﻿Duboisiablätter

Plätzchen, mit säuerlichen Fruchtsäften oder
künstlichen Fruchtäthern gefüllt (Frucht-
bonbons). — Zoll: 70 M.

Duboisiablätter (lat. Folia duboisiae, frz.
Feuilles de duboisie, engl. Duboisia leaves),
ein Artikel des Drogenhandels, besteht aus
den Blättern der in Australien wachsenden
Solanacee Duboisia myoporoides und
dient hier zur Darstellung eines Extraktes
(Extractum duboisiae). In den Blättern findet
sich das dem Hyoscyamin ähnliche Alkaloid
Duboisin als wirksamer Stoff, der in der
Augenheilkunde verwendet wird. — Zollfrei.

Duboisinsulfat (lat. Duboisinum sulfuri-
cum, frz. Sulfate de duboisine, engl. Sulfate
of duboisine), wird aus den Blättern der in
Australien heimischen strauchartigen Sola-
nacee, Duboisia myoporoides, herge-
stellt. Es besteht je nach der Art der be-
nutzten Blätter aus Hyoszyamin- oder Sco-
polaminsulfat und enthält außerdem bis-
weilen Pseudohyoszyamin und Hyoszin.
D. findet beschränkte medizinische Anwen-
dung. — Zollfrei.

Düngemittel (frz. Engrais, engl. Manures)
nennt man im weiteren Sinne alle Substanzen,
welche, dem Boden einverleibt, das Wachs-
tum der Pflanzen zu fördern vermögen.
Gegenstand des Handels auf größere Ent-
fernung hin bilden jedoch in der Regel nur
die Fabrikate oder durch besondere Behand-
lung versandfähig gemachte Naturprodukte,
die sog. Kunstdünger (frz. Engrais arti-
ficiels, engl. Artificials manures), während
der Stalldünger und städtische Abfallstoffe
(Kloakeninhalt, Schlachthausabfälle) die Kosten
eines weiterenTransportes nicht vertragen, son-
dern in der nächsten Umgebung verbraucht
werden. Nach ihrem Gehalt an Pflanzen-
nährstoffen unterscheidet man: Phosphor-
säurehaltige D.: Knochenasche, Thomas-
mehl,Superphosphate. Stickstof f halt igeD. :
Chilisalpeter, Ammoniumsalze. Gemischte
Phosphorsäure- und Stickstoff-D.: Am-
moniaksuperphosphat, Guano, Knochenmehl,
Tierkörpermehl, Fischdünger (Fischguano).
Kalihaltige D.: Abraumsalze, Holzasche.
Kalkhaltige D.: Kalk, Gips, Mergel. Ge-
mischte Kalk-Stickstoff-D.: Kalziumcy-
anamid (Kalkstickstoff). Alle D. werden unter
Garantie eines bestimmten Gehaltes an Phos-
Phorsäure, Kali oder Stickstoff verkauft, und
es empfiehlt sich stets für den Käufer, sich
durch chemische Analyse von der vertrags-
mäßigen Lieferung zu überzeugen. Vgl. die
Spezialartikel. — Zoll: S. Tarif Nr. 359/62.

Düngesalz. Mit diesem Namen belegt man
sowohl das zum Düngen bestimmte Koch-

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salz oder gemahlene Steinsalz, als auch
kochsalzhaltige Abfälle der Salinen. Es ist
jedoch zu bemerken, daß Kochsalz überhaupt
nur wenig zum Düngen verwendet wird, da
es kein direktes Pflanzennährmittel ist, son-
dern nur indirekt durch chemische und phy-
sikalische Beeinflussung des Bodens wirkt.
Einen direkten Pflanzennährwert, der bei
der Preisbestimmung ausschlaggebend ist, be-
sitzen nur diejenigen Salinenabfälle, welche
kleine Mengen von Kali enthalten. — Auf
besondere Erlaubnis und unter Kontrolle der
Verwendung ist D. zollfrei.

Dulzin (Sukrol), ein künstlicher Süßstoff,
welcher 200 mal so süß als Rohrzucker ist,
in chemischer Hinsicht Paraphenetolkarb-
amid, wird durch Umwandlung des cyan-
sauren Paraamidophenetols oder durch Ein-
wirkung von Kohlenoxychlorid auf Paraphe-
netidin und nachfolgende Behandlung mit
Ammoniak fabrikmäßig dargestellt als ein
weißes, in Wasser leicht lösliches Kristall-
pulver vom Schmelzpunkt 173°. Es wird als
Süßstoff für Diabetiker benutzt, unterliegt
aber denselben Beschränkungen wie Saccharin
(s. d.), insbesondere ist die Einfuhr verboten.

Dynamit (frz. und engl. Dynamite), der
bekannteste und wichtigste Sprengstoff für
Berg- und Eisenbahnbau, besteht aus einer
Mischung von Nitroglyzerin (s. d.) mit Infu-
sorienerde (Kieselgur) im Verhältnis von
75:23 — 24,5. Außerdem wird meist etwas
Soda hinzugesetzt, um das Auftreten freier
Säure zu verhindern. Die formbare Masse
wird in Hülsen aus Pergamentpapier ein-
gedrückt und dann als Dynamitpatronen
in den Handel gebracht. An Stelle der Kiesel-
erde werden neuerdings auch andere in-
differente Mittel zum Aufsaugen des Nitro-
glyzerins benutzt, wie Sägespäne, Zellulose,
und die Gemische zur Milderung der Wir-
kung mit verschiedenen Stoffen, wie Schwarz-
pulver, Salpeter, Kaliumchlorat, Schwefel ver-
setzt. Von den häufiger angewandten Spreng-
mitteln dieser Gruppe seien hier angeführt:
Lithofracteur, Dualin, Karbodynamit,
Karbonit, Vigorit. Das D. hat bei außer-
ordentlicher Sprengkraft vor vielen anderen
Mitteln den Vorzug, daß es verhältnismäßig
gefahrlos zu handhaben ist. Im Gegensatz zu
Nitroglyzerin explodiert es nicht durch Stoß
allein oder durch Verbrennen, sondern nur
durch plötzliche Entzündung in geschlossener
Patrone. Trotzdem ist die Aufbewahrung und
der Transport zur Vermeidung unvorher-
gesehener Unglücksfälle besonderen Sicher-
heitsmaßregeln unterworfen. — Zoll: S. Tarif
Nr. 363/364.

Eau de Cologne (Kölnisches Wasser),
ein sehr gebräuchliches und beliebtes Parfüm,
welches von dem Hause oder vielmehr von
den vielen Häusern Farina in Köln meist

unter der Firma „Johann Maria Farina“ als
„echt“ in den Handel gebracht wird. Es be-
steht aus einer Auflösung verschiedener äthe-
rischer öle in feinstem Sprit, und zwar sind.