﻿Diastasc

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Diuretin

Platten aus unglasiertem Porzellan (Biskuit),
welche, gegen das Licht gehalten, ein Bild
erkennen lassen infolge dünnerer und daher
hellerer und dickerer und deshalb dunklerer
Stellen. Sie sind sehr effektvoll und werden
als Fensterbilder, Schirme für Nachtlampen
usw. verwendet. Seit den Fortschritten der
Photographie wird eine besondere Platten-
sorte, Diapositivplatten, zur Herstellung
von Diaphanbildern angefertigt. Auch stellt
man buntfarbige Lithographien, die zwischen
2 Glasscheiben gelegt werden, als D. her. —
Zoll: S. Tarif Nr. 764. 767.

Diastase, das in zahlreichen Pflanzenteilen
und tierischen Säften (Speichel) enthaltene
Ferment, welches Stärke in Zucker (Maltose
und Stärkezucker) zu verwandeln vermag und
das wirksame Prinzip des Malzes bildet, wird
durch Ektraktion von Malz mit verd. Al-
kohol gewonnen und kommt als hellgelbes
Pulver in den Handel. — Zoll: S. Tarif
Nr. 386.

Dicköl. Unter dieser Bezeichnung ver-
steht man im Handel zum Teil verharztes
Terpentinöl. Man läßt zu seiner Herstellung
Terpentinöl in flachen Schalen, der Einwir-
kung der Luft ausgesetzt, verdunsten, und
benutzt es in der Glas- und Porzellanmalerei.
— Zollfrei.

Didym, ein metallisches Element aus der
Gruppe der seltenen Erden, welches in eini-
gen Mineralien als Begleiter des Zeriums
(s. d.) auftritt, ist eigentlich ein Gemisch
zweier Elemente, Neodym und Praseo-
dym, von denen das erstere grüne, das an-
dere rote Salze bildet. Die Verbindungen
des D., welche als Nebenprodukte bei der
Gewinnung des Thoriums entstehen, beson-
ders das Didymchlorid, finden als wirk-
same und billige Desinfektionsmittel, das
Neodymnitrat außerdem in der Glasfabri-
kation zum Entfärben der Glasmasse An-
wendung. — Zollfrei.

Digitalin (lat. Digitalinum, frz. Digitaline,
engl. Digitalin). Das unter diesem Namen in
den Handel kommende giftige Prinzip des
Fingerhutkrautes (s. d.), bestand früher
immer aus einem Gemenge der verschiedenen
in diesem Kraut enthaltenen charakteristi-
schen Stoffe, welche je nach der Darstellungs-
weise in wechselnden Mengen vorhanden wa-
ren. Diese als deutsches Digitalin (Digi-
talinum purum pulveratum), Digitaline
crystallisöe Nativelle (frz. D.) und Di-
gitaline amorphe Homolle bezeichneten
Produkte haben jedoch zurzeit nur noch
historisches Interesse, seit die Einzelbestand-
teile, Digitalin und Digitoxin in reinem
Zustande von den Firmen Boehringer und
Merck in den Handel gebracht werden. —
Zollfrei.

Dikafett (Adika) ist ein aus den Samen
der in Gabon wachsenden Irwingia Bar-
teri gewonnenes und seit einigen Jahren in
den Handel gebrachtes Pflanzenfett. Die
Samen, welche auch zur Darstellung einer
schokoladeartigen Masse (Dikabrot, Choco-
lat de Gabon) verwendet werden, sollen 60

bis 66°/o Fett enthalten. Dasselbe ist eine der
Kakaobutter ähnlich riechende, feste Masse,
welche anfänglich rein weiß ist, nach län-
gerem Liegen aber äußerlich stark gelb wird.
Es schmilzt bei 40° und eignet sich zur Fa-
brikation von Kerzen und Seifen. — Zoll:
2 M.

Dill (Gurkenkraut, lat. Herba anethi,
frz. Aneth, engl. Dill), ein aromatisches Dol-
dengewächs (Anethum graveolens), ist
im südlichen Europa heimisch und wird bei
uns häufig für häusliche Zwecke, namentlich
zum Einlegen der Gurken, sowie zu pikanten
Saucen in Garten und Feld ausgesäet, lokal
(Nürnberg, Erfurt, Sachsen) auch zur Sa-
mengewinnung in größerem Maß stabe ge-
baut. — Durch Destillation der Samen mit
Wasser erhält man das hellgelbe ätherische
Öl (Dillöl, lat. Oleum anethi, frz. Essence
d’aneth, engl. Oil of dill), das den Geschmack
und Geruch der Pflanze konzentriert enthält
und zum Parfümieren von Seifen und in der
Likörfabrikation gebraucht wird. Es hat ein
spez. Gew. von 0,900 und enthält neben Kar-
von (s. d.) noch Phellandren. — Dill-
samen (lat. Fructus anethi, frz. Fruit
d’aneth, engl. Dill), die Früchte des D.
sind Spaltfrüchte, 4—5 mm lang, 3 mm breit,
graubraun und von aromatischem Geruch und
Geschmack. Sie werden wie das Kraut als
Küchengewürz zum Einlegen von Gurken ver-
wendet. — Zoll: Dillkraut und Dillsamen
zollfrei. Dillöl: 30 M.

Dimethylamidoazobenzol, ein wenig ge-
brauchter gelber Teerfarbstoff. — Zollfrei.

Dionin, ein neues, durch Einwirkung von
Aethyljodid auf Morphin dargestelltes Heil-
mittel (salzsaures Aethylmorphin), wird
an Stelle des Morphins gegen Erkrankung
der Atmungsorgane, der Augen und zu Ein-
spritzungen verordnet. — Zoll: S. Tarif
Nr. 388.

Diphenylaminblau, ein dunkelblauer, in
Wasser unlöslicher Teerfarbstoff, wird durch
Erhitzen von salzsaurem Diphenylamin (ev.
mit Tolyldiphenylamin gemengt) mit Oxal-
säure hergestellt. Beim Behandeln mit
Schwefelsäure liefert es eine in Wasser lös-
liche Sulfosäure, welche in der Färberei An-
wendung findet. — Zollfrei.

Diptamwurzel (lat. Radix dictamni, frz.
Racine de dictamne, engl. Dittany root), die
getrocknete, geruch- und geschmacklose
Wurzel von Dictamnus albus, wird in der
Volksmedizin verwendet. — Zollfrei.

Ditarinde (lat. Cortex dita, frz. Ecorce de
dita, engl. Dita bark), die als Fiebermittel
empfohlene Rinde von Alstonia scholaris,
einem auf den Philippinen heimischen Baume
aus der Familie der Apocynaceen. Als
wirksame Bestandteile sind die Alkaloide Di-
tain oder Ditamin, Echitenin und Echi-
tamin, heftig wirkende Gifte isoliert worden.
Außerdem enthält die Rinde noch verschie-
dene harzartige Stoffe (Echikautschin usw.)-
— Zollfrei.

Diuretin nennt man das Doppelsalz von
Theobromin-Natrium mit salizylsaurem Na-