder Steinkohlen-

staub durch Pressen hergestellte ziegelförmige
Stücke. Sie haben den Vorteil, daß sie sich
wegen ihrer regelmäßigen Form gut und
leicht zusammenstellen lassen und demnach
einen nur verhältnismäßig geringen Raum
einnehmen. Dabei geben sie aber ein sehr
gutes Brennmaterial ab, das sich auch für
Lokomotiven und Dampfschiffe eignet. Der
sonst nicht verwendbare Braunkohlen- und
Steinkohlenstaub läßt sich auf diese Weise
gut verwerten. — Zollfrei.

Brillantgelb. Diesen Namen führen meh-
rere gelbe Teerfarbstoffe, so zwei verschiedene-
Azofarbstoffe und ein Nitrofarbstoff, das Di-
nitroalphanaphtolmonosulfosaure Natron. —
Zoll wie vorst.

Brillantkongo, ein Azofarbstoff, von wel-
chem man 3 verschiedene, durch die Buch-
staben G, R und 2 R unterschiedene Sorten
hat, findet sich in Form brauner Pulver,
welche beim Färben verschiedene Nuancen
in Rot geben. — Zollfrei.

Brillantkrozei'n (Baumwollenschar-
lach, ein hellbraunes, in Wasser mit kirsch-
roter Farbe lösliches Pulver, färbt Wolle in.
sauerem Bade rot und besteht aus dem Na-
tronsalze der Amidoazobenzolazobetanaphtol-
disulfosäure. — Zollfrei.

Brillantponceau und

Brillantscharlach, zwei Azofarbstoffe, die
von dem Doppelscharlach extra S (s. d.}
kaum verschieden sind. — Zollfrei.

Britanniametall. Metallegierungen von fast
silberweißer Farbe, die im wesentlichen aus
Zinn und etwas Antimon bestehen, häufig
aber auch kleine Mengen Zink und Kupfer
enthalten. Man fertigt aus dem B., welches
sich zu dünnem Blech auswalzen läßt, ver-
schiedene Geschirre, namentlich Teekannen,
Löffel, Leuchter usw., die bisweilen auch gal-
vanisch versilbert werden. — Zoll: S. Tarif
Nr. 860.ff.

Broihahn (Breihahn), ein in den Provin-
zen Sachsen und Hannover gebräuchliches
obergäriges Weißbier.

Brokatfarben sind fein präparierte Glim-
mer-Schüppchen, die zum Bedrucken von Ta-
peten und Buntpapieren verwendet werden.
Man sortiert das natürlich vorkommende Mi-
neral und präpariert es, wodurch man gold-
und silberfarbene Sorten erhält. Auch werden
durch Auffärben mittels Anilinfarben bunte
B. hergestellt. — Zollfrei.

Brom (Bromine, lat. Bromum, frz. Bröme,
engl. Bromine), ein chemisches Element der
Chlorgruppe, ist eine äußerst ätzende, schwere,
beständig rote Dämpfe ausstoßende Flüssig-
keit von fast schwarzer Farbe. In dünnen
Schichten erscheint es hyazinthrot und riecht
höchst unangenehm und erstickend. Sein spez.
Gew. ist = 3 bei 15° C und 3,187 bei 0°.
Bei einer Temperatur von 8° erstarrt es zu
einer blättrig kristallinischen rotbraunen
Masse. Mit Wasser mischt es sich nicht,
doch nimmt es etwas von diesem auf, und
ebenso löst das Wasser eine kleine Menge B.
und färbt sich dadurch rötlichgelb. In der
Natur findet sich das B. nur in Verbindungen,