﻿Echtblau

103

York, seitdem hat man sich mehrfach mit
Darstellung schwarzer glänzender Kunst-
massen beschäftigt, aus denen z. B. auch der
künstliche Jetschmuck besteht. — Zoll:
S. Tarif Nr. 582ff.

Echtblau. Diesen Namen führen eine An-
zahl blauer Teerfarbstoffe, die in der Färberei
viel gebraucht werden. Zunächst ist das
Echtblau R spritlöslich zu erwähnen,
welches nach drei verschiedenen Methoden er-
halten werden kann: durch Erhitzen von Ni-
trobenzol mit salzsaurem Anilin, freiem Anilin
und Eisen oder Kupfer auf 180°, ferner durch
Erhitzen von Amidoazobenzol mit salzsaurem
Anilin und endlich durch Erhitzen von Nitro-
phenol mit salzsaurem Anilin und freiem
Anilin. Die auf die eine oder andere Weise
erhaltenen Farbstoffe kommen unter den Na-
men: Druckblau, Azetinblau, Azodi-
phenylblau, Indigen D, F, Indulin
spritlöslich und Nigrosin spritlöslich
in den Handel. Da sie in Wasser unlöslich
sind, werden sie nicht zum Färben, sondern
nur in der Zeugdruckerei, sowie (mit Chrysoi-
din usw.) gemischt zur Herstellung schwarzer
Spritlacke und Firnisse benutzt. Durch Be-
handlung mit konzentrierter Schwefelsäure
gehen diese spritlöslichen, in Wasser aber
unlöslichen blauen Farbstoffe (Induline) in
wasserlösliche Farben über (Sulfosäuren),
deren Natronsalze sich dann unter den
Namen Echtblau R, Echtblau B, Ni-
grosin wasserlöslich, Indulin 3 B, Indulin
6 B im Handel finden. Sie lösen sich je
nach Art ihrer Darstellung in Wasser mit
blauer, blauvioletter oder grünlichblauer
Farbe und dienen zum Färben von Wolle.
— Ein Farbstoff von anderer Zusammen-
setzung kommt unter dem Namen Echt-
blau für Baumwolle (Meldolas Blau)
in zwei Arten R und 2 B, welche zur Indig-
blaufärbung mit Tannin und Brechweinstein
gebeizter Baumwolle dienen, in den Han-
del. Sie werden durch Einwirkung von salz-
saurem Nitrosodimethylanilin auf Betanaphtol
erhalten und bestehen daher aus dem Chlorid
des Dimethylphenylammoniumbetanaphtoxa-
zins. Diese Farben sind dunkelviolette,
bronzeglänzende Pulver. — Zollfrei.

Echtbraun, Bezeichnung für mehrere
braunfärbende, zur Gruppe der Azofarben ge-
hörige Teerfarbstoffe, dunkelbraune, in Was-
ser lösliche Pulver, deren Lösung mit Salz-
säure entweder einen braunen oder einen vio-
letten Niederschlag gibt. Sie färben Wolle in
sauerem Bade braun bis braunrot. — Echt-
braun 3B ist das Natronsalz des Betanaph-
tylaminsulfosäureazoalphanaphtols, also dem
Doppelbrillantscharlach G ganz nahe ver-
wandt. — Zollfrei.

Echtgelb, Name für verschiedene gelbe,
zyr(..'iruPPe der Azofarben gehörige Teerfarb-
s,0 e’ 'welche durch Einwirkung von rauchen-
c.er Schwefelsäure entweder auf salzsaures

mlcloazobenzol oder auf salzsaures Ami-
doazotoluol und Sättigen mit Soda dar-
gestellt werden. Das Echtgelb G (Säure-
gelb G, Solidgelb, Echtgelb extra,

Edelsteine

Jaune acide) ist ein gelbes, in Wasser lös-
liches Pulver und besteht aus einem Gemenge
von Amidoazobenzolmono- und Amidoazoben-
zoldisulfosaurem Natron. Echtgelb R (Gelb
W), das Natronsalz der Amidoazobenzoltoluol-
disulfosäure, ist ein braungelbes, in Wasser
mit gelber Farbe lösliches Pulver, dessen
Lösung durch Zusatz von Salzsäure fuchsinrot
wird und Wolle in saurem Bade rötlichgelb
färbt. — Zollfrei.

Echtgrün, ein Teerfarbstoff, welcher in
Form eines dunkelblaugrünen, wasserlöslichen
Kristallpulvers in den Handel kommt und als
das Natriumsalz der Tetramethyldibenzylpseu-
dorosanilinsulfosäure anzusprechen ist. Die
wäßrige Lösung färbt Wolle im sauren Bade
grün und wird auf Zusatz von Salzsäure gelb.
— Häufig wird auch Malachitgrün E. ge-

nannt. — Zollfrei.

Echtrot. Diesen Namen führen verschie-
dene, zur Gruppe der Azofarben gehörige
Teerfarbstoffe, welche durch die beigefügten
Buchstaben A, B, C, D und E unterschieden
werden. Es sind in Wasser lösliche, braun-
rote bis braune Pulver, die Wolle in sauerem
Bade rot färben. Sie werden sämtlich aus
Naphtalin bereitet und bestehen aus Natron-
salzen der Sulfosäuren verschiedener Naph-
thalinazoverbindungen. — Zollfrei.

Echtscharlach, ein roter Teerfarbstoff, soll
mit Doppelscharlach (s. d.) identisch sein.
— Zollfrei.

Eckerdoppen (Ackerdoppen, Valonen)
sind die Fruchtbecher von Quercus Valo-
nea, welche auf der Krim und den jonischen
Inseln Vorkommen. Die E. enthalten 30—40°/o
Gerbstoff und werden in der Technik ver-
wandt. — Zoll: 3 M.

Edelsteine (frz. Pierreries, engl. Precious
stones). Die E., deren einzelne Vertreter
unter ihren besonderen Namen beschrieben
werden, sind Mineralien, die sich durch ihren
Glanz, ihre Härte, Unveränderlichkeit, Kri-
stallform, schönen Farben oder auch Farb-
losigkeit und meistens auch Durchsichtigkeit
auszeichnen. Je ausgeprägter sich einzelne
dieser Eigenschaften an einem Stein finden,
desto höher steht er im Werte. Die bedeuten-
den Unterschiede in der Wertskala haben von
jeher zwei Klassen annehmen lassen, wirk-
liche Edelsteine (Juwelen) und Halb-
edelsteine. Bei den ersten finden sich die
höchsten Härtegrade. Sie sind fast immer
klein und selten, was natürlich zur Wert-
steigerung beiträgt. Die Halbedelsteine sind
meist weniger hart, öfter nur durchscheinend,
weniger selten und kommen vielfach in grö-
ßeren Stücken vor. Edelsteine ersten
Ranges sind: Diamant, Rubin, Saphir,
Chrysoberyll, Spinell und Smaragd; zweiten
Ranges: Zirkon, Beryll, Topas, Turmalin,
Granat (Pyrop), edler Opal. Eine Übergangs-
klasse zu den Halbedelsteinen bilden Cor-
dierit (Dichroit), Vesuvian, Chrysolith, Axinit,
Cyanit, Staurolith, Andalusit, Pistazit, Türkis.
Die Halbedelsteine bestehen zu einem
großen Teil aus Kieselsäure mit mehr oder
weniger fremden Beimengungen. Hierher ge-