﻿Buckskin

73

Buntpapiere

meist dem Lokalverbrauch dient. — Zoll:
5 M.

Buckskin (v. d. Engl, buck-skin, wörtlich
Bockfell), eine Gattung viel fabrizierter Woll-
stoffe, welche an Stelle von Tuch hauptsäch-
*1C\a^S ®einkleider, in stärkerer Herstellung
auch als Röcke (Paletotstoffe) getragen wer-
den, sind mit wenig Ausnahmen Köperge-
webe und haben als solche mehr Elastizität
als die Tuche. Sie sind mehr oder weniger
gewalkt, auf der rechten Seite glatt ge-
schoren, ohne vorher gerauht zu sein, und
besitzen infolge der starkem Drehung des
verwendeten Garnes nicht den Glanz des
Tuches. Die Stoffe sind meistens gestreift,
karriert oder sonst gemustert. Man unter-
scheidet Winter- und Sommerbuckskins,
also stärkeren und dünneren Stoff. Der er-
stem besteht aus stärkerem Wollgarn (Streich-
garn) und ist als Paletotstoff oft ungemustert.
Zu der Sommerware wird ein sehr dünnes
gezwirntes Streichgarn benutzt. Wohlfeile
Waren sind jedoch verschiedenartig mit
Baumwoll- oder Leinengarn gemischt, oder
bisweilen sogar ohne alle Wollzutat, ledig-
lich aus Baumwolle oder mit Leinenbei-
mischung gefertigt. England fabriziert den
Artikel in bedeutenden Mengen, während die
französischen B. sich durch geschmackvolle
Muster auszeichnen. Die besten in Deutsch-
land produzierten kommen als niederlän-
dische aus den Fabrikstädten der preußi-
schen Rheinprovinz, andere von Berlin, Bran-
denburg, Burg, Spremberg, Kottbus, Forst,
Grünberg, Crimmitschau, Werdau, Meerane,
Kirchberg, Lengenfeld, Hainichen und Hei-
denheim. Hauptfabrikationsorte in Öster-
reich sind Brünn und Reichenberg. Sehr
dünne und leichte B. heißen Doeskins (Reh-
fell, v. d. Engl, doe-skin). — Zoll: S. Tarif
Nr. 427 ff.

Büretten, Glasgefäße zum genauen Ab-
messen von Flüssigkeiten, aus langen, dünnen,
mit einer Skala versehenen Glasröhren be-
stehend. Man unterscheidet Gießbüretten,
Blasebüretten, B. mit Glashahn,
Quetschhah nbüretten, in den verschie-
densten Formen. Das Hauptgewicht ist auf
eine möglichst sorgfältige Kalibrierung zu
legen, zu deren Gewährleistung für manche
Zwecke amtliche Aichung vorgeschrieben ist.
Zum Aufstellen der B., welche besonders in
Thüringen in großen Mengen angefertigt wer-
den, bedient man sich der B.-Stative und
-Etagören.

Bürsten (frz. Brosses, Vergettes, engl.
Brushes). Früher war die Herstellung der
B. ausschließlich Handarbeit (Bürstenbin-
pk6')’ aber jetzt zum größten Teil in
r abrikbetrieb mit Dampfkraft übergegan-
Sem Hauptsitze sind u. a. in Schönheide
(Erzgebirge) und Umgegend (Rothenkirchen,
Kautenkranz), ferner sind Fabriken in Mün-
chen, Freiburg in Baden, Donaueschingen,
Hameln. Das Hauptmaterial zur Herstellung
von Bürsten liefern die Schweinsborsten
von dem Rücken des Schweines (vgl. Bor-
sten). Nächst den Rückenborsten, welche

sich durch ihre Länge und Steifheit neben
großer Elastizität auszeichnen und gewöhn-
lich zu Kleiderbürsten verarbeitet werden,
verwendet man auch Borsten von andern
Körperteilen des Schweines, die jedoch wei-
cher sind und zur Herstellung der milden
Samtbürsten dienen. Zu dem gleichen
Zwecke benutzt man auch die Borsten junger
Schweine und Ziegenhaare. Pferdehaare ver-
wendet man zu Glanzbürsten und Zahn-
bürsten. Von Pflanzenfasern finden in der
Bürstenfabrikation hauptsächlich die Pias-
savafaser (s. d.) und die Kokosnußfaser,
ferner Reisstroh und Reiswurzeln Ver-
wendung. Endlich hat man auch Metall-
bürsten oder Drahtbürsten aus Draht
von Eisen, Stahl, Messing oder Kupfer für
verschiedene gewerbliche Zwecke. Feine Stahl-
bürsten werden sogar jetzt als Haarbürsten
benutzt. Zur Fassung der Borsten bei den
ordinären Sorten dienen gewöhnliche harte
Hölzer, wie Buche oder Eiche, in ihrer patür-
lichen Färbung. In der Regel wird jedoch,
damit man die Einziehdrähte nicht sieht,
auf der Oberseite eine Deckplatte befestigt,
die aus mehr oder weniger feinem Holze ge-
fertigt, lackiert, poliert oder mit Furnier belegt
wird. Die Borstenbündei einer guten Kleider-
bürste müssen dicht stehen, nach dem Nieder-
drücken oder Umbiegen sofort wieder in ihre
frühere Lage zurückkehren und dürfen weder
zu hart, noch zu weich sein. Nur die bereits
erwähnten Samtbürsten, welche sehr weich
sein müssen, machen hiervon eine Ausnahme.
Die Haarbürsten sind meistens mit Hand-
griff versehen und besitzen eine der Wölbung
des Kopfes entsprechende gekrümmte Form,
obschon auch viele so verfertigt sind, daß die
Borstenoberfläche in der Mitte etwas stärker
hervortritt als nach dem Rande hin. Die
Borsten dürfen nicht zu weich sein, da sie
sonst nicht in das Haar eingreifen, sondern
sich nur umbiegen. Dasselbe gilt von den
Haut- und Nagelbürsten. Die Zahn-
bürsten müssen mit besonderer Sorgfalt an-
gefertigt werden und dürfen nicht zu hart
sein. Die Fassung geschieht in Knochen oder
Elfenbein, nicht selten mit zierlich geschnitz-
tem Griff. Scheuerbürsten und Schuh-
bürsten sind hart und kurzborstig. Kratz-
bürsten von Metalldraht werden teils zum
Reinigen von Feilen, teils zum Abreiben von
Metallen und beim Bronzieren benutzt. —
Zoll: Bürsten aus pflanzlichen oder tierischen
Stoffen: S. Tarif Nr. 596/599, Drahtbürsten
Nr. 825. Luxusbürsten, je nach dem Artikel,
mit dem sie in Verbindung stehen.

Buffalorubin, ein braunes, in Wasser mit
roter Farbe lösliches Pulver, färbt Wolle in
saurem Bade rot und besteht aus dem Na-
tronsalze der Alphanaphtylaminazonaphtol-
disulfosäure. — Zollfrei.

Bullrichs Salz, Doppeltkohlensaures Na-
tron. — Zoll: 1,50 M.

Buntpapiere (Bunte Papiere, frz. Pa-
piers peints, Papiers de couleur, engl. Colou-
red papers) nennt man alle farbigen, nicht
weißen Papiere, und zwar sowohl solche, die