﻿Dividivi

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Dost

trium, ein salzig-alkalisch schmeckendes, ge-
ruchloses Pulver, welches als harntreibendes
Mitt(^verordnet wird. — Zoll: S.Tarif Nr.388.

Dividivi (Libidivi, Gerbschoten), die
Hülsenfrüchte eines in Kolumbien und
auf den nahe gelegenen westindischen Inseln
wachsenden hohen Strauches, Caesalpinia
coriaria, haben 1,5—3 cm Länge, 2 bis
3 cm Breite, sind gekrümmt oder S-förmig
gebogen, außen kastanienbraun, etwas glän-
zend und dem Johannisbrot ähnlich, innen
gelbbraun und markig und umschließen 4 bis
8 platte, eiförmige, olivengrüne Samen. Die
Schoten enthalten einen von dem der Gall-
äpfel verschiedenen Gerbstoff, werden in
Pulverform als Ersatz dieser zum Gerben
gebraucht, wirken aber weit schwächer. Sie
geben weiche, braunrot gefärbte Leder und
dienen gewöhnlich nur als Zusatz zu anderen
Gerbmitteln. In der Färberei werden sie
wie Galläpfel zum Schwarzfärben benutzt. —
Zoll: 3 M.

Dochte nennt man das Mittel, durch wel-
ches der Flamme das Leuchtmaterial zuge-
führt wird, gleichgültig ob es sich um Stearin-
oder Paraffinlichte oder Lampen mit irgend-
welchen flüssigen Brennstoffen handelt. Im
Handel kommen D. gewebt, geflochten, ge-
dreht und gesponnen vor, als Grundstoff dient
meist die Baumwolle. Auch hat man unver-
brennbare D., die aus Asbest oder Glas-
gespinsten hergestellt sind. Anderseits wer-
den, um das Verbrennen zu beschleunigen,
auch leicht brennbare Stoffe, wie z. B. Salpeter
zugesetzt. — Zoll: S. Tarif N. 439. 468. 502.

Dolomit, ein Mineral, das aber auch ge-
steins- und gebirgsbildend auftritt, besteht
aus einem isomorphen Gemisch von Kalzium-
und Magnesiumkarbonat. Es ist kristallinisch,
weiß oder schwach bräunlich gefärbt und
kommt in gemahlenem Zustande zur Dar-
stellung von Kohlensäure in den Handel. —
Zollfrei.

Doppelscharlach. Diesen Namen führen
verschiedene rote, zur Gruppe der Azofarben
gehörige Teerfarbstoffe, so namentlich das
Natronsalz des Amidoazobenzolmonosulfosäure-
azobetanaphtols (Echtscharlach), ein rot-
braunes Kristallpulver, welches in Wasser mit
roter, in konzentrierter Schwefelsäure mit
grüner, beim Verdünnen mit Wasser durch
Blau in Scharlachrot übergehender Farbe
löslich ist. Doppelscharlach extra S, das
Natronsalz der Betanaphtylaminsulfosäureazo-
alphanaphtolmonosulfosäure, ein braunrotes,
in Wasser mit gelbroter Farbe lösliches Pul-
ver, färbt wie das vorige Wolle in sauerem
Bade scharlachrot. Brillantscharlach und
Brillantponceau sind sehr ähnliche Farben.
Doppelbrillantscharlach G (Orange-
jot I), ein rotbraunes, inWasser mit gelbroter,
m konzentrierter Schwefelsäure mit fuchsin-
roter Farbe lösliches Pulver, besteht aus dem
Natronsalze des Betanaphtylaminsäureazobeta-
naplitols .und färbt Wolle gelbrot. — Zollfrei.

Dormiol (Chloralamylalkoholat) ent-
steht bei Behandlung von Chloral mit Amylen-
hydrat als ein farbloses, nach Kampfer riechen-
Merck’s Warenlexikon. 5. Aufl.

des Öl vom spez. Gew. 1,250, welches an Stelle
des Chlorais als Schlafmittel benutzt wird.
— Zoll: S. Tarif Nr. 388.

Dornenstein, die bei der Verdunstung der
Salzsole auf den Domen der Gradierwerke
in Salinen sich absetzende feste Masse von
gelblichgrauer Farbe, besteht der Hauptsache
nach aus Gips und einigen anderen Salzen
und wird als Düngemittel verkauft. — Zollfrei.

Dorsch (frz. Narvage, engl. Torsk), ein Fisch
aus der Familie der Gadiden oder Schell-
fische, Gadus calarias, zu der außer dem
eigentlichen Schellfisch auch der Merlan und
der Kabeljau gehören, ist im Vergleich zu den
letzteren großen Verwandten klein, nur Vs m
lang und 1—1,5 kg schwer, aber von zartem
schmackhaften Fleisch und wird sowohl frisch,
als gesalzen und getrocknet gegessen. Der
Fisch lebt häufig in der Ostsee, sowie an den
norwegischen und irischen Küsten und wird
namentlich auf den Lofoden massenhaft ge-
fangen. Er kommt in Fässern eingesalzen als
Salzdorsch und, neuerdings häufiger als
früher, frisch über die norddeutschen Seehäfen
in den Handel. Der Verbrauch des frischen
Fisches ist jetzt durch die Eisenbahnen bis
weit ins Binnenland hinein ermöglicht und
beständig im Zunehmen begriffen. Die Leber
dient zur Herstellung von Lebertran (s. d.).
Der D. wird häufig mit dem Kabeljau (s. d.)
verwechselt. — Frischer D. ist zollfrei, ge-
salzener, getrockneter s. Tarif Nr. 117.

Dost (Dostenkraut, Wohlgemut, wiU
der Majoran, lat. Ha. origani vulgaris, frz.
Sommitö fleurie d’origan vulgaire, engl. Com-
mon marjoram). Diese der Familie der La-
biaten angehörige, mit Salbei und Majoran
nahe verwandte Gattung, umfaßt verschiedene
Arten aromatischer und offizineller Kräuter.
Der gemeine D. ist eine bei uns häufig auf
sandigen Anhöhen wachsende 30 cm hohe
Pflanze mit vierkantigem, zottig behaartem röt-
lichen Stengel, gegenüberstehenden eirunden,
buchtig gezähnten, an der Unterseite und am
Rande weichhaarigen Blättern und rundlichen
Blütenähren mit purpurroten Lippenblüten.
Das mit den Blüten gesammelte und ge-
trocknete Kraut der Pflanze riecht sehr stark,
aber angenehm aromatisch und schmeckt ge-
würzhaft bitterlich. Es dient zu Kräuterkissen
und Kräuterbädern. Durch Destillation mit
Wasser wird aus dem Kraut der riechende
Stoff desselben als ein blaßgelbes ätherisches
Öl (Dostöl, lat. Oleum origani vulgaris, frz.
Huile d’origan, engl. Origan oil) erhalten,
das zum Parfümieren von Seife dient. Es ist
dünnflüssig und hat ein spez. Gew. von 0,900
bis 0,950. — Die gleiche Verwendung finden
Kraut und Öl des kretischen Dostes, auch
Spanischer Hopfen genannt (lat. Ha. ori-
gani cretici, frz. Marjolaine d’Espagne, engl.
Spanish marjoram), der in Griechenland und
Kleinasien heimisch ist und von dort ein-
geführt wird, hauptsächlich zur Gewinnung
des ätherischen Öls, welches als spanisches
Hopfenöl (lat. Oleum origani cretici, frz.
Huile de marjolaine d’Espagne, engl. Spanish
marjoram oil) gegen Zahnweh dient. Dieses

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