﻿Cayota

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Champagner

schmack und wird als Gewürz, besonders zu
engl. Pickles in großen Mengen verbraucht.
Er unterliegt denselben Verfälschungen wie
Paprika. Außerdem aber wird er speziell mit
Mehl zu einem Teige angerührt, gebacken,
gemahlen und als sog. „amerikanischer
C.“ (Papperpot) in den Verkehr gebracht.
— Zoll: 10 M.

Cayota, eine aus Mexico importierte, gerb-
stoffreiche Rinde unbekannter Abstammung,
wahrscheinlich aber von einer Malpighia,
welche zum Gerben verschiedener Lederarten
benutzt wird und letzteren eine rötliche Farbe
verleiht. Die auch in gemahlenem Zustande
eingeführte Rinde, welche 23—27°/o Tannin
enthält, soll als Gerbmaterial dem Quebracho
vorzuziehen sein, in der Färberei zum
Schwarzfärben mit Eisensalzen dem Sumach
ähnlich wirken und namentlich der Seide die
Geschmeidigkeit nicht nehmen. — Zoll:
1,50 M.

Cazaza, ein aus Zuckerrohrsaft oder aus
Melasse bereitetes geistiges Getränk, welches
in der brasilianischen Provinz Maranhao viel
genossen wird und sich vom Rum durch
seine Farblosigkeit und geringeren Alkohol-
gehalt unterscheidet. — Zoll: S. Tarif Nr. 178
und 179.

Cerberaöl, das Öl der Früchte von Cer-
bera Odollam, einer ostindischen Pflanze,
findet als Fischgift Anwendung. — Zoll: S.
Tarif Nr. 166/167.

Cerise, ein kirschroter Farbstoff, der aus
den Rückständen der Fuchsinfabrikation ge-
wonnen wird. — Zollfrei.

Cerolin, ein gegen Verstopfung und Haut-
ausschläge verordnetes Medikament aus
Hefen-Fett. — Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Chagrin (aus dem morgenländischen Sa-
ghir) nennt man ein starkes, eigentümlich
genarbtes farbiges Leder, welches in Astra-
chan und Konstantinopel aus den Rücken-
stücken von Pferde- und Eselshäuten bereitet
wird. Die enthaarten, sorgfältig entfleischten
Häute werden in einen Rahmen gespannt,
angefeuchtet und mit harten, eckigen Melden-
samen bestreut, durch deren Eindrücken
Grübchen und Unebenheiten entstehen. Ch.
wird im Orient zur Herstellung von Messer-
und Säbelscheiden und Zaumzeug verwandt.
Bei uns werden Nachahmungen hergestellt,
indem man weichem Leder mit heißen gra-
vierten Kupferplatten oder Walzen eine ähn-
liche Körnelung einpreßt. In gleicher Weise
entsteht das zu Büchereinbänden benutzte
Chagrinpapier. — Zoll: S. Tarif Nr.544ff.;
Papier Nr. 656.

Chagualgummi (Mayulygummi), ein aus
Südamerika kommendes Gummi von noch
nicht sichergestellter Abstammung, gehört zu
den bassorinreichsten Gummiarten und ist
daher in Wasser nur wenig löslich. — Zollfrei.

Chalzedon (frz. Chalcödoine, engl. Chalce-
dong), ein dichter Quarz, nach einigen Minera-
logen ein Gemenge von amorpher und kristal-
linischer Kieselsäure, kommt in zahlreichen,
durch ihre Färbung verschiedenen Varietäten
vor, die besondere Namen führen und als

Halbedelsteine und Material für Kameen,
Ringsteine, Siegelsteine und viele andere
Schmuck- und Gebrauchsgegenstände zum
Teil schon seit alten Zeiten verarbeitet wer-
den. Die bekanntesten Varietäten sind: Ge-
wöhnlicher Ch., grau und durchscheinend;
Karneol, dessen meist geschätzte Varietät
die blutrote ist, der aber auch braunrot oder
gelbrot erscheint; Chrysopras, durchNickel-
oxyd apfelgrün, und Plasma, durch Eisen-
oxydul dunkelgrün gefärbter Ch.; Jaspis,
ein undurchsichtiger, durch Eisengehalt gleich-
mäßig gelbbraun, rot, grün, schwarz usw.
gefärbter Kiesel, kommt in größeren Stücken
vor und liefert daher ein vortreffliches Material
zu Säulen, architektonischen Verzierungen,
Tischplatten und Vasen, die eine schöne Po-
litur annehmen. In verschiedenen Farben
regelmäßig gestreifter Ch. wird besonders
schön in Sibirien gefunden und als Band-
jaspis bezeichnet. Schön gezeichnet ist auch
der ägyptische Jaspis, sog. Nilkiesel.
Fundorte besserer Jaspisse sind außerdem in
Sizilien, Böhmen und Tirol, von wo z. B. der
„Meraner Jaspis“ in prachtvollen Varietäten
angeboten wird. Andere mehrfarbige Ch.
sind: Heliotrop, durchscheinend dunkel-
grün, mit eingestreuten undurchsichtigen,
zinnoberroten Punkten; Sardonyx, rot mit
weißen Bändern; Onyx, mit weißen und
schwarzen oder dunkelbraunen Bändern oder
Schichten; Chalzedonyx, abwechselnd grau
und weiß gestreift; Stephanstein, weiß
mit blutroten Flecken. Endlich hat man auch
Ch. mit wolkenartigen und moosartigen
Flecken und Zeichnungen. Die Onyxe, also
die Varietäten mit wechselnden Streifen, die
mithin in andrer Richtung betrachtet über-
einander liegende Schichten bilden, sind das
hauptsächliche Material zum Schneiden von
Kameen, einer sehr alten Kunst, die auch
jetzt noch in Italien betrieben wird. Durch
die heutige Glastechnik können übrigens viele
der erwähnten Naturprodukte ganz gut nach-
geahmt werden. Vgl. auch Achat, Ame-
thyst, Aventurin. — Zoll: S. Achat.

Champagner (engl. Champaigne), im wei-
teren Sinne des Wortes alle in der gleich-
namigen französischen Landschaft erzeugten
Weine, im engeren Sinne jedoch die aus dor-
tigen Trauben gefertigten Schaumweine.
Die Departements Ardennes, Aube, Marne
und Haute Marne liefern auf nahezu 20000 ha
durchschnittlich 700000 hl Wein, von denen
180000 auf Schaumwein verarbeitet werden,
während der Rest, meist im Lande selbst,
unverändert als Champagne non mousseux
zum Konsum gelangt. Von letzteren wird der
Sillery sec non mousseux, ein weißer trockener
Wein von eigentümlichem Aroma am meisten
geschätzt. Der beste Schaumwein, dessen be-
rühmteste Sorten der Gegend von Rheims
entstammen, wird meist aus einem Gemisch
blauer und weißer, sorgfältig ausgelesener
gesunder Trauben in der Weise hergestellt,
daß man, ohne vorher zu maischen, mit
schwachem Druck auspreßt und den milden,
farblosen Most (Claret) auf Gärfässer bringt.