﻿Bromalhydrat

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Bronze

und zwar hauptsächlich mit Natrium und
Magnesium als Bestandteil vieler Salzsolen,
Mineralwässer und des Meerwassers, des-
gleichen in den Staßfurter und Leopolds-
haller Abraumsalzlagern, sowie in nordameri-
kanischen Salzlagem. Die Abscheidung des
B. aus seinen Verbindungen geschieht mittels
Braunstein und Salzsäure oder auf elektrolyti-
schem Wege. Früher wurde es nur in Eng-
land und Frankreich fabriziert und auch wenig
verwendet. Jetzt sind Nordamerika und
Deutschland Hauptproduzenten geworden, Und
namentlich das sehr reine deutsche Fabrikat
hat die englische und französische Ware vom
deutschen Markte verdrängt. Das amerika-
nische B. ist erst seit 1871 im Handel. Zur
Zeit werden dort (in Ohio und Virginien)
70000 kg fabriziert, die deutsche Produktion
beträgt 60000 kg, während die gesamte fran-
zösische und englische sich höchstens auf
25000 kg beläuft. Verwendung findet das B.
in der Fabrikation der Anilin- und Resorzin-
farben, sowie zur Bereitung verschiedener
Bromverbindungen für die Photographie und
Medizin. Ein Übelstand ist die umständliche
Verpackungsweise, denn das B. kann nur in
Glasflaschen mit gut eingeriebenen Glasstöp-
seln versendet werden, welche überdies noch
mit geschmolzenem Schellack und Tonkitt
umgeben und gut Überbunden werden. Man
verpackt die Flaschen in Kieselguhr und muß
sie in kühlen, dunklen Räumen aufbewahren.
— Zollfrei.

Bromalhydrat (lat. Bromalum hydratum,
frz. Bromal hydratd, engl. Hydrate of bromal),
eine dem Chloralhydrat entsprechende Ver-
bindung, in welcher das Chlor durch Brom
ersetzt ist, erscheint in nadelförmigen Kristal-
len, welche sich leicht in Wasser und Alkohol
lösen und bei 53,5° schmelzen. Geruch und
Geschmack sind dem des Chloralhydrats ähn-
lich. Das B. wird zuweilen medizinisch ver-
wendet und ist giftig. — Zollfrei.

Bromalin, eine weiße kristallinische Sub-
stanz vom Schmelzpunkt 200°, welche durch
Vereinigung von Bromäthyl mit Hexamethy-
lentetramin (s. d.) entsteht und an Stelle von
Bromkalium, dessen unangenehme Neben-
wirkungen es nicht zeigt, bei Epilepsie und
Neurasthenie verordnet wird. — Zollfrei, als
Arzneimittel 40 M.

Brombeeren (lat. Fructus rubi nigri, frz.
Fruits de ronce, engl. Black-berry, Brambles),
die Früchte des bekannten, in Wäldern und
Hecken häufigen Brombeerstrauchs, Ru-
bus fruticosus L., sind wie die Himbeeren
gestaltet, schwarz, glänzend, saftreich und von
aromatischem Geruch und süßem Geschmack.
Man verwendet die B. bei uns noch viel zu
wenig, während sie in Nordamerika in großen
Mengen kultiviert und zur Bereitung von
Brombeerwein, Brombeerlikör und
Esstg, sowie zu Marmeladen verwendet wer-
den. Von den amerikanischen Sorten eignet
sich am besten die Kittatinny-B. für die Kultur
m Deutschland. — Die feinbehaarten, dunkel-
grünen Blätter des Brombeerstrauchs
werden getrocknet als Herba s. Folia Rubi

fruticosi (Brombeerblätter, frz. Feuilles
de ronce, engl. Bramble-leaves) als Mittel
gegen Durchfälle und Verschleimungen ver-
langt. — Zoll: Brombeeren frische. S. Tarif
Nr. 47; Brombeerwein Nr. 185. Brombeer-
blätter zollfrei.

Brorriipin entsteht bei Einwirkung von
Chlorbrom auf Sesamöl als eine durch Geruch
und Geschmack von Fetten nicht unterscheid-
bare Substanz, welche aber 10 bzw. 33y$%
Brom enthält und daher mit Vorteil statt der
Bromalkalien medizinische Anwendung findet.
— Zollfrei, als Arzneimittel 40 M.

Bromkampfer (Monobromkampfer, lat.
Camphora monobromata. frz. Bromure de
camphre, engl. Bromide of Camphor), ein
neuerdings auf gekommenes Arzneimittel,
wird durch Einwirkung von Brom auf Kam-
pfer gewonnen und bildet lange, farblose
Kristalle von starkem Kampfergeruch. — Zoll-
frei, als Arzneimittel 40 M.

Bromoform (Formylbromid, Tribrom-
methan, lat. Bromoformium, frz. Bromo-
forme, engl. Bromoform), eine schwere, farb-
lose, betäubend gewürzhaft riechende, mit
Wasser nicht mischbare Flüssigkeit, ist ein
Chloroform, in welchem das Chlor durch
Brom ersetzt ist. Es ist giftig, muß in gut
verschlossenen Gefäßen aufbewahrt werden
und wird zuweilen medizinisch gegen Keuch-
husten verwendet. — Zollfrei.

Bromokoll, eine Verbindung von Brom
und Tannin mit ca. 20% Leim, welche durch
Fällung einer Bromtanninlösung mit Leim
entsteht. B. ist ein schwach gelbliches, ge-
ruch- und geschmackloses Pulver, welches als
Ersatz für Bromalkalien benutzt wird. — Zoll-
frei, als Arzneimittel 40 M.

Bromol, medizinischer Name für das durch
Fällung von Phenollösung mit Brom ent-
stehende Tribromphenol, welches neuerdings
als Antiseptikum empfohlen wird. — Zoll-
frei, als Arzneimittel 40 M.

Bromwasser, Auflösung von Brom in
Wasser. Die gesättigte Lösung enthält 1 g
Brom in 30 Teilen Wasser. Zu medizinischen
Zwecken wird 1 Teil Brom in 200 Teilen
Wasser gelöst. — Zollfrei.

Bromwasserstoff (Brom wasserstoff-
säure, Hydrobromsäure, lat. Acidum
hydrobromicum, frz. Acide hydrobromique,
engl. Hydrobromic acid), die wässerige Lösung
des Bromwasserstoffgases in Wasser, bildet
eine farblose, an der Luft rauchende, stark-
sauere Flüssigkeit vom spez. Gew. 1,200 und
wird zu chemischen und medizinischen
Zwecken verwendet. — Zollfrei.

Bronil, ein mit 10% Schmieröl getränktes
Gemisch von Sand und Kreide, welches als
Kehrmittel zur Beseitigung der Staubplage
empfohlen wurde. — Zollfrei.

Bronze (frz. Bronze, engl. Hard brass).
Diesen Namen führen in erster Linie die
Legierungen aus reinem Kupfer und Zinn,
dann aber auch Legierungen aus Kupfer,
Zinn und Zink, in welchen häufig geringe
Mengen Blei, sei es als absichtlicher Zusatz,
sei es als Verunreinigung, vorhanden sind.