﻿Cacholon

Carboformal-Glühblocks

c.

Cacholon, ein milchweißer, glasglänzender
Halbedelstein, wird zuweilen als Ringstein
und zu Broschen benutzt und im letzteren
Falle en cabochon geschliffen. Der C. wurde
früher für eine Art Opal, also für Kiesel-
säure gehalten, ist aber nach Nordenskjöld,
der ihn bei Bokhara in Form von Geschieben
fand, ein weißer Nephrit (Magnesia-Kalk-
silikat). — Zoll: S. Achat.

Cachou (eigentlich die französische Schreib-
weise für Katechu) nennt man in Fäden ge-
preßte Mischungen von Lakritzen mit Anisöl
und Salmiak, welche als Hustenmittel An-
wendung finden. Im weiteren Sinne ge-
braucht man die Bezeichnung auch für alle
möglichen, aus aromatischen Stoffen herge-
stellten und meist versilberten Pillen gegen
üblen Mundgeruch. — Zoll: Cachou als kos-
metisches Mittel: 100 M. Cachou als Süß-
holzsaft mit den genannten Zusätzen: 60 M.

Cacur (Cacuobohnen), die gelben Früchte
der in Südwestafrika wachsenden Cucumis
myriocarpus, gleichen einer großen Sta-
chelbeere und enthalten zahlreiche eiförmige,
fast weiße Samen. Die Früchte werden von
den Kaffern medizinisch als Purgier- und
Brechmittel verwendet. — Zollfrei.

Cajabocah (Kiaboocah, Amboinaholz),
ein von Singapore kommendes Nutzholz,
scheint der Auswuchs irgend eines großen
Baumes (vermutlich von Pterospermum indi-
cum) zu sein. Es ist ziemlich hart, klein-
maserig, orange bis rotbraun, und wird in
China und Indien viel zu Kunsttischlerei-
arbeiten verwendet. — Zoll: S. Tarif Nr. 74ff.
615 ff.

Cajalithwaren. Mit diesem Namen hat
man verschiedene aus Magnesiazement ge-
fertigte Waren, namentlich Tischplatten, Fuß-
bodenplatten usw. belegt, welche in den ver-
schiedensten Farben hergestellt werden. —
Zoll: S; Tarif Nr. 698.

Calain, Cal in, Legierung von Blei, Zinn
und wenig Kupfer, welche die Chinesen in
Form von Blattmetall zum Auslegen der Tee-
kisten_benutzen. — Zoll: S. Tarif Nr. 869ff.

Caliche, das in Peru in weitverbreiteten
Lagern vorkommende Rohmaterial, aus wel-
chem man den Natronsalpeter oder sog. Chili-
salpeter (s. d.), sowie auch Jod gewinnt. Man
unterscheidet weiße, gelbe und braune C.,
letztere ist die geringwertigste. Die rohe C.
wird für gewöhnlich nicht exportiert. —
Zollfrei.

Califig, ein Abführmittel amerikanischen
Ursprungs aus 3 Teilen kalifornischem
Feigensirup und 1 Teil Sennesextrakt. —
Zoll: S. Tarif Nr. 389.

Calmin. Unter diesem Namen sind ver-
schiedene Mittel gegen Asthma und Keuch-
husten im Handel, von denen dasjenige der
chemischen Fabrik Ladenburg aus Anti-
pyrin und Heroin bestehen soll, während ein
im Dresdner Untersuchungsamt analysiertes

Präparat sich als gewöhnliches Pyridin erwies.

—	Zoll: S. Tarif Nr. 389.

Calomelol, kolloidales Kalomel (s.
Quecksilber) mit rund 80% Quecksilberchlorür
und 20% Eiweiß, ein in Wasser lösliches
weißgraues Pulver, das gegen Geschlechts-
krankheiten angewandt wird. — Zoll: S. Tarif
Nr. 388.

Candagang, eine ostindische Bastfaser,
stammt von Hibiscus eriocarpus. — Zoll-
frei.

Cannabintannat (gerbsaures Canna-
bin, lat. Cannabinum tannicum), ein aus dem
indischen Hanf, nach Entfernung des giftig
wirkenden ätherischen Öls, durch Fällung des
wässerigen Auszugs mit Gerbsäure dargestell-
tes Präparat, ist ein bräunlichgraues, geruch-
loses Pulver von zusammenziehendem Ge-
schmack. In Wasser ist das C. unlöslich,
löst sich aber in angesäuertem Weingeist
völlig auf. Beim Glühen auf Platinblech darf
es keinen bemerkenswerten Rückstand hinter-
lassen. Beim Vermischen mit Natronlauge
wird die Base, das Cannabin, in Freiheit
gesetzt, welches einen an Koniin erinnernden
Geruch besitzt. Das C. wird als schlaf-
bringendes Mittel anstatt Opium verwendet.

—	Zollfrei.

Captol, ein Kondensationsprodukt von
Chloral und Gerbsäure, graubraunes, in
Wasser und Alkohol lösliches Pulver, welches
als Mittel gegen Schuppenbildung der Kopf-
haut angepriesen wird. — Zoll: S. Tarif
Nr. 389.

Caracuru (Carajuru, Crujuru), der Farb-
stoff der Chi ca (s. d.), ist ein rotes, in
Wasser unlösliches, in Alkohol und Alkalien
lösliches Pulver, welches von Salpetersäure
zu Anissäure oxydiert wird. C. färbt Baum-
wolle braunrot mit violettem Schein. — Zoll-
frei.

Carannaharz, ein dem Elemi nahestehen-
des Harz, stammt von Bursera acumi-
nata aus Westindien. — Zollfrei.

Carapaöl (Craböl, Carapafett, Andi-
robaöl), ein brasilianisches Pflanzenfett von
butterartiger Konsistenz und biterem Ge-
schmack, wird durch Pressen der Samenkerne
von Carapa guianensis erhalten. Es ist
gelblich und schmilzt schon bei 10° C. „Durch
Pressen soll man jedoch auch ein Produkt
erhalten, welches erst bei 40—50 °C schmilzt.
Man benutzt das C. im Ursprungslande als
Insektenschutzmittel, in England und Frank-
reich zur Fabrikation von Seifen. — Zoll:
2 M.

Carboformal, ein aus Karbolsäure und
Formaldehyd bestehendes Desinfektionsmittel.

—	Zoll: 20 M.

Carboformal-Glühblocks, Kohlenbriketts,
welche eine mit Paraformaldehyd gefüllte
Höhlung haben und beim Glühen Dämpfe
von Formaldehyd in den zu desinfizierenden
Räumen verbreiten. — Zoll: 20 M.