﻿Cold cream

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Croce'fnscharlach

dieser Prozeß anders geführt (s. Schwefel-
säure), und man erhält das Eisenrot wohl-
feiler und schöner durch Glühen von Vitriol-
schlamm, dem rotgelben Absatz, der sich
beim Eindampfen von Eisenvitriollösungen
bildet. Durch hochgesteigertes Glühen erhält
das Oxyd eine mehr oder weniger violette
Nuance. Das feinste Polierrot wird erhalten
durch Glühen von oxalsaurem Eisenoxyd. —
Zollfrei. Mit öl oder Firnis versetzt, s. Tarif
Nr. 335/6.

Cold cream nennt man weiße Pomaden,
welche die Haut fein und geschmeidig er-
halten, aufgesprungene Lippen und andre
kleine Wunden heilen sollen. In der Grund-
lage bestehen sie aus weißem Wachs und
Walrat mit Verdünnungsmitteln, wie Mandel-
öl, Schweineschmalz oder Lanolin, welche
unter Umständen mit andern Stoffen versetzt
oder parfümiert und danach benannt werden,
wie z. B. Rosen-, Mandel (mit Bittermandelöl),
Kampfereis, Gurkenpomade (mit Gurken-
essenz), Glyzerine-Cream. — Zoll: S. Tarif
Nr. 356 und 358.

Condurangorinde (lat. Cortex condu-
rango, frz. Ecorce de Condurango, engl.
Condurango bark), ein seit 1871 medizinisch
verwendeter Artikel des Drogenhandels,
kommt aus dem nördlichen Teile Südameri-
kas, besonders Ecuador und stammt von
Gonolobus Cundurango Triana. Die
Rinde bildet zirka 1 dm lange, meist ver-
bogene, harte, rinnenförmige Stücke oder
auch Röhren. Die Oberfläche ist bräunlich
bis grau, mit bräunlichen Korkschuppen be-
deckt, die Innenfläche weißlich. Der Geruch
ist nur schwach, der Geschmack bitterlich,
kratzend. Die beste Ware kommt von Mata-
perro (Mataperrorinde). Verwendung fin-
det die C. als magenstärkendes Mittel. —
Zollfrei.

Coniin (Koniin, Cicutin, lat. Coniinum),
das sehr giftige Alkaloid des Schierlings
(s. d.), gehört zu den sauerstoffreien organi-
schen Basen und wird hauptsächlich aus den
Früchten des Schierlings gewonnen, da die
Blätter viel weniger davon enthalten. Das
C. ist eine ölige, farblose Flüssigkeit von
starkem, unangenehmem Geruch, welche
schon bei gewöhnlicher Temperatur ver-
dampft. Das spez. Gew. beträgt 0,870 bis
0,890. Es wird zuweilen medizinisch verwendet
und muß in möglichst voll gefüllten Gläsern
im Dunkeln auf bewahrt werden, da es durch
Licht und Luft leicht verändert und braun
wird. — Zollfrei.

Contrajervawurzel ijat. Radix contrajer-
vae, frz. Racine de coontrajerve, engl. Contra-
jerva root), die Wurzel der in Südamerika
einheimischen Dorstenia Contrajerva, ist
knotig, runzelig, bräunlichrot, schmeckt scharf
und bitter und besitzt einen schwachen, ge-
würzhaften Geruch. — Zollfrei.

Conydrin (Conhydrin), eine neben dem
Coniin im Schierling enthaltene organische
Basis, bildet farblose blätterige Kristalle, die
bei 120° schmelzen. — Zollfrei.

Copalchirinde (lat. Cortex copalchi, frz.
Ecorce de Copalchi, engl. Copalchi bark)
ist die Rinde eines im nördlichen Südamerika,
Westindien und Mexiko heimischen Strauches
aus der Familie der Euphorbiaceen, Cro-
ton niveus (Jacquin), welche zuweilen mit
der Kaskarillrinde verwechselt wird, von der
sie sich durch feineren, aber weniger kräftigen
Geschmack und Geruch unterscheidet. Auch
sind die Stücke der C. viel stärker, oft meh-
rere Zentimeter lang und mit fein rissigem
Korke bedeckt. — Zollfrei.

Copra (Coprah, Kopra, Copperah), die
getrockneten, ölreichen Kerne der Kokos-
nüsse (s. d.), bilden einen bedeutenden Han-
delsartikel und werden zur Auspressung nach
Europa gebracht. — Zollfrei.

Coquilias (Lissaboner Kokosnüsse),
die harten Fruchtschalen einer brasilianischen
Palme, Attalea funifera, welche denen
der eigentlichen Kokosnüsse in Gestalt ähn-
lich, aber weit kleiner und sehr dick sind,
dienen wie jene zu kleinen Drechsler- und
Schnitzarbeiten. — Zollfrei.

Cornutin, das rein dargestellte Alkaloid
des Mutterkorns (s. d.), ein braungelbes, in
Wasser schwer lösliches Pulver, wird anstelle
des Mutterkorns verordnet. — Zollfrei.

Cottönsuet ist ein aus Amerika eingeführ-
tes Gemisch von Baumwollsamenstearin mit
etwas Rindertalg. — Zoll: S. Tarif Nr. 170.

Cozapulver, eines der zahllosen, völlig
wertlosen Mittel gegen die Trunksucht, be-
steht aus nichts als Natriumbikarbonat mit
etwas Kalmus und Enzian. Der Preis des
von England aus mit riesiger Reklame ver-
triebenen Präparates beträgt 10 M„ der Wert
30 Pfg. (1). — Zoll: S. Tarif Nr. 389.

Crabholz von Gujana stammt von Xylo-
carpus caraba und ist ein verhältnismäßig
leichtes, aber doch gutes Nutzholz, welches
zu Masten, Rahen, Sparren, Dielen und Türen
verwendet wird. — Zoll: S. Tarif Nr. 74ff.

CrSmes nennt man im Französischen Po-
maden und andre salben- oder rahmähnliche
Kompositionen, dann auch mit viel Zucker
versetzte und dadurch ölartig dicke Liköre.
— Zoll: S. die betreffenden Artikel.

Crin vdgötal (Crin d’Afrique,Vegetal),
ein aus den Blättern der Zwergpalme,
Chamaerops humilis, gewonnener Faser-
stoff, kommt aus Algerien und wird zu Polste-
rungen verwendet. Schwarz gefärbt wird er
den Roßhaaren ähnlicher, als irgend eine an-
dere Substanz. — Zollfrei.

Crocei'n, ein roter Teerfarbstoff, das Na-
triumsalz der Amidoazobenzol(bzw. Toluol-)azo-
naphtolsulfosäure, dient zum Färben von
Wolle. — Zollfrei.

Crocei'norange, ein aus der Diazoverbin-
dung des Anilins mit Naphtolsulfosäure ge-
kuppelter Farbstoff, welcher Wolle in saurem
Bade lichtecht orange färbt. — Zollfrei.

Croce'fnscharlach, verschiedene rote Teer-
farbstoffe, welche in der Weise hergestellt
werden, daß man Amidoazobenzolmonosulfo-
säure diazotiert und die Diazoverbindung mit
einer Lösung von Naphtolsulfosäure in Am-