﻿Edinol

104

Eicheln

hören: Bergkristall, Amethyst, Prasem, Avan-
turin, Katzenauge, Rosenquarz, Chalzedon,
Achat mit Onyx, Cameol, Plasma, Heliotrop,
Jaspis, Chrysopras und die Varietäten des
Opals. Von den kieselsauren Salzen kommen
als Halbedelsteine in Frage: edler Feldspat
(Adular), Malachit, Obsidian, Lasurstein und
einige andere Mineralien von geringerer Be-
deutung. — Alle Schmucksteine werden ge-
schliffen und poliert, wodurch ihr Wert ge-
steigert oder eigentlich erst festgestellt wird.
Das Schleifen geschieht im allgemeinen in
der beim Diamant angegebenen Weise, doch
fällt das bei diesem übliche Spalten fort,
weil alle übrigen weniger harten E. sich ohne
viel Mühe auf der Schleifscheibe mittels
Diamantstaub und zum Teil selbst mit
Schmirgel in die gewünschte Form bringen
lassen. Die sehr rasch umlaufende, horizontal
liegende Schleifscheibe besteht für Diamanten
aus Eisen oder ungehärtetem Stahl, für die
übrigen aus Kupfer oder Blei. Nahe am
Rande wird das mit öl gemischte Schleif-
mittel aufgestrichen und der in einen Halter
gefaßte Stein unter dem entsprechenden Win-
kel aufgedrückt. Der Schliff ist meistens
fassettiert wie bei den Brillanten. Für ge-
wisse Steine jedoch, welche einen eigentüm-
lichen Lichtschimmer haben, wie der Opal,
oder für solche, die undurchsichtig sind, wie
Türkis, wendet man den muscheligen
Schnitt (en cabochon) an, bei welchem die
Oberfläche des Steines nur eine runde Wöl-
bung bekommt. Das Gewicht der E. wird
nach dem internationalen Karat = 0,2055 g
bestimmt. Neben den echten E. sind vielfache
Nachahmungen im Handel, welche meist
nichts anderes sind als farbige Gläser, deren
Basis ein Glassatz von sehr reinen Materia-
lien, Quarz oder Bergkristall mit Soda oder
Natron unter Zusatz von Borax und Bleioxyd
ist. Hierzu kommt eine gewisse Menge
Bleioxyd oder Mennige, welche die Masse
schwerer und glänzender macht und ihr ein
stärkeres Lichtbrechungsvermögen erteilt. Im
ungefärbten Zustande bildet solches Glas den
Straß, das Material zur Darstellung künst-
licher Brillanten. Die Färbung erzeugt man
durch kleine Mengen von Metalloxyden, z. B.
Rubine durch Zusatz eines Goldpräparates
oder von Kupferoxydul. Kupferoxyd gibt
grüne oder blaue Flüsse, Chromoxyd färbt
grün, Kobalt blau, Uran gelb, Nickel rötlich-
braun, Manganerz, Eisenoxyd, Chlorsilber lie-
fern andere Färbungen. Das beste Mittel zur
Erkennung der Kunstprodukte beruht auf
ihrer geringen Härte, welche oft schon mit
Hilfe einer guten Feile nachgewiesen werden
kann. Die E. haben fast alle einen Härte-
grad über 6, Diamanten einen solchen
von 10, Korund (Saphir und Rubin) 9, To-
pas 8, Quarz 7, Feldspat 6. Bei vielen E.
dient die Doppelbrechung als Erkennungs-
mittel, und bei anderen, welche je nach der
Lage eine verschiedene Farbe zeigen (Di-
chroismus), benutzt man die dichroskopi-
sche Lupe zur Feststellung der Echtheit.
Ein weiteres Merkmal bietet die Ermittlung

des spez. Gewichts, welche entweder mit Hilfe
des Pyknometers oder der aräometrischen
Wage ausgeführt wird. Sog. Doubletten,
welche nur im oberen Teile aus E. bestehen,
während der untere, aus Glas oder Berg-
kristall bestehende angekittet ist, erkennt man
durch längeres Einlegen in heißes Wasser,
worauf der Kitt erweicht und die beiden
Hälften auseinanderfallen. — Die zahlreichen
Versuche, echte Edelsteine auf chemischem
Wege herzustellen, haben in neuerer Zeit beim
Saphir, Smaragd und Rubin (Rubin recon-
strue) zu schönen Erfolgen geführt. Hin-
gegen hat man künstliche Diamanten nur in
mikroskopisch kleinen Splittern erhalten. —
Zoll: E. s. Tarif Nr. 235. 678. Edelstein-
waren Nr. 678. Halbedelsteine Nr. 235. 679.
Halbedelsteinwaren Nr. 679. Glasflüsse und
Waren daraus Nr. 760/2. Schmuckgegen-
stände Nr. 884/5. 887. Ferner s. die An-
merkung Ziffer 1 zu Nr. 884/5. 887.

Edinol, Handelsname für das als photo-
graphischer Entwickler benutzte Amidosali-
genin (Amidooxybenzylalkohol). — Zollfrei.

Ehrenpreis (Grundheil, lat. Herba vero-
nicae, frz. Veronique, engl. Veronica), eine
einheimische, in trockenen Wäldern und auf
Wiesen häufig vorkommende ausdauernde
Pflanze, Veronica officinalis, mit zottigen,
kriechenden, mit den Spitzen fast fußhoch
aufsteigenden Stengeln, kurz gestielten ent-
gegengesetzten Blättern und kleinen hell-
blauen Blüten in vielblütigen Ähren. Das
bitterlich herb und etwas balsamisch schmek-
kende Kraut ist ein Artikel des Drogen-
handels und wird im Sommer mit den Blüten
gesammelt. Aufgüsse davon werden inner-
lich als Brusttee gebraucht, das frische Kraut
dient zur Bereitung von Kräutersäften. —
Zollfrei.

Eibenbaumblätter (Taxusblätter, lat.
Folia taxi baccati, frz. Feuilles d’if, engl.
Yew leaves). Die getrockneten Blätter oder
einjährigen Zweigspitzen (Summitates) des
Eibenbaums oder Taxus (T. baccata),
eines in Gärten und Parks oft vorkommenden,
in Wäldern bei uns selten, doch im Süden
häufiger gefundenen Baumes, finden be-
schränkte offizinelle Verwendung zu Bädern
und Umschlägen. Sie sind giftig und ent-
halten einen bitteren basischen Stoff, das
Tax in. — Zollfrei.

Eibenbaumholz (Taxusholz) ist hart, sehr
dicht und rotbraun, nimmt gute Politur an
und wird als Tischler- und Drechslerholz
verwendet. — Zoll: S. Tarif Nr. 74ff. 615ff.

Eicheln (lat. Glandes quercus, frz. Glands,
engl. Acoms), die ausgehülsten, getrockneten
Früchte unserer Eichen, enthalten reichlich
Stärke, die beim Rösten zum Teil in Dextrin
verwandelt wird, ferner Gerbstoff, bittere Sub-
stanzen, Zucker, stickstoffreine Extraktstoffe
und etwas fettes öl, wozu noch die beim
Rösten entstandenen brenzlichen Produkte
hinzukommen. Sie bilden sowohl roh, als auch
schwach geröstet, ganz und gepulvert, einen
Plandelsartikel zur Herstellung des sogen.
Eichelkaffees (lat. Glandes quercus tostae