﻿Dahlia

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Datteln

(s d.), einem Nähmaterial, für Wunden usw.
verarbeitet. — Zoll: S. Tarif Nr. 157. 567/568.

Dahlia, ein Teerfarbstoff, ist eine Abart
von Hofmanns Violett (s. d.).

Daliholz, das Holz der Virola sebifera,
eines großen Baumes Gujanas, dessen Früchte
Pflanzentalg (s. d.) liefern, läßt sich sehr gut
spalten und wird viel zu Faßdauben ver-
wendet. — Zoll: S. Tarif Nr. 83. 623.

Dammaraharz (Kat zenaugengummi, lat.
Resina dammar, frz. Rosine du dammara,
engl. Dammar). Diesen Namen führen ver-
schiedene ostindische Harze, von denen aber
nur wenige in den europäischen Handel kom-
men. Das gewöhnliche D. stammt von der
Dammarafichte (Dammara orientalis),
einem großen, besonders auf den Molukken
und Sunda-Inseln häufig wachsenden Wald-
baum, der nahe am Boden dicke Stamm-
knollen bildet und aus diesen das Harz aus-
schwitzt. Diese Ware kommt hauptsächlich
von Java, in Kisten von etwa 100 kg Inhalt
in den Verkehr. Eine ähnliche, aber härtere
und deshalb geschätztere Sorte wird von
Singapore aus verschifft und stammt von
Hopea splendida und micrantha. Eine
von Borneo in den Handel kommende Sorte,
Dammar daging oder Rose Dammar, ist
weicher und ins Grünliche fallend und daher
um die Hälfte billiger als die gewöhnliche
Sorte. Das D. besteht aus größeren und
kleineren, meist rundlichen Stückchen, die
äußerlich weiß bestäubt, innen glashell und
stark glänzend sind, flachmuschelig brechen,
sich mit Ausnahme der Singapore-Sorte leicht
zu Pulver stoßen lassen und in der Wärme
der Hand etwas klebrig werden. Das D.
erweicht bei 75° und schmilzt bei 200° voll-
ständig zu einer dünnen Flüssigkeit. Das
spez Gew. schwankt zwischen 1,040 und 1,120.
Die Masse ist entweder ganz farblos oder gelb-
lich, löst sich in Alkohol und Äther nur teil-
weise, vollständig aber in fetten und äthe-
rischen Ölen. Das gewöhnliche Lösungsmittel
ist Terpentinöl, und die mit ihm erhaltene
Lösung heißt Dammarlack. Obwohl der
Dammarlack an Härte und Dauer dem Kopal-
lack nachsteht, ist er doch in allen Fällen
beliebt, in denen es sich um völlige Farb-
losigkeit handelt, also besonders für weißge-
strichenes Holzwerk. Natürlich müssen für
diesen Zweck die farblosen reinen Stücke,
die auch zugleich die härtesten sind, speziell
ausgesucht und die farbigen für anderen Ver-
brauch zurückgestellt werden. Hingegen sind
ganz weiße, glanzlose, auf dem Boden wachs-
ähnliche, harzig anzufühlende Stücke ganz
zubeseitigen, weil siejedenLack verderben.—
Das D. besteht aus verschiedenen harzigen
Stoffen, von denen zur Zeit Dammarol-
säure und zwei Dammar-Resene isoliert
wurden. — Das australische Dammara-
harz oder der Kaurikopal kommt ebenfalls
von einer Dammarafichte, der 24—36 m hohen
Dammara australis auf Neuseeland. Es
hat mit der ostindischen Ware keine Ähnlich-
keit, besteht aus unregelmäßigen, oft kopf-
großen Stücken, ist blaßgelb, bräunlich, grün-

lich, durchscheinend, und in Weingeist und
Terpentinöl unlöslich. Durch Schmelzen,
wobei das Harz prasselt und weiße Dämpfe
ausstößt, wird es in der Färbung dunkler
und dahin verändert, daß es sich in Terpen-
tinöl und anderen ätherischen Ölen leicht
löst. Das australische D. dient nur zu dunk-
leren Firnissen. — D. ist zollfrei. Dammar-
lack, Zoll: 25 M.

Danziger Goldwasser, ein süßer, aroma-
tischer Likör, in welchem glänzende Flitter-
chen von echtem Blattgold schwimmen.

Darabschird wird in Persien der Tabak
(von Nicotiana persica) genannt, der von
Benaru und Fars in bester Güte geliefert
wird. — Zoll: S. Tarif Nr. 29. 220.

Dari (Dara), die Samen einer hirseartigen
Getreideart, Sorghum tartaricum (nicht zu
verwechseln mit Dhurrha oder Sorghum vul-
gare), werden aus Syrien, Ägypten und Süd-
afrika eingeführt. Zuerst benutzte man sie
nur zu Futterzwecken, jetzt ihres billigen
Preises und hohen Stärkegehaltes (ca. 66°/o)
wegen vielfach in der Branntweinbrennerei,
in Belgien und Holland namentlich zu Ge-
never. Der G. aus Ägypten hat schwarz-
braune, ziemlich starke Hülsen, der syrische
dagegen, dessen Körner auch kleiner sind,
weiße Samenhülsen, der aus Zanzibar fällt
mehr ins Graue. — Zoll: 5 M.

Darmsaiten (frz. Cordes de boyau, engl.
Catgut strings), aus zugerichteten Tierdärmen
zusammengedrehte Schnüre, werden, wenn
sie nur für Spinnräder, Drehbänke und zu
anderen technischen Zwecken dienen sollen,
meistens von Seilern und Fleischern herge-
stellt. FürdieSaiten zu Musikinstrumenten, be-
sonders Violinen, war in früheren Zeiten
Italien das erste Bezugsland, während jetzt
Deutschland und Frankreich viel mehr und
fast ebenso gute Ware produzieren. — Zoll:
S. Tarif Nr. 945.

Datteln (lat. Dactyli, frz. Dattes, engl.
Dates) sind die pflaumenähnlichen Früchte
der Dattelpalme (Phoenix dactylifera),
die in den trockenen Ländern zwischen dem
19. und 35. Grad nördl. Br., besonders in Nord-
afrika mit Ägypten, Arabien, Syrien und
Persien gedeiht und in Menge selbst in der
Wüste überall kultiviert wird, wo irgendein
Quell aus dem dürren Sandboden hervor-
dringt oder nur der Untergrund feucht ist.
Die Beschaffung des nötigen Wassers ist oft
sehr mühsam, nicht minder das Bestäuben der
weiblichen Blütenbäume mit den von männ-
lichen Bäumen gebrochenen Staubblüten, das
nirgends der Natur und dem Zufall über-
lassen bleibt. Die Palme, die bis 20 m hoch
wird und vom 30. bis 100. Jahre reiche Ernte
liefert, bringt oft 15—20 lange Trauben-
büschel hervor, deren jeder mehrere Hun-
dert Früchte enthalten kann. Die D. bilden
in den Erzeugungsländern ein wichtiges, mit-
unter das hauptsächlichste Nahrungsmittel,
und werden teils frisch genossen, teils ge-
trocknet, oder in anderer Weise, z. B. durch
Einstampfen für längere Dauer haltbar ge-
macht. Die Früchte sind im Juli ausgewachsen