﻿Daturin

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Dermatol

und reifen im August oder später, nachdem
ihr Fleisch bis dahin noch etwas hart und
herbe gewesen. Das Reifen ist eigentlich
mehr ein Teigigwerden, das an einer einzelnen
Stelle der Frucht beginnt und sich dann rasch
weiter ausbreitet. Sobald sich das Frucht-
fleisch in ein honigsüßes Mus verwandelt hat,
fallen die Früchte ab, doch kommt man dem
meist durch etwas frühere Abnahme zuvor,
muß allerdings, da die Entwicklung der
Früchte nicht gleichen Schritt hält, immer
reife, halb- und unreife zugleich ernten. Die
halbreifen benutzt man zum sofortigen Genuß.
Sie sind gelblich, schmecken noch etwas herbe
und knirschen zwischen den Zähnen, die
reifen sind durchscheinend, weich, rötlich und
äußerst süß. Die noch unreifen Früchte wer-
den auf Matten von Palmblättern ausgebreitet
der Sonne ausgesetzt, um nachzureifen und
zu trocknen, und kommen so auch in den
europäischen Handel. Kennzeichen frischer
Ware sind: glänzende runzelfreie Oberfläche,
gelbrötliche äußere Farbe, saftiges und gleich-
sam speckiges Fleisch und honigsüßer, dabei
weinig und erquickender Geschmack. Die
Früchte halten sich nicht lange, sind den
Angriffen von Milben und anderem Ungezie-
fer sehr ausgesetzt und müssen daher sicher
und trocken verwahrt werden. Geschrumpfte,
runzlige, zu feuchte oder saftlose Ware ist alt
und wertlos, weil in ihr auch die Süße pich
sehr vermindert hat. Ein besonders wichtiges
Kennzeichen alter Ware ist, daß der locker
gewordene Kern beim Schütteln klappert.
Die auf den Bazaren der indischen Städte
in den Handel kommenden Datteln von
Phoenix acaulis, Ph. humilis und Ph.
sylvestris stehen den afrikanischen D.
im Geschmack bei weitem nach. Die D.,
welche in ihren Erzeugungsländern die Be-
deutung und Wichtigkeit einer Getreidefrucht
haben, dienen bei uns nur als angenehme
Nebenspeise. Sie kommen in den Handel
in Kisten, Fässern oder Matten von etwa
50 kg Bruttogewicht, meist über Triest, Ve-
nedig, Marseille, London. Die bei uns gang-
barsten D., die ägyptischen, die alle unter
dem Namen Alexandriner gehen, sind größer
und dunkler gefärbt, auch fleischiger und
süßer als die sog. barbarischen, die vor-
zugsweise von Tunis kommen und hellgelb,
trockener und weniger süß sind. Auch, Syrien
und Algier liefern Früchte für den Handel.
In Algerien heißt die beste Sorte, welche in
geflochtenen Palmenblattkörbchen in den
Handel kommt, Degbet Nar, die geringste
Enkantischi Deyla. Die Kultur hat eine
Menge Spielarten von D. hervorgebracht,
gelangen, der besseren Haltbarkeit
halb er, nur Sorten, die festeres, zäheres Fleisch
haben, zur Ausfuhr.—Zoll: S. Tarif Nr. 51. 53.
i -a a rin ^at' Eaturinum), das giftige Alka-
lotd des Stechapfels, ist mit dem Atropin

S'n')rtlde1tis.ch- ~ Zollfrei.

Degras heißt eine von Lohgerbern sehr ge-
suchte Lederschmiere, welche teils als Abfall
bei der Sämischgerberei erhalten, teils, weil
diese Quelle nicht ausreichend ist, besonders

fabriziert wird. Die Fabrikation des Weich-
leders beruht darauf, daß die von Haaren
und Narbe entblößten Felle mit öl gewalkt,
darauf wiederholt an die Luft gehangen und
schließlich in warmer Kammer aufgeschichtet
werden. Das Öl erleidet hierbei eine Oxy-
dation und erlangt damit die Eigenschaft,
sich mit der Tierfaser zu verbinden und ihr
die lederartige Beschaffenheit zu geben. Was
sich von dem oxydierten Fett nicht fest mit
der Faser verbunden hat, wird soweit als
möglich auf mechanischem Wege, durch Aus-
ringen und Pressen, entfernt, und die hierbei
abgesonderte Substanz bildet die Primasorte
von D. Das noch rückständige Fett entfernt
man durch Auswaschen der Felle in warmer
Pottaschelösung, wobei es teilweise verseift
wird und mit der Lauge eine weiße Emul-
sion bildet (Urläuter, Weißbrühe). Durch
Zersetzung mit Schwefelsäure und Waschen
der abgesonderten Fettsäuren erhält man die
geringere Sorte des echten D. Um die-
selbe Substanz direkt und als Hauptsache
zu fabrizieren, werden die Manipulationen des
Sämischgerbens mit schlechten Fellen so
lange wiederholt, bis sie in Fetzen zerfallen.
Auch wird Degras künstlich hergestellt, indem
man Vaseline, Talg und Fischtran zusammen-
schmilzt. — Zoll: S. Tarif Nr. 130/132.

Delphinin (lat. Delphininum, frz. Delphi-
nine, engl. Delphinin), die neben Staphi-
sagrin in den Stephanskörnern enthal-
tene giftige Pflanzenbase, ein weißes, amor-
phes, geruchloses Pulver von unerträglich
bitterem Geschmack, wird nur selten medi-
zinisch verwendet. — Zollfrei.

Deltametall ist eine Legierung aus Kupfer
(60°/o), Zink (38%) und Eisen (2%), welche
seit dem Jahre 1882 in den Handel kommt,
und deren Herstellung besondere Kunstgriffe
erfordert. Das D. besitzt große Härte und
Zähigkeit, kann gewalzt, gezogen und ge-
schmiedet werden, liefert feinkörnige, dichte
Güsse und ist im geschmolzenen Zustande
dünnflüssig. Die Farbe schwankt zwischen
der des Messings und des Kanonenmetalls,
die Oberfläche nimmt eine feine Politur an.
Das D. wird empfohlen zur Anfertigung von
Schiffsschrauben, Dampfpumpen, Kesselarma-
turen, Feuerspritzen und Rädern. Man liefert
es in Rundstäben für Spindeln und Schieber
und in gewalzten Sechskantstäben für Schrau-
ben und Muttern. — Zoll: Wie Britannia-
metall.

Demijohns, starke, mit geschälten Korb-
weiden umflochtene Glasflaschen von zylindri-
scher oder Kugelform, werden von 1—40 1
Inhalt geliefert und eignen sich zum sicheren
Versand aller Arten von Flüssigkeiten. —
Zoll: S. Tarif Nr. 737/740.

Dermatol (Basisch gallussaures Wis-
mut, lat. Bismutum subgallicum, frz. Gal-
late basique de bismuth, engl. Subgallate of
bismuth) entsteht durch Vermischen von
Gallussäure mit einer Lösung von Wismut-
nitrat in Eisessig als ein gelbes, geruch- und
fast geschmackloses Pulver, welches in
Wasser, Alkohol und verd. Säuren unlöslich