﻿Chlorophyll

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Chromgrün

Mittel zur Erzeugung von Narkosen dar. Die
Technik benutzt es als Lösungsmittel. —
Zo]li s- Tarif Nr. 382.

Chlorophyll (Blattgrün), der grüne Farb-
St°iu ^er Blätter, in welchen es, gemischt mit
gelbem Xanthophyll, in Form kleiner Kör-
ner an Eiweiß gebunden vorkommt. Durch
Extraktion grüner Pflanzenteile (Kohl, Nesseln)
mit alkalischem oder ammoniakalischem Al-
kohol wird das Ch. in Form einer Lösung
erhalten, die auch als Farblack zum Färben
von Nahrungsmitteln in den Handel kommt.
— Zollfrei.

Chlorsäure (lat. Acidum chlorosum), die
tm Kaliumchlorat und den übrigen Chloraten
enthaltene Säure, ist nicht in freiem Zustande,
sondern nur in Form ihrer wäßrigen Lösung
bekannt. Die letztere wird durch Umsetzung
von Baryumchlorat mit der berechneten Menge
Schwefelsäure erhalten. Durch Eindampfen
im Vakuum kann die Lösung bis zum spez.
Gew. 1,280 und einem Chlorsäuregehalt von
40% konzentriert werden. Darüber hinaus
zerfällt sie unter Abspaltung von Sauerstoff
und Chlor zu Überchlorsäure. Die Ch. ist ein
energisches Oxydationsmittel, welches orga-
nische Stoffe, wie Papier, Gewebe usw., unter
Flammenerscheinung zerstört. Eine stark ver-
dünnte Lösung dient nach einem patentierten
Verfahren zum Karbonisieren des baum-
wollenen Untergrundes bei der Herstellung
sog. Luftspitzen. — Zoll: S. Tarif Nr. 292.

Chlorschwefel (Schwefelchlorür, ein-
fach Chlorschwefel, lat. Sulfur monochlo-
ratum) entsteht beim Überleiten von Chlor
über geschmolzenen Schwefel als eine rot-
gelbe, übelriechende, an der Luft rauchende,
ätzende Flüssigkeit vom spez. Gew. 1,687,
welche sich nicht mit Wasser mischt, aber
von letzterem zersetzt wird. Ch. wird zum
Vulkanisieren von Kautschuk benutzt, da er
große Mengen Schwefel leicht auflöst. —
Zollfrei.

Chor-Putta, eine ostindische Bastfaser,
stammt von der Urtica heterophylla, einer
Nesselpflanze in Concan und Malabar. —
Zollfrei.

Christbaumschmuck. Unter dieser Han-
delsbezeichnung kommen sowohl Glasfabri-
kate als auch Stanniol- und andere Metall-
fabrikate vor. Es hat sich hierfür im sächs.
Erzgebirge, Thüringer Wald und Nürnberg
ein neuer Industriezweig gebildet. Die Fabri-
kate, vielfach auch Erzeugnisse der Heim-
industrie, kommen in jedem Jahre mit neuen
Mustern auf den Markt. Leipzig bildet auch
hierfür einen bedeutenden Messeplatz. — Zoll:
10 M.

r Shrorn- Dieses erst 1797 entdeckte metal-
■pSC-u Clement bildet die Grundlage einer
..ei“e Ihr Technik und Handel nicht unwich-
ger Präparate, als deren ausschließliches
,r ^gangsmaterial der Chromeisenstein
t r°mit), ein Mineral aus Chromoxyd und
■Eusenoxydul mit wechselnden Mengen Mag-
nesia, ionerde usw. zu gelten hat. Das
metallische Ch., welches bis vor kurzem nur
im Laboratorium durch Glühen von Chrom-

oxyd mit Cyankali und Tierkohle, oder durch
Reduktion von Chromoxyd oder Bleichromat
mit Kohle dargestellt wurde, kann neuerdings
mit Hilfe des Goldschmidtschen Thermit-
verfahrens (s. d.) durch Behandlung von
Chromoxyd mit Aluminiumpulver unschwer
in größerer Menge gewonnen werden und
hat dadurch, besonders zur Erzeugung des
Chromstahls (s. Stahl), einer äußerst harten
und doch zähen Stahlsorte größere Bedeutung
gewonnen. Es ist ein eisengraues, sehr hartes,
sprödes und strengflüssiges Metall vom spez.
Gew. 6,9. — Zollfrei.

Chromgelb (frz. Jaune de chrome, Chro-
mate de plomb, engl. Chrome yellow, Chro-
mate of lead), eine der schönsten gelben
Mineralfarben, welche unter den verschie-
densten Namen und in den verschiedensten
Nuancen vom hellgelb bis orange und rot
(Chromorange, Chromrot) in den Handel
kommt. Als Handelsnamen finden sich u. ä.
Neugelb, Pariser-, Amerikanisch-, Go-
thaer-, Hamburger-, Kaiser-, Kölner-,
Königs-, Krön-, Leipziger-, Post-, Zi-
tronen-, Zwickauer-Gelb usw. DieChrom-
gelbe bestehen in chemischer Hinsicht aus
chromsaurem Blei allein oder im Gemisch mit
wechselnden Mengen Bleioxyd und werden
in der Weise hergestellt, daß Bleilösungen,
am besten von Bleiazetat (s. Bleizucker) mit
Kaliumchromat gefällt werden. Zur Erlangung
der gewünschten Farbtöne sind ganz beson-
dere Mischungs- und Mengenverhältnisse inne-
zuhalten, denn je basischer die Farbe, um so
mehr nähert sich ihr Ton dem Orange und
Rot. Auch empfiehlt es sich, um den Nieder-
schlag voluminöser, wolliger zu erhalten, aus
stärkerer Verdünnung mit einem Überschuß
von Bleisalz zu fällen. Die Chromgelbe wer-
den teils zur Erzielung besonderer Töne, teils
in betrügerischer Absicht mit minderwertigen
Zusätzen, wie Gips, Kreide, Schwerspat ver-
setzt und sollten daher stets auf ihre Reinheit
geprüft werden. Sie lassen sich sowohl als
Öl-, wie als Wasserfarbe verwenden und lie-
fern gut deckende, ziemlich widerstandsfähige
Anstriche. Nur auf frischen Kalkwänden
können sie nicht angebracht werden, ohne in
Rot umzuschlagen, und werden durch Schwe-
felwasserstoff wie die übrigen Bleifarben (s.d.)
geschwärzt. — Zollfrei.

Chromgrün (frz. Vert de chrome, engl.
Protoxide of chromiüm). Unter diesem Namen
kommen sowohl das reine Chromoxyd, wie
auch Gemische von letzterem mit Chromgelb
oder auch von Chromgelb mit Berlinerblau in
den Handel. Das Chromoxyd wird durch
Glühen von Kaliumbichromat mit kohlenstoff-
haltigen Substanzen, wie Stärke, Zellulose,
oder mit etwas Schwefel erhalten und bildet
eine sehr beständige, gegen Licht, Luft und
Säuren unveränderliche Farbe, die aber wegen
ihres etwas matten Aussehens meist nur in
der Porzellanmalerei Anwendung findet.
Wesentlich schönere Töne zeigen die als
Guignets Grün, Smaragdgrün, Pelle-
tiers Grün, Vert virginal bezeichneten
Farben, welche aus Chromhydroxyd bestehen