﻿Chromsäure	88	Chrysophansäure

und durch Erhitzen von Kaliumbichromat mit
Borsäure bis zur schwachen Rotglut erhalten
werden. Die aus Chromgelb und blauen
Farben gemischten Grüne fallen unter die
für Bleifarben (s. d.) erlassene Verordnung.

—	Zollfrei.

Chromsäure (Chromtrioxyd, lat. Acidum
chromicum, frz. Acide chromique, engl. Chro-
mic acid), eine Sauerstoffverbindung des
Chroms, welche noch mehr Sauerstoff als das
Chromoxyd enthält und durch Behandlung
von Kaliumbichromat mit konz. Schwefelsäure
hergestellt wird. Ch. erscheint in Form schar-
lachroter, bläulich glänzender Kristalle, welche
an der Luft unter Wasseranziehung zerfließen
und sich in Wasser zu einer dunkelroten
Flüssigkeit lösen. Die Ch. zerstört heftig
organische Stoffe und muß daher in Glas-
stöpselflaschen aufbewahrt werden. Man ver-
wendet sie als Ätzmittel für Metalle und
medizinische Zwecke, zu galvanischen Bat-
terien usw. — Zollfrei.

Chromviolett nennt man 2 Teerfarbstoffe
(Triphenylmethanderivate), welche zum
Bedrucken von Baumwolle mit Chrombeize
benutzt werden. Der eine ist als Aurintri-
karbonsaures Natrium anzusprechen und ent-
steht bei der Einwirkung von Formaldehyd
auf Salizylsäure und Schwefelsäure, fler andere
wird durch Behandlung von Tetramethyldia-
midobenzhydrol mit Salizylsäure und folgende
Oxydation dargestellt. — Zollfrei.

Chrysaminsäure(T etranitrochrysazin),
eine aus Aloe durch Erhitzen mit Salpeter-
säure darstellbare organische Säure, erscheint
in kleinen, gelben, glänzenden Blättchen von
bitterem Geschmack, welche in Wasser nur
wenig mit purpurroter Farbe löslich sind.
Vgl. ferner Aloefarbstoffe.

Chrysanilin, eine stickstoffhaltige orga-
nische Base, welche sich unter den bei der
Fuchsinbereitung entstehenden Nebenproduk-
ten findet und eine der im Handel vor-
kommenden Arten von Anilingelb bildet,
ist ein gelbes, in Wasser fast unlösliches
Pulver, löst sich aber in Alkohol und Äther.

—	Zollfrei.

Chrysarobin (Chrysarobinum), ein Deri-
vat der Chrysophansäure (s. d.), findet sich in
der Araroba (s. d.), aus welcher es durch
Auskochen mit Benzol rein dargestellt wird.
Ch. bildet ein gelbes, geruch- und geschmack-
loses, mikrokristallinisches Pulver vom spez.
Gew. 0,920, welches bei 170—178° schmilzt
und in der Medizin zur äußerlichen Behand-
lung verschiedener Hautkrankheiten ange-
wandt wird. Es darf als Heilmittel nur in
Apotheken verkauft werden. — Zollfrei.

ChrysaureYn, ein zur Gruppe der Azo-
farben gehöriger Teerfarbstoff von orange-
gelber Farbe, soll identisch sein mit dem
Orange II. — Zollfrei.

Chrysen, ein Kohlenwasserstoff des Stein-
kohlenteers, findet sich in den höchst sieden-
den Teilen desselben in Form weißer Kristalle
vom Schmelzpunkt 250°. — Zollfrei.

Chryseolin (Chrysoin, Tropäolin R,
Resorzingelb;, ein zur Gruppe der Azo-

farben gehöriger gelber Teerfarbstoff, besteht
aus Dioxyazobenzolparasulfosaurem
Kali und wird durch Behandlung von Dioxy-
azobenzol mit konzentrierter Schwefelsäure
oder auch von Paradiazobenzolsulfosäure mit
Resorzin erhalten. Der Farbstoff erscheint in
orangegelben Blättchen, die in kaltem Wasser
schwer, in heißem leicht löslich sind, und färbt
Seide und Wolle schön gelb mit einem Stich
ins Orange. — Zollfrei.

Chrysoberyll (frz. Chrysobenl) ist ein glas-
glänzender Schmuckstein von spargelgrüner,
ins Grünlichweiße und Olivengrüne über-
gehender Farbe. Am gesuchtesten sind Stücke,
welche, in bestimmter Richtung betrachtet,
noch ein bläuliches Farbenspiel zeigen. Man
kann den Ch. zur Gruppe der Spinelle rech-
nen, denn er enthält keine Kieselsäure, son-
dern nur Tonerde und Beryllerde nebst Spuren
von Eisen. Er findet sich als Geschiebe im
Sande der Flüsse in Birma, Borneo, Ceylon,
Brasilien und Sibirien. Nicht alle hierher
gehörigen Steine finden Verwendung, einige
schöne Varietäten werden aber teuer bezahlt.
Ausgezeichnet gefärbte Stücke werden in Bril-
lantform geschliffen und gewöhnlich mit Gold-
folie unterlegt. Die schillernden erhalten den
kappenförmigen Schnitt. — Zoll: S. Tarif
Nr. 235 (rohe); Nr. 678 (geschliffene).

Chrysoidin (Diamidoazobenzolchlor-
wasserstoff, salzsaures Di^midoazo-
benzol), ein zur Gruppe der Azofarbstoffe
gehöriger gelber Teerfarbstoff, wird durch
Einwirkung von Metaphenylendiamin auf
salzsaures Diazobenzol dargestellt. Das Ch.
löst sich in Wasser und färbt Wolle und
Seide, sowie mit Tannin gebeizte Baumwolle
goldgelb, etwas ins Orange ziehend. Die heiße
konzentrierte, wässerige Lösung gesteht beim
Erkalten zu einer blutroten Gallerte. — Zoll-
frei.

Chrysolin, ein Teerfarbstoff, welcher durch
Erhitzen von Resorzin mit Phtalsäureanhydrid
und Benzylchlorid bei Gegenwart von Schwe-
felsäure und nachfolgendes Sättigen mit
Natron erhalten wird, seiner Zusammen-
setzung nach also die Natronverbindung des
Benzylfluoreszeins. Ch. kommt in Form
eines rotbraunen Pulvers oder rotbrauner
Stücke in den Handel, welche nach Benzyl-
chlorid riechen und mit Wasser braune,
grünfluoreszierende Lösungen liefern. Es
dient zum Gelbfärben von Seide und Wolle
nicht von Baumwolle. — Zollfrei.

Chrysolith. Mit diesem Namen werden zu-
weilen die gelbgrünen Saphire, und als
orientalische Ch. die Chrysoberylle be-
zeichnet. Der wirkliche oder edle Ch. ist
Olivin (s. d.). — Zoll: S. Chrysoberyll.

Chrysopal ist eine wenig gebräuchliche
Bezeichnung für Chrysoberyll.

Chrysophansäure (lat. Acidum chrysopha-
nicum, frz. Acide chrysophanique, engl.
Chrysophanic acid), eine in verschiedenen
Pflanzen vorkommende organische Säure,
wurde früher, bevor man die Identität dieser
Substanzen kannte, mit verschiedenen Namen
belegt, so Rhein, Rhabarberin, Rhabar-