﻿Cuaba	91

moniak behandelt. Sie dienen zum Färben
von Wolle im sauren Bade und von mit Anilin
gebeizter Baumwolle. — Zollfrei.

Cuaba, ein feines Nutzholz von der Insel
Kuba, kommt in zwei Arten, Cuaba ama-
rilla, von Amyris maritima, und Cuaba
blanca, von A. sylvatica, in den Handel. —
Zoll: S. Tarif Nr. 74 ff.

Cuivre poli, eine blasse, hellgelbe Mes-
singsorte, wird viel zu Kunst- und Gebrauchs-
g'egenständen verarbeitet, namentlich für alt-
deutsche Zimmereinrichtungen. — Zoll: S.
Kupfer.

Cundaöl (Croupee-Öl, nicht zu verwech-
seln mit Craböl oder Carapaöl, s. d.) ist ein aus
den Samen der Carapa Touloncouma
durch Auskochen mit Wasser bereitetes Pflan-
zenfett. Die Früchte bestehen aus einer kuge-
ligen, großen fächerigen Kapsel, deren jede
bis 30 Samen enthält von der Größe zwischen
einer Kastanie und einem Hühnerei. Sie sind
braun oder schwarzrot, rauh, fast dreieckig
und auf der Rückenfläche konvex. Das C.
kommt von der Sierra Leone und Assim. —
Zoll: Die Früchte 2 M.; das Fett 2 M.

Cuprearinde (lat. Cortex chinae cuprea,
Cortex cupreae, frz. Ecorce de Cuprea, engl.
Cuprea bark) ist die Rinde der in Süd-
amerika wachsenden Remijia pedunculata
(Triana), eines den Cinchoneen nahe ver-
wandten Baumes. Diese Rinde weicht in
ihrem anatomischen Bau von demjenigen der
Cinchonarinden stark ab, insbesondere fehlen
ihr die auffallend dicken Bastfasern der
echten Chinarinden. Die C. enthält auch
Chinin, eine besondere Gerbsäure und einige
besondere Alkaloide, aber kein Cinchonidin.
Man benutzt sie ihres billigeren Preises wegen
seit 1880 in großer Menge zur Fabrikation
von Chinin, von dem sie aber nicht viel mehr
als 2°/o liefert. — Zollfrei.

Cura;aoschalen (lat. Cortex fructus Cu-
ragao, frz. Ecorce de Curago, Curcoa Peel),
die getrockneten Fruchtschalen einer auf der

Därme

holländisch-westindischen Insel gleichen Na-
mens kultivierten Abart der Pomeranzen. Sie
sind dünner, bitterer als die gewöhnlichen,
von braungrünlicher Farbe, und haben dem
bekannten bitteren Likör den Namen Cu-
ragao verliehen. Neben diesen echten
Schalen werden auch grüne Pomeranzen-
schalen überhaupt als C. bezeichnet. — Zoll:
4 M.

Curry powder (Ragoutpulver), eine pi-
kant schmeckende Mischung von Gewürzen,
die in Indien als Zutat zu Speisen (Curry
heißt gepfefferter Reisbrei) allgemein ge-
braucht wird, und deren Verwendung sich von
dort über England nach dem Kontinent ver-
breitet hat. Die Rezepte zu echtem Ragout-
pulver sind sehr verschieden, doch mehr hin-
sichtlich der Menge als der Art der Zutaten,
die in allen Vorschriften ziemlich dieselben
sind, nämlich Kurkuma und Koriander, schwar-
zer Pfeffer, Ingwer, Zimt, Muskatblüten,
Gewürznelken, Kardamom, Kümmel, Ca-
yennepfeffer. — Zoll: 50 M.

Cyanverbindungen (Cyanide, Zyanide),
eine Reihe von Salzen, welche die aus Kohlen-
stoff und Stickstoff gebildete Cyangruppe ent-
halten und in ihrem chemischen Verhalten
den Chlor-, Brom- und Jodverbindungen ganz
analog sind, entstehen beim Glühen stickstoff-
haltiger organischer Stoffe mit Kaliummetall,
bei der Spaltung des Amygdalins (s. d.) mit
Wasser und auf zahlreiche andere Weisen.
Näheres vergl. unter Kaliumcyanamid, Ber-
linerblau, Blausäure, Kaliumcyanid, Queck-
silbercyanid. — Zollfrei.

Cyanin, ein neuer blauer Teerfarbstoff für
die Färberei; vergl. Chinolinfarbstoffe.

Cyperweine, die Weine von der Insel Cy-
pem, sind goldgelb, mäßig süß, feurig, von
etwas herbem Geschmack und herrlichem
Aroma. Daneben hat man aber auch süße
Muskatlikörweine. Die beste Sorte ist der
Cypro commendaria und der Cypro
Paphos. Sie dürfen nicht zu kalt lagern.
— Zoll: S. Tarif Nr. 180/1.

D.

Dänisch Weiß nennt man eine sehr fein
geschlämmte Kreide, die hauptsächlich von
den Inseln Moen und Fünen in den Handel
kommt und als Anstrichfarbe benutzt wird.
— Zoll: Rohe Kreide zollfrei, geschlämmte
s. Tarif Nr. 329.

Därme (frz. Boyaux, engl. Guts). Die D.
gewisser Säugetiere finden eine ausgedehnte
technische Verwendung und bilden einen
nicht unbedeutenden, oft weithin versendeten
Handelsartikel. Namentlich Rußland, Eng-
land, Ungarn, Italien, Dänemark und Asien,
z. B. Sibirien, Turkestan, liefern große
Mengen D., welche entweder nach genügen-
der Reinigung getrocknet, oder mit Kochsalz
bestreut (eingesalzene D.) im feuchten Zu-
stande in Fässer verpackt werden. Die ge-

suchteste Sorte sind die Schafdärme und
zwar besonders diejenigen von jungen Schafen,
weil sie die besten Darmsaiten liefern. Die
italienischen Schafdärme haben den höchsten
Wert, weil sie von schlecht genährten und
jung geschlachteten Tieren stammen, deren

D.	zäher und widerstandsfähiger sind, als die-
jenigen von gut genährten. Außer zur Saiten-
fabrikation werden die Schafdärme auch in
der Wurstfabrikation sehr viel verwendet, so
daß es oft schwer hält, das genügende Ma-
terial für die Saitenfabrikation zu beschaffen.
Ochsendärme liefern die GoldschlägerhaHrt
und die Häute für Salamiwürste. Schweins-
därme werden in der Wurstfabrikation be-
nutzt. Pferdedärme dienen zu Drehbank-
schnuren. Katzendärme werden zu Catgut