﻿Chrysophenin

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Colcothar

bergelb, Rumizin, Lapathin und Pa-
rietinsäure. Nach neueren Untersuchungen
ist dieCh.als Dioxymethylanthrachinon
zu betrachten. Sie wird medizinisch verwendet
und zu diesem Zwecke aus dem in der Ara-
roba enthaltenen Chrysarobin dargestellt,
welches eine reichlichere Ausbeute liefert,
als Rhabarber, Senna und Parmelia parie-
tina. Die Ch. ist früher für identisch mit
dem Chrysarobin gehalten und häufig mit
ihm verwechselt worden. Es hat sich aber
gezeigt, daß die eigentümliche Wirkung auf
die Haut nicht der Ch., sondern dem Chry-
sarobin zukommt, dessen Oxydationsprodukt
sie ist. Die Ch. ist eine nur sehr schwache
Säure und bildet ein fein kristallinisches,
geruch- und geschmackloses Pulver von
orangegelber Farbe, oder auch goldgelbe
Kristallblättchen, welche kaum in Wasser,
leicht in heißem Alkohol, Äther und Benzin
löslich sind. Beim Umgänge mit diesem
Präparate muß man sich hüten, etwas an
die Augen zu bringen, weil dadurch heftige
Entzündungen entstehen. — Zollfrei.

Chrysophenin, ein in deutschen Fabriken
erzeugter Teerfarbstoff, bildet ein orange-
gelbes Pulver, welches in kochendem Wasser
leicht löslich ist und Baumwolle im Seifen-
bade gelb färbt, und besteht aus dem Natron-
salze des Diamidostilbendisulfosäuredisazo-
diphenoläthyläthers. — Zollfrei.

Chrysopras, ein durch Nickeloxydulhydrat
apfelgrün gefärbter Chalzedon, wird als Halb-
edelstein verwendet. — Zoll wie bei Achat.

Chrysorin, eine aus 72 Teilen Kupfer und
28 Teilen Zink bestehende Messingsorte, ist
in der Hitze schmiedbar und wird zu Luxus-
artikeln verwendet. — Zoll wie Kupfer.

Cibils Fleischextrakt ist ein flüssiges
Fleischpräparat mit 66°/o Wasser, 15% Koch-
salz und erheblichen Mengen Albumosen. —
Zoll 30 M.

Cinchonidin, ein in manchen Chinarinden
enthaltenes Alkaloid, unterscheidet sich von
dem ähnlichen Chinidin durch schwerere Lös-
lichkeit in Wasser, Alkohol und Äther. Das
schwefelsaure C. (Cijichonidinsulfat,
lat. Cinchonidinum sulfuricum, frz. Sulfate de
cinchonidine, engl. Sulfate of cinchonidin)
wird zuweilen medizinisch verwendet. Es be-
steht aus farblosen, sternförmig gruppierten
Kristallnadeln von bitterem Geschmack. —
Zollfrei.

Cinchonin, ein vorzugsweise in den grauen
oder braunen Chinarinden vorkommendes Al-
kaloid, schmeckt nur sehr schwach bitter,
da es sich fast gar nicht in Wasser löst,
bildet hingegen stark bitter schmeckende
Salze. Dieselben werden jedoch viel seltener
angewendet, als die betreffenden Chininsalze,
da sie sich weniger wirksam erwiesen haben.
p ,7.e.n Preislisten findet man: essigsaures

C.	(Cinchoninazetat, lat. Cinchoninum ace-
ticum), salzsaures C. (Chlo rwasserstoff-
cinchonin, lat. Cinchoninum muriaticum s.
hydrochloratum) und schwefelsaures C.
(Cinchoninsulfat, lat. Cinchoninum sul-

furicum), sämtlich farblose, kristallisierbare
Salze. — Zollfrei.

Cineol (Zineol), ein mit Eukalyptol und
Kajeputol identischer Terpenalkohol, wel-
cher sich in verschiedenen ätherischen Ölen,
so im Cina-, Eukalyptus- (s.d.) und Kajeputöl
(s.d.) vorfindet, wird dargestellt durch Einleiten
von Chlorwasserstoff oder Bromwasserstoff in
Cina-Öl, Abpressen der ausgeschiedenen Kri-
stalle und Destillation im Wasserdampfstrome
als ein farbloses, nach Kampfer riechendes
Öl, welches in Wasser unlöslich ist, sich hin-
gegen mit Alkohol und Äther mischt und bei
176° siedet. Das spezifische Gewicht beträgt
0,930. C. findet unter dem Namen Eukalyptol
medizinische Anwendung. — Zoll: S. Tarif
Nr. 353.

Coca-Coca, eine aus Peru stammende, der
Ratanhia ähnliche Wurzel von bitterem und
zusammenziehendem Geschmack, wird dort
als Abkochung gegen Leberleiden und zum
Rotfärben benutzt. Die Kokablätter (s. d.)
stammen von einer anderen Pflanze. —
Zollfrei.

Coccin, ein schönroter Teerfarbstoff, soll
aus einer Mischung von Bromnitrofluoreszei'n
(einem Resorzinfarbstoff s. d.) mit Aurantia
bestehen. — Zollfrei.

Coccinin, ein zur Gruppe der Azofarben
gehöriger Teerfarbstoff, ein dunkelrotes, in
Wasser lösliches Pulver, zum Färben von
Wolle, besteht aus dem Natronsalz der
Amidoparakresolmethylätherazobetanaphtoldi-
sulfosäure. — Zollfrei.

Coelestiner Tropfen, eine stark abfüh-
rende alkoholische Lösung von Aloe und Rha-
barber mit Zusatz von Eisensaccharat und
aromatischen Stoffen. — Zollsatz: S. Tarif
Nr. 388.

Coerulein ist ein grüner Teerfarbstoff, wel-
cher durch Behandlung von getrocknetem
Gallein (s.d.) mit konz. Schwefelsäure dar-
gestellt wird und in Form einer dicken brau-
nen, in Wasser und Alkohol unlöslichen, Paste
in den Handel kommt. Daneben findet man
als Coerulein S. noch eine pulverförmige,
wasserlösliche Modifikation, welche aus einer
Alkalisulfitlösung des Farbstoffs besteht. C.
liefert dunkelgrüne Farben von großer Echt-
heit und wird namentlich in Kattundrucke-
reien viel angewandt. Man druckt entweder
die Paste mit Natriumbisulfit, Alaun oder
Chromalaun, oder benutzt C. S. mit den glei-
chen Beizen. Auch wird C. zum Färben von
mit Chrom gebeizter Wolle, Seide und Baum-
wolle angewandt. — Zollfrei.

Colcothar (Totenkopf, Englischrot,
Preußisch-, Pariser-, Polierrot, lat.
Caput mortuum, frz. Oxyde de fer anhydre,
engl. Colcothar). Unter diesen Namen ver-
steht man mehr oder weniger reines Eisen-
oxyd von verschiedenen Nuancen von Braun-
rot bis ins Violette, die geschlämmt und
abgerieben teils zu Anstrichen, teils als Polier-
material benutzt werden. Der eigentliche C.
(Caput mortuum) wurde früher als Rückstand
aus dem Eisenvitriol bei Bereitung der Nord-
häuser Schwefelsäure erhalten. Jetzt wird